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Termine
„Rationaler Glaube vs. Glaubensgrade“ 16.05.2012 18:15 - 20:00 — Unter den Linden 6, Raum 3103
„Sich kennen. Wissen von sich selbst, Wissen vom anderen und ihr Zusammenhang“ 30.05.2012 18:15 - 20:00 — Unter den Linden 6, Raum 3103
Antrittsvorlesung – Prof. Dr. Jonathan Beere 06.06.2012 18:15 - 20:00 — Senatssaal
"Individuelle Erwartungen und Klimawandel" 13.06.2012 18:15 - 20:00 — Unter den Linden 6, Raum 3103
Sterben und Tod: Ethische und metaphysische Aspekte 14.06.2012 - 16.06.2012 — Unter den Linden 6, Raum 2103
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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Philosophie

Übersicht Forschungsprojekte

Folgendes ist das Ergebnis einer Schnellsuche nach Artikeln aus den Forschungsordnern der verschiedenen Lehrbereiche. Die einzelnen Lehrbereichsordner erreichen Sie über die Navigationsleiste.

 

The Ontology of the Intelligible World in Kant's Inaugural Dissertation

 

Marco Santi

Dissertationsprojekt

 

For all the similarities that Kant's Inaugural Dissertation of 1770 bears to the Critique of Pure Reason, its most significant difference is the treatment of the ontological structure of the world "as it is in itself" and as the pure understanding cognizes it. The aim of my project is to investigate that ontological structure, consisting of an actual infinity of simple substances connected by a real causal nexus, and to exactly reconstruct Kant's arguments for that picture. This will be done systematically, by developing a theoretical analysis of the ontology of relations, and historically, by tracing the lineage of those theories in Kant's earlier works and on the background of his main influences (Leibniz, Clarke, Baumgarten, Wolff, Crusius).

I will argue that a relational approach, one focusing on Kant's thesis that "a relation is a determination which is derivative, and which can be denied without abrogating the existence of things having this relation [and of their intrinsic properties]", is the most appropriate to understand his positive arguments and his objections: it is because of the intrinsic/extrinsic divide that fundamental substances are simple while space is continuous; because of the ontology of substance and relations that the intelligible world requires a necessary Creator; and because of the reality of relations that there is a general, Physical-Influx-like interaction between such intelligible substances. For these reasons, Leibniz and his sophisticated theory of relations will be my main term of comparison for Kant, together with the contrasting metaphysical results which Leibniz derives from it.

As a conclusion, I will try to frame Kant's idealism in 1770 in terms of relations, by adopting a subjectivist ontological double-aspect model: I will exploit the divide between extrinsic and intrinsic properties, but I will argue, moreover, that phenomena consist of those relational properties of the intelligible objects which depend on the relation of the latter to a human epistemic subject.

 

Kontakt: zuben.78(at)gmail.com

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Klassische Deutsche Philosophie | Forschung | A Separate Reality: Enquiry into the Nature of Ineffability

A Separate Reality: Enquiry into the Nature of Ineffability

 

Silvia Jonas

Dissertationsprojekt

 

Ziel der analytisch ausgerichteten Arbeit ist es, das Phänomen der Unaussprechlichkeit zu ergründen, d. h. herauszufinden, welche metaphysische Tatsache (Konstellation) dem Erleben eines Moments der Unaussprechlichkeit zugrunde liegt. Zunächst nehme ich eine grundsätzliche Einteilung von möglichen Erklärungsansätzen in ontologische und epistemische vor. Die untersuchten ontologischen Ansätze umfassen Haecceitas-Theorien, Theorien über inhärent-perspektivische Fakten, Theorien über unsagbare Propositionen, nichtbegriffliche Wahrnehmungsgehalte, nicht-paraphrasierbare ästhetischen Gehalte, sowie aus der Kognitionswissenschaft stammende Theorien zur Nichtbegrifflichkeit subdoxastischer Gehalte. Die untersuchten epistemischen Ansätze umfassen Theorien zu knowledge-how, zur Unbenennbarkeit epistemischer Fundamente und Grenzen, sowie die Theorie gehaltlosen unaussprechlichen Wissens von A. W. Moore. Ich beschließe die Dissertation mit der Skizzierung meiner eigenen Theorie der Unaussprechlichkeit, die ich Second-Order Subjectivity nenne. Gemäß dieser Theorie besteht Unaussprechlichkeit in einer epistemischen Perspektivenverschiebung, durch die ein Subjekt knowledge-by-acquaintance derjenigen Bedingungen erlangt, die eine epistemische Erfassung der Welt überhaupt ermöglichen.

 

Kontakt: silvia.jonas(at)web.de

Homepage: www.silviajonas.com

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Praktische Philosophie/Ethik | Forschung | Deliberation, praktische Vernunft und Normativität

Deliberation, praktische Vernunft und Normativität

Benjamin Kiesewetter

Form, Gegenstand und Reichweite praktischer Überlegungen sind spätestens seit Aristoteles ein zentrales und viel diskutiertes Thema in der praktischen Philosophie. Es gehört zu unserem Selbstverständnis als Akteure, dass wir Überlegungen anstellen können, um Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Diese Annahme steht in nahem konzeptuellen Zusammenhang mit Begriffen wie Moral, Freiheit, Autonomie und Personsein. Relevant für unser Selbstverständnis ist nicht nur, dass unsere Handlungen in einem kausalen Verhältnis zu Überlegungen stehen, sondern mehr, dass sie im Lichte dieser Überlegungen angemessen und sinnvoll erscheinen können. Wie lässt sich dieses kritische, normative Potential von Deliberation verstehen?
Dies ist die Leitfrage, an der das Dissertationsprojekt ansetzt. Das Vorhaben ist von dem Interesse geleitet, einen Standpunkt jenseits von rationalistischen und instrumentalistischen Konzeptionen praktischer Vernunft zu entwickeln, der sich vorläufig auf den Begriff der beratenden Vernunft bringen lässt. Die Orientierung am Begriff einer guten Beratung könnte - so die Hypothese - die Verbindung von praktischen Überlegungen mit der Individualität von Personen, ihren Wünschen und Charaktereigenschaften, gewährleisten. Andererseits würde eine solche Konzeption substantielle Kritik und Beratung über die Ziele des Handelns nicht ausschließen, und so über rein instrumentelle Überlegungen hinausgehen können.


Publikationen:
 

"'Ought' and the Perspective of the Agent", in: Journal of Ethics & Social Philosophy 5 (3), 1-24 (2011) [pdf]

"Willensschwäche", in: Rapp, Christof/ Corcilius, Klaus: Aristoteles-Handbuch. Stuttgart: Metzler, 389-393 (2011).

 

 

Kontakt: Benjamin.Kiesewetter (at) philosophie.hu-berlin.de

Deontologische Ethik und ethische Theorie

Thomas Schmidt

Was ihre Angemessenheit im Hinblick auf zentrale moralische Konzepte und/oder die Pluralität moralisch relevanter Gesichtspunkte angeht, ist deontologischen Moraltheorien gegenüber konsequentialistischen Entwürfen nach verbreiteter Ansicht der Vorzug zu geben.
Jedoch kann durchaus als offen gelten, wie genau die Struktur – und allemal der Inhalt – einer vertretbaren deontologischen Moraltheorie anzusetzen ist. Strebt man an, ein allgemeines oberstes Moralprinzip zu formulieren und zu begründen, so droht die Gefahr übermäßiger Abstraktion und moralischer Gehaltlosigkeit. Und auch von einem deontologischen Prinzipienpluralismus, wie ihn etwa D. Ross vorgeschlagen hat, ist fraglich, inwieweit er zum Kern einer befriedigenden Moraltheorie gemacht werden kann.
Das Forschungsprojekt setzt an dieser Problemlage an und geht der Frage nach der Struktur und dem Inhalt einer lebensweltlich angemessenen und vernünftig begründbaren deontologischen Moraltheorie nach. Besondere Bedeutung kommt der Frage zu, wie der Stellenwert ethischer Prinzipien und damit der Status normativer ethischer Theorie überhaupt aufzufassen ist. Darüber hinaus ist zu klären, welche Rolle gerade für deontologische Entwürfe charakteristische moralische Konzepte wie Würde, Rechte und Achtung im Rahmen einer deontologischen Theorie strukturell und inhaltlich spielen. Hierbei thematisiert das Forschungsprojekt allgemeine Fragen ethischer Theoriebildung ebenso wie spezifische Probleme der angewandten Ethik.

 

Vorträge (Auswahl)

„Markt und Moral“, Universität Göttingen (Januar 2006), Netherlands School for Research in Practical Philosophy (August 2006)

„Kommerzialisierung des menschlichen Körpers. Zur Reichweite deontologischer Argumente“, Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin, Universität Mannheim (September 2006)

„Lebensweltliche Bewertungsmuster und ethische Theorie. Eine Fallstudie am Beispiel der Risikoethik“, DFG-Rundgespräch Lebenswelt in Wissenschaft, Ethik und Politik, München (Oktober 2006)

„Moralische Praxis und ethische Theorie“, Antrittsvorlesung, Humboldt-Universität zu Berlin (Dezember 2006)

 

Veranstaltungen
30.06.06 Ethik ohne Prinzipien? Autorenkolloquium mit Jonathan Dancy (University of Reading/University of Texas at Austin)
22.-26.09.08 Perspectives of Deontology in Ethics, Summer School mit S. Darwall, S. Gosepath, B. Hooker u. a. [ Plakat]

 

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Praktische Philosophie/Ethik | Forschung | Die naturalistische Herausforderung in der Ethik

Die naturalistische Herausforderung in der Ethik

Andreas Müller

Innerhalb wie außerhalb der philosophischen Diskussion findet zunehmend ein an den modernen Naturwissenschaften orientiertes Verständnis der Welt und unserer Erkenntnismethoden Verbreitung, das zumeist mit dem Etikett "Naturalismus" versehen wird. Aus einer solchen naturalistischen Perspektive wird u.a. die Annahme der Existenz objektiver Werte sowie die Fähigkeit, auf dem Wege der Intuition Einsicht in solche Werte erlangen zu können, zumeist als "ausgesprochen merkwürdig" (Mackie) angesehen und zurückgewiesen. Da ein adäquates Verständnis unserer moralischen Praxis uns jedoch auf solche Annahmen festzulegen scheint, droht der Versuch, eine ihrem Gegenstand angemessene Theorie der Moral zu entwickeln, die zugleich mit einem allgemeinen Naturalismus vereinbar ist, in einen Konflikt zu führen.
Thema des Dissertationsprojektes ist die Herausforderung, eine metaethische Theorie vorzulegen, die diesen Konflikt zu vermeiden erlaubt. Ausgehend von der Beobachtung, dass verschiedene in der Literatur diskutierte Positionen ganz unterschiedliche Arten von Antworten auf diese Herausforderung bereithalten, sollen in einem ersten Schritt zunächst ein besseres Verständnis der Herausforderung sowie ihrer dialektischen Rolle in der metaethischen Debatte herausgearbeitet werden. In einem zweiten Schritt sollen dann die Aussichten eines metaethischen Konstruktivismus als Antwort auf die Herausforderung untersucht und mit denen etwa des Expressivismus und des moralischen Realismus verglichen werden.
Die Arbeit an diesem Projekt wird durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes unterstützt.

 

Weitere Informationen: http://hu-berlin.academia.edu/AndreasMueller
Kontakt: andreas.mueller (at) hu-berlin.de

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Klassische Deutsche Philosophie | Forschung | Epistemologie von Gedankenexperimenten und kontrafaktischen Konditionalen (DFG-Forschungsprojekt)

Epistemologie von Gedankenexperimenten und kontrafaktischen Konditionalen

 

"Wie wir wissen, was wäre, wenn" – Zur Epistemologie von Gedankenexperimenten und kontrafaktischen Konditionalen (Teilprojekt der DFG-Forschergruppe 1614 "Was wäre wenn? Zur Bedeutung, Epistemologie und wissenschaftlichen Relevanz von kontrafaktischen Aussagen und Gedankenexperimenten")

 

Obwohl Gedankenexperimente in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, insbesondere in der Philosophie gerne als Rechtfertigungsquelle eingesetzt werden, scheinen sie aus mindestens zwei Gründen epistemologisch problematisch: Erstens ist schwer zu verstehen, wie man überhaupt Wissen über die in solchen Experimenten erwogenen, nicht-wirklichen Szenarien haben kann; zweitens ist unklar, ob man sich nicht bei vielen Gedankenexperimenten in den Bereich unseriöser Spekulationen verirrt. In diesem Projekt sollen diese beiden Probleme auf neue Weise untersucht werden, indem das mit Gedankenexperimenten im Erfolgsfall verbundene Wissen als Sonderfall des Wissens von der Wahrheit kontrafaktischer Konditionale verstanden wird. Durch die Rückführung der Epistemologie von Gedankenexperimenten auf diejenige der Bewertung kontrafaktischer Konditionale soll besser verständlich werden, welche kognitiven Vermögen für unser Wissen über die erwogenen nichtwirklichen Szenarien zentral sind. Insbesondere soll geklärt werden, wie das Wissen von der Wirklichkeit und unsere Fähigkeit zur Simulation nicht-wirklicher Szenarien dabei zusammenspielen. Auf der Grundlage des Zusammenhangs zwischen Gedankenexperimenten und kontrafaktischen Konditionalen lassen sich auch die Normalitätsbedingungen, denen sinnvolle Gedankenexperimente unterliegen, besser verstehen. Im Projekt sollen diese Punkte vornehmlich für Gedankenexperimente und kontrafaktisches Denken aus den an der Gruppe beteiligten Disziplinen Geschichte, Biologie, Literaturwissenschaft und insbesondere der Philosophie untersucht werden.

 

Weitere Informationen:

 

Forschung

 

Drittmittelprojekte

 

Meta-Metaphysik. Zu Sinn und Unsinn ontologischer Dispute (DFG-Forschungsprojekt)

 

"Wie wir wissen, was wäre, wenn" - Zur Epistemologie von Gedankenexperimenten und kontrafaktischen Konditionalen

 

 

Dissertationsprojekte

 

Catharine Diehl

Kontakt: catharine.diehl(at)gmail.com

 

Katharina Felka

  • Metaphysische Dispute – Ein Streit um Worte?

Kontakt: katharina.felka(at)hu-berlin.de

 

Silvia Jonas

Kontakt: silvia.jonas(at)web.de

Homepage: www.silviajonas.com

 

Michael Oberst

Kontakt: mioberst(at)gmx.de

 

Marco Santi

Kontakt: zuben.78(at)gmail.com

 

Steven Tester

Cotutelle Humboldt-Universität/Northwestern University

Betreuer: Prof. Dr. Rolf-Peter Horstmann (Humboldt-Universität), Prof. Peter Fenves (Northwestern University), Prof. Rachel Zuckert (Northwestern University)

Kontakt: steventester(at)u.northwestern.edu

 

Radka Tomeckova

  • Die logische Einheit des Ich. Eine Untersuchung von Kants Konzeption personaler Identität

Kontakt: tomeckova.radka(at)gmail.com

 

Han Wezenberg

Kontakt: hanwezenberg(at)gmx.net

 

Julia Zakkou

Kontakt: julia.zakkou(at)hu-berlin.de

Forschung

Laufende Forschungsprojekte

 

Thomas Schmidt

 

Norbert Anwander

 

Anne Burkard

 

Guido Ehrhardt

 

Jan Gertken

 

Benjamin Kiesewetter

 

Andreas Müller

 

Andreas Leonhard Menges

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

 

Malte Engel

Forschung

An dieser Stelle erfahren Sie in Kürze mehr über die Forschungsprojekte in der Philosophie des Geistes.

Forschungsprojekte

Lehrstuhl für Philosophie der Antike und Gegenwart






SFB 644 "Transformationen der Antike"
  • Teilprojekt A1: Transformationen der antiken Logos-Philosophie in Ethik und Metaethik der Gegenwart
    • Projektleiter: Prof. Dr. Christof Rapp

    • Wissenschaftliche Mitarbeiter: Philipp Brüllmann, Klaus Corcilius, Naomi Kubota


    • Unterprojekt 1: Wiederentdeckung und Umformung der antiken Logos-Ethik in der Gegenwart (Philipp Brüllmann, Klaus Corcilius)

    Das erste Unterprojekt untersucht die mannigfaltigen Rückgriffe auf die Antike, mithilfe derer ethische Positionen der Gegenwart insbesondere gegen deontologische und konsequentialistische Ansätze formuliert werden sollen. In der angelsächsischen virtue ethics wurde der antike Tugendbegriff, insbesondere seine »agent-centeredness«, gegen den Begriff der Pflicht stark gemacht. Hierbei stellt sich die Frage, inwieweit diese Konzeption tatsächlich wie das antike Vorbild auf den normativen Begriff des vernunftbestimmten Lebens gründet oder inwieweit alternative Begründungsstrategien verfolgt werden. Der Kommunitarismus unterstellt den antiken Ethiken die Annahme einer relativ stabilen Wertegemeinschaft, die allein das Individuum befähige, adäquate ethische Vorstellungen entwickeln zu können. Die um den Begriff der »Lebenskunst« und des »human flourishing« zentrierten Aktualisierungsversuche wiederum operieren mit der antiken Grundannahme, dass der Zweck der philosophisch-ethischen Reflexion nicht in der Entdeckung unentrinnbarer Pflichten entstehe sondern vielmehr damit zu tun habe, dass wir mithilfe philosophischer Überlegung die Möglichkeit, ein gutes, lebenswertes Leben zu erreichen, wesentlich verbessern. Neben einer Bestandsaufnahme der tatsächlichen Anknüpfungen an antike ethische Vorstellungen sollen die Möglichkeiten und Grenzen der Reaktualisierung derselben einer normativen Begutachtung unterzogen werden.
    • Unterprojekt 2: Das antike Ideal des rationalen Agenten in der modernen Handlungstheorie
      (Naomi Kubota)

    Das zweite Unterprojekt widmet sich der Frage, welchen Einfluss die Erklärungsmodelle antiker Philosophie bzw. antiker Philosopheme auf die Handlungstheorie der Gegenwart (seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts) genommen haben. Da hierzu so gut wie keine Vorarbeiten vorliegen, kommt es zunächst darauf an, eine entsprechende Systematik zu erstellen, die es erlaubt, die verschiedenen Theoriefelder zu identifizieren, in denen es zu solchen Einflüssen gekommen ist. Herausgehobene Stellungen werden dabei die Problemfelder ›akratische Handlungen‹ und der ›praktische Syllogismus‹ einnehmen, in deren moderner Diskussion der Einfluss antiker Erklärungsmodelle besonders deutlich zutage tritt. Danach sollen der theoretische Kontext und die sonstigen relevanten philosophischen Voraussetzungen der modernen Handlungstheoretiker, die sich antiker Erklärungsmodelle bedient haben, erfasst werden, um so die Frage nach einer Vergleichbarkeit beider philosophischer Kontexte beantworten zu können. Im Kern wird es dabei um die Vergleichbarkeit der Auffassungen von praktischer Rationalität in der Moderne und der Antike und die Frage gehen, inwieweit man sich gleichzeitig mit der Übernahme eines antiken Philosophems auch zur Übernahme eines entsprechenden Rationalitätsbegriffs verpflichtet.


Thyssen Drittmittelprojekt "Aristoteles' Metaphysik: Prinzipienforschung und Substanztheorie"
  • Projektleiter: Prof. Dr. Christof Rapp

  • Weitere Projektleiter: Klaus Corcilius

  • Wissenschaftliche Mitarbeiter: Klaus Corcilius, Katharina Fischer


Das Projekt untersucht die philosophischen Grundlagen der Aristotelischen Metaphysik; im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach dem inneren Zusammenhang zwischen den verschiedenen Einzelbüchern dieser Schrift. Die Arbeitsthese ist, dass Aristoteles in den verschiedenen Teilen der Metaphysik das Ziel verfolgt, sich auf unterschiedliche Weisen den obersten Prinzipien anzunähern, und dass dieses Unternehmen der Prinzipienforschung den roten Faden für die gesamte Schrift, auch für die Substanztheorie, bildet. Dies hat erhebliche Konsequenzen für den viel diskutierten Begriff der Substanz und ermöglicht eine neue Bewertung der traditionell aufgeworfenen Frage nach der thematischen Einheit der Metaphysik. - Der Ertrag dieses Forschungsprojekts soll u.a. in einer Monographie mit dem Arbeitstitel "Aristoteles' Metaphysik: Prinzipienforschung und Substanztheorie, welche eine zusammenhängende Interpretation der gesamten Schrift Metaphysik unter besonderer Berücksichtigung der Substanzfrage und der Prinzipienforschung entfaltete, dokumentiert werden. Weitere Schwerpunkte des Forschungsprojektes sind eine umfassende Einleitung des Werkes, die Kommentierung ganzer Buchgruppen und die Koordination und texkritische Kontrolle aller fünf Teilbände der genannten Ausgabe.

Excellence Cluster 264 „TOPOI. Space and Knowledge in Ancient Civilizations”
  • Projektleiter: Prof. Dr. Friederike Fless (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Christof Rapp (Humboldt Universität zu Berlin)


The Cluster of Excellence pursues the goal of researching the interdependence of space and knowledge in the civilizations of the Ancient Near East, the Mediterranean, and Black Sea region and parts of the Eurasian steppe from the 6th millennium BC to around AD 500. This is to serve the more fundamental purpose of investigating the spaces, spatial systems, and various types of space-related knowledge as intertwined factors in the development of ancient cultural systems. The cluster is interested in space and spaces precisely insofar as they are shaped, designed or defined by human competence; insofar as they are controlled and maintained by knowledge and technique; insofar as they are represented and mediated by language, images, or texts and, finally, insofar as they are the subject matter of sciences and theories. Vice versa, the cluster is interested in knowledge precisely insofar as it is space-related in one sense or the other – be it that it is the kind of knowledge in virtue of which we shape or control spaces, be it the kind of knowledge we have of space. In TOPOI paradigmatic studies are to investigate the foundations of small-scale structures up to large-scale expansive empires and variously defined and constituted spaces as well. Building on this fundamental research, TOPOI will work out a theory of space as a constitutive element in the formation and transformation of cultures and societies of antiquity within an interdisciplinary framework.

Forschungsprojekte

Forschungsprojekte am Lehrstuhl für Theoretische Philosophie

Die Forschungsschwerpunkte liegen historisch in der Philosophie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, systematisch in der Erkenntnistheorie, Philosophie des Geistes und Ontologie

 

Aktuelle Forschungsprojekte

  • Buchprojekt „Transformationen der Gefühle. Philosophische Emotionstheorien 1270-1670“
  • Studien zur Theorie der Seelenvermögen in der aristotelischen Tradition (Aufsätze und Sammelband)
  • Studien zu Formen des Skeptizismus und Antiskeptizismus in Spätmittelalter und Früher Neuzeit (Aufsätze)
  • Studien zu repräsentationalistischen Wahrnehmungstheorien (Aufsätze)

 

 

 

Die Forschungsschwerpunkte liegen historisch in der Philosophie der Frühen Neuzeit, systematisch in der Tierphilosophie, Philosophie des Geistes, Erkenntnistheorie.

 

Aktuelle Forschungsprojekte

  • Habilitation „Biosemantik: Natürliche Normen, Repräsentation und Intentionalität“
  • Sammelband „Animal Minds and Animal Morals“ (mit Prof. Dr. Klaus Petrus, Bern)
  • Einführung in die Philosophie von Martin Heidegger (erscheint 2011 bei WBG)
  • Aufsätze zur Tierphilosophie: „Mensch und Tier: zwei Arten von Wissen?“ (erscheint 2010), „Tiere und Tugenden: ein dritter Weg?“ (erscheint 2010), „Tierphilosophie“ (erscheint 2011)

 

 

Mein historischer Forschungsschwerpunkt liegt in der Philosophie der frühen Neuzeit, wobei ich mich allmählich in die Philosophie des Hoch- und Spätmittelalters zurückarbeite. Systematisch liegen meine Schwerpunkte in der Ontologie, der Erklärungstheorie und in der Philosophie des Geistes.

Darüber hinaus bin ich an meta-philosophischen Fragen interessiert.

 

Aktuelle Forschungsprojekte

  • Habilitationsprojekt: Die Metaphysik der Modalitäten bei Francsico Suárez

  • Fakultäten in der frühen Neuzeit: Warum und in welcher Weise haben frühneuzeitliche Autoren wie Descartes, Malebranche, Spinoza und Hume die scholastische Fakultätspsychologie kritisiert oder auch übernommen? (Buchbeitrag)

  • Teleologie in der frühen Neuzeit (Aufsatzprojekte)

  • Die kompatibilistischen Freiheitstheorien bei Spinoza und Leibniz (Aufsatzprojekt)

 

 

 

Beteiligung am Exzellenzcluster, Projekt 313 „Philosophische Emotionstheorien: Transformationen der Gefühle“

 

 

Beteiligung am Exzellenzcluster in der Area D, Forschungsgruppe „Mapping Body and Soul“

 

 

 


  • Leibniz-Preis-Projekt: Transformationen des Geistes. Philosophische Psychologie 1500-1700

    Philosophie des Geistes in der frühen Neuzeit: Theorien der Intentionalität, des Bewusstseins, des Begriffserwerbs und der Abstraktion


    Homepage

    Homepage des Leibniz-Preis-Projekt: Transformationen des Geistes.

    Projektleitung:

    Prof. Dr. Dominik Perler
    Philosophische Fakultät I
    Institut für Philosophie
    Theoretische Philosophie
    Weitere Projektleitungen:

    PD Dr. Martin Lenz
    Weitere Projektmitglieder:

    Dr. Christian Barth, MA Maria Seidl, MA Paolo Rubini
    Laufzeit:

    10/2006 - 09/2011








Forschungsprojekte

 

Eliteförderung und Chancengleichheit

Mitarbeiter

Prof. Dr. Kirsten Meyer (Projektleiterin)     E-Mail: kirsten.meyer@philosophie.hu-berlin.de

Constantin Stroop                                     E-Mail: c.stroop@philosophie.hu-berlin.de

Benjamin Streim (SHK)                               E-Mail: bstreim@gmail.com

 

Postanschrift:                                                                          
HU Berlin                                                                          
Institut für Philosophie                                        
Unter den Linden 6                                                       

D-10099 Berlin                                                                       

 

Projektbeschreibung

Das Bildungssystem ist in letzter Zeit verstärkt mit dem Auftrag konfrontiert, so genannte „Bildungseliten“ zu befördern. Ausgangspunkt dieses Projektes ist eine philosophische Analyse dieses Begriffs. Dadurch kann genauer bestimmt werden, welcher Gruppe von Personen die Eliteförderung direkt zuteil werden soll und was die Ziele der Eliteförderung sind. Davon ausgehend kann der Frage nachgegangen werden, wie diese Ziele aus gerechtigkeitstheoretischer Perspektive zu bewerten sind. Werden dabei die Interessen derjenigen, die nicht direkt von der Eliteförderung profitieren, genügend berücksichtigt? Steht der gesamtgesellschaftliche Gewinn, den man sich von der Eliteförderung verspricht, bestimmten Gerechtigkeitsforderungen entgegen? Inwiefern sind Maßnahmen der Eliteförderung mit der Forderung nach Chancengleichheit vereinbar? Können die Ziele der Eliteförderung nur durch eine Einlösung dieser Forderung erreicht werden, oder besteht vielmehr ein Konflikt zwischen beidem? Inwiefern hängt eine Beantwortung dieser Fragen davon ab, worauf alle eine Chance haben und inwiefern diese Chancen gleich sein sollten? In dem Forschungsprojekt geht es darum, diese Fragen aus gerechtigkeitstheoretischer Perspektive zu beantworten.

 

Formaler Projektrahmen
DFG-Projekt
Laufzeit: 2011-2014
 
Tagung
Im Rahmen dieses Forschungsprojekts findet am 13. und 14. Juli 2012 eine internationale Konferenz statt:
 
Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Klassische Deutsche Philosophie | Forschung | Grounds, Consequences, and Causation in Kant and Contemporary Philosophy

Grounds, Consequences, and Causation in Kant and Contemporary Philosophy

 

Catharine Diehl

Dissertationsprojekt

 

For Kant, metaphysics is the science of the first grounds of cognition. He often expresses this idea by calling metaphysics the science of the "principles" of cognition. Thus, in contrast to the Quinean understanding of metaphysics as determining what there is, for Kant, metaphysics consists in ascertaining what is fundamental. The task of critique is to explore the possibility of this grounding relation. Recently, Jonathan Schaffer has argued that contemporary metaphysics should renounce the Quinean conception of ontology as providing an inventory of what exists and return to a more traditional understanding of ontology as determining the structure of being. Schaffer's work is part of a revival of interest in the formal and conceptual characteristics of "grounding relations." This new focus on metaphysical dependence relations suggests the renewed relevance of Kant's conception and critique of the science of metaphysics.

My dissertation undertakes a systematic and historical reconstruction of Kant's concept of ground in relation to this contemporary discussion. I first survey the contemporary literature concerning grounding relations to set out some preliminary formal criteria for the grounding relation. I then reconstruct the historical roots of the concept of ground through an examination of this concept in Leibniz and in pre-Kantian German rationalism. In contrast to recent proponents of grounding relations, the rationalists drew a close connection between grounds and causation. As Eric Watkins argues, the debate between the proponents of physical influx and pre-established harmony largely turns on the implications of the concept of ground. I explore this connection and argue for the contemporary relevance of the theory of causal powers. Next, I turn to Kant's theory of real versus logical grounds in his pre-critical writings from the early 1760s. Finally, in the fourth chapter, I consider Kant's account in the Metaphysik Mrongovius of a priori cognition as cognition from grounds. This discussion connects Kant's epistemological aims in the Critique with the metaphysics of the grounding relation.

 

Kontakt: catharine.diehl(at)gmail.com

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Praktische Philosophie/Ethik | Forschung | Hybridtheorien über die Bedeutung normativer Sprache

Hybridtheorien über die Bedeutung normativer Sprache

Guido Ehrhardt

Eine zentrale Frage in der gegenwärtigen Metaethik betrifft die semantische Bedeutung normativer Sprache. In der Philosophie stehen sich spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts in dieser Frage zwei Lager gegenüber: Deskriptivisten verstehen normative Äußerungen als Tatsachenbehauptungen, Expressivisten analysieren normative Äußerungen als Ausdruck von Vorlieben bzw. Abneigungen. Innerhalb der letzten Jahre zeichnete sich jedoch eine Änderung in der Diskussionslandschaft ab. Verschiedene Theorien versuchen, den Gegensatz von Deskriptivismus und Expressivismus aufzubrechen, indem sie Elemente des Deskriptivismus und Elemente des Expressivismus miteinander kombinieren. Durch diesen Zug sollen die attraktiven Aspekte beider Ansätze verbunden und die negativen vermieden werden.
Anliegen dieses Dissertationsprojektes ist es, solche sog. Hybridtheorien auf Vor- und Nachteile zu untersuchen, um ihr philosophisches Potential begründet einschätzen zu können. Konkret soll geprüft werden, welche spezifischen Elemente des Deskriptivismus bzw. des Expressivismus hinsichtlich normativer Diskussion, Motivation, Logik und Wahrheit eine Hybridtheorie kombinieren kann, ohne nicht auch die jeweiligen Schwächen von Deskriptivismus bzw. Expressivismus übernehmen zu müssen. Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer neuen Hybridtheorie, welche die Probleme des Deskriptivismus, des Expressivismus sowie die Probleme bisheriger Hybridtheorien überwinden kann.
 
Die Arbeit an diesem Projekt wird durch ein Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.

 

Kontakt: Guido.Ehrhardt (at) gmx.de

Intuitionen in der Ethik

Anne Burkard

Im Alltag ebenso wie in der Moralphilosophie fällen wir regelmäßig moralische Urteile, die mit einem Wahrheits- oder Korrektheitsanspruch einherzugehen scheinen. Wie aber können derartige Urteile epistemisch gerechtfertigt werden? So genannte intuitionistische Theorien moralischer Rechtfertigen sind Ansätze, die die Auffassung vertreten, dass moralische Intuitionen – in der Regel verstanden als basale oder nicht abgeleitete moralische Urteile – für diese Recht­fertigung eine legitime und unverzichtbare Rolle spielen.

Anliegen des Forschungsprojektes ist es, diese Ansätze in verschiedenen, gegenwärtig prominenten Spiel­arten vorzustellen, sie mit grundlegender Kritik zu konfrontieren und einer systematischen Bewertung zu unterziehen. Obwohl sie der Metaethik zuzurechnen ist, ist eine derartige Auseinandersetzung mit dem moralischen Intuitionismus insbeson­dere auch aus Sicht der normativen Ethik interessant. Denn die Legitimität der dort verbreiteten Praxis, zur Stützung oder Unterminierung einer ethischen Theorie bestimmte moralische Intuitionen anzuführen, hängt von der Akzepta­bilität eben solcher Intuitionsrekurse ab, wie sie von intuitionistischen Theorien verteidigt wird.

Die Projektarbeit hat eine Bewertung des systematischen Potentials des moralischen Intuitionismus zum Ziel, die dessen theoretische Pointe ebenso ernst nimmt wie die diversen Schwierigkeiten, mit denen der Intuitionismus sich konfrontiert sieht. Zu diesem Zweck werden sowohl der kleinste gemeinsame Nenner als auch das weite Spektrum, das intuitionistische Positionen abdecken, dargelegt und diese Positionen mit grundlegenden Herausforderungen konfrontiert. Es wird schließlich dafür argumentiert, dass der moralische Intuitionismus in bestimmten Spielarten in der Lage ist, den Herausforderungen zu begegnen. Zugleich stellt jedoch die bedingte Verteidigung des Intuitionismus, die hier vorgenommen wird, aus­drücklich die Grenzen dieser Auffassung von moralischer Rechtfertigung heraus­.

 

Das Projekt wurde im Dezember 2011 mit der Dissertationsschrift Intuitionen in der Ethik abgeschlossen.

 

Publikationen:

Intuitionen in der Ethik, im Erscheinen, Paderborn: Mentis.

mit P. Brüllmann und Ch. Rapp: „Wirkung: Ethik“, in: Rapp, Christof/Corcilius, Klaus (Hg.). Aristoteles Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, Stuttgart: Metzler, 462-475.

 

Kontakt: Anne.Burkard (at) philosophie.hu-berlin.de

Kant on the Unity and Identity of the Self

 

Steven Tester

 

Dissertationsprojekt

Cotutelle Humboldt-Universität/Northwestern University

Betreuer: Prof. Dr. Rolf-Peter Horstmann (Humboldt-Universität), Prof. Peter Fenves (Northwestern University), Prof. Rachel Zuckert (Northwestern University)

 

My dissertation addresses Kant's views on the self and our knowledge of it, arguing that the identity of both the phenomenal and noumenal self is sometimes indeterminate. First, Kant's strictures on knowledge of mind-independent noumena and his discussions of vagueness show us that the indeterminate identity of the noumenal self is due to semantic rather than ontological indeterminacy: The noumenal or metaphysical 'self' has indeterminate reference but does not refer to an indeterminate or vague entity. Second, Kant's views on the phenomenal self are compatible with a reductive psychological continuity account of personal identity according to which psychological continuity can be achieved directly, as through memories, or indirectly, as through justified beliefs formed on the basis of the testimony of others. Indirect psychological continuity allows that the identity of a person may be open to rational disagreement and so the identity of the phenomenal self may sometimes also be indeterminate. This view distinguishes Kant from his empiricist and rationalist predecessors, who held that identity was always determinate, and makes an interesting contribution to current debates on the indeterminacy of personal identity by showing us that it is both a normative and semantic phenomenon.

 

Kontakt: steventester(at)u.northwestern.edu

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Klassische Deutsche Philosophie | Forschung | Meta-Metaphysik. Zu Sinn und Unsinn ontologischer Dispute (DFG-Forschungsprojekt)

Meta-Metaphysik. Zu Sinn und Unsinn ontologischer Dispute (DFG-Forschungsprojekt)

 

(English version below)

 

Die Auseinandersetzung mit der Frage "Was existiert?" – der zentralen Frage der Ontologie – zählt nicht nur zu den ältesten Aufgabenfeldern der Philosophie, sie hat in der analytischen Philosophie in den letzten Jahrzehnten auch eine beispiellose Renaissance erlebt. Doch kann man darüber, ob Zahlen existieren, oder darüber, ob es neben kleinsten, tischartig angeordneten Teilchen auch noch entsprechende makroskopische Objekte wie Tische gibt, überhaupt sinnvoll diskutieren?

Die Auffassung, dass paradigmatische metaphysische Dispute letztlich sinnlos sind, wurde bereits vor mehr als 60 Jahren von Rudolf Carnap in seinem einflussreichen Aufsatz Empiricism, Semantics, and Ontology vertreten, fand aber aufgrund seiner sprachphilosophisch und methodologisch umstrittenen Voraussetzungen kaum Beachtung unter Metaphysikern. Der von ihm geäußerte Verdacht konnte allerdings nie gänzlich ausgeräumt werden und ist insbesondere in den letzten zehn Jahren in unterschiedlicher Ausgestaltung immer wieder zu hören: Sind ontologische Fragen nicht wenn überhaupt nur trivialerweise zu beantworten und sind also metaphysisch uninteressant? Tragen Philosophen, die sich mit ihnen befassen, nicht einen bloßen Streit um Worte aus? Und gibt es überhaupt objektiv wahre und objektiv falsche Antworten auf sie?

In diesem Projekt soll die Frage nach Sinn und Unsinn ontologischer Dispute neu aufgeworfen und auf der Höhe der gegenwärtigen Sprachphilosophie und philosophischen Methodologie theoretisch aufgearbeitet werden. Das erste Teilprojekt folgt der Intuition, dass die Antworten auf ontologische Fragen auf der Hand liegen und daher trivial sind. Das zweite Teilprojekt widmet sich der Frage, ob es auf solcherlei Fragen überhaupt objektiv wahre oder objektiv falsche Antworten gibt. Ein drittes Teilprojekt ist geplant, sein Thema steht im Moment aber noch nicht genau fest.

 

Teilprojekt 1: Triviale Existenzbeweise (Bearbeiter: Tobias Rosefeldt)

Teilprojekt 2 (Promotionsstelle): Ontologischer Antirealismus (Bearbeiterin: Julia Zakkou)

Teilprojekt 3 (Promotionsstelle): Thema und Bearbeiter/in noch offen


 

Metametaphysics. On Sense and Non-sense of Ontological Disputes (DFG research project)

 

"What exists?" ― the core question of ontology ― is not only one of the oldest questions of philosophy. It also enjoyed great popularity in the last decades of analytic philosophy. But do disputes on whether there are numbers or whether there are macroscopic objects like tables make any sense at all?
The view that paradigmatic metaphysical disputes in the end don't make any sense was defended by Rudolf Carnap more than 60 years ago in his seminal paper Empiricism, Semantics, and Ontology, but went unheeded among metaphysicians because of its controversial philosophical and methodological presuppositions. Carnap's suspicion, though, was never entirely removed and can be heard in different variants more and more frequently in the last ten years: Aren't there, at most, merely trivial answers to ontological questions and aren't those questions therefore of no interest? Aren't philosophers discussing ontological questions just talking past each other? And are there objectively true and objectively false answer to ontological questions at all? In this project the question of sense and non-sense of ontological disputes is raised anew and examined against the background of current works in philosophy of language and philosophical methodology. The first sub-project explores the intuition that the answers to ontological questions are perfectly obvious and therefore trivial. The second sub-project examines whether there are objectively true or objectively false answers such questions. A third sub-project, the topic of which isn't entirely fixed yet, is planned.

 

Sub-project 1: Trivial existence proofs (undertaken by Tobias Rosefeldt)

Sub-project 2 (PhD position): Ontological Antirealism (undertaken by Julia Zakkou)

Sub-project 3 (PhD position): Topic and job holder: TBA

Moralische Fehler

Thomas Schmidt

Rückt man die Tatsache, dass wir alle manchmal moralische Fehler machen, in den Vordergrund der Beschreibung des Moralischen, so eröffnet sich ein reichhaltiges Feld an moralischen Phänomenen. Dieses Forschungsprojekt geht Fragen nach, zu denen solche Phänomene Anlass geben und die mit ethischen Grundlagenproblemen ebenso zusammenhängen wie mit Fragen normativer Ethik: Was sind moralische Fehler, und wie sind sie möglich? Unter welchen Bedingungen ist es angemessen, Personen für ihr Tun moralisch verantwortlich zu machen? Wovon hängt die Schwere eines moralischen Fehlers und damit die moralischer Schuld ab? Was tut einer, der um Entschuldigung bittet? Was ist Verzeihen? (Wie) ändern sich unsere moralischen Pflichten, ihrem Inhalt und/oder ihrer Stärke nach, im Lichte eigener moralischer Fehler sowie angesichts moralischer Fehler anderer? etc.
Einige der Fragestellungen dieses Projekts werden auch im Rahmen der Beteiligung des Lehrstuhls für Praktische Philosophie/Ethik an der Berlin School of Mind and Brain bearbeitet.

 

Vorträge (Auswahl)

„Moralische Fehler und die Praxis des Entschuldigens“, Humboldt-Universität zu Berlin (Juni 2005), Universität Hannover (Januar 2007)

„Was tun, wenn andere Fehler machen? Moralisches Handeln in einer moralisch unvollkommenen Welt“, Studientagung Angewandte Ethik, Brixen/Bressanone (September 2005)

„Wie sind moralische Fehler möglich? Zu den Bedingungen moralischer Verantwortlichkeit“, Kongress der DGPPN, Berlin (November 2006), Universität Göttingen (Dezember 2006)

„Was heißt es, zu verzeihen? Über den Umgang mit moralischen Fehlern“, Studientagung Angewandte Ethik, Kartause Ittingen (CH) (September 2007), Rosa-Luxemburg-Oberschule, Berlin-Pankow (April 2008) [ PDF].

 

Veranstaltung
12.06.08 Reason and Responsibility, Autorenkolloquium mit R. Jay Wallace (UC Berkeley) [ PDF]
Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Praktische Philosophie/Ethik | Forschung | Moralische Verantwortung und normative Fähigkeiten

Moralische Verantwortung und normative Fähigkeiten

Malte Engel

Die Frage, was Menschen zu Akteuren macht, die für ihr Handeln moralisch verantwortlich sind, stößt seit Jahren sowohl in der akademischen Philosophie als auch in einer breiten Öffentlichkeit auf großes Interesse. In dieser Untersuchung wird ein Zugang zu dem Thema vorgeschlagen, der von dem Gedanken ausgeht, daß moralische Verantwortung an den Besitz bestimmter kognitiver Fähigkeiten gebunden ist, insbesondere an die Fähigkeit, moralische Gründe zu erkennen und im Lichte dieser Gründe zu handeln. Dieser Ansatz spricht zum einen dafür, daß sich Untersuchungen zu moralischer Verantwortung nicht an dem Begriff der Willensfreiheit orientieren sollten. Zum anderen legt er nahe, daß sich die philosophische Debatte zwischen Kompatibilisten und Inkompatibilisten möglicherweise auf eine Uneinigkeit darüber zurückführen lässt, ob der Besitz von Fähigkeiten mit Determinismus vereinbar ist. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Frage nach der Relevanz neurowissenschaftlicher Forschung gewidmet. Dabei wird vor allem der Annahme entgegengewirkt, neurowissenschaftliche Forschung gehe mit einem deterministischen Weltbild einher. Ihre Relevanz sollte vielmehr positiv darin gesehen werden, daß sie die neuronalen Grundlagen der einschlägigen Fähigkeiten erforscht.

Dieses Dissertationsprojekt wurde im Rahmen der Berlin School of Mind and Brain bearbeitet, deren Stipendiat Malte Engel in den Jahren 2007 bis 2010 war, und an deren Lehr- und Forschungsprogramm der Lehrstuhl für Praktische Philosophie/Ethik beteiligt ist. Zweitbetreuer der Dissertation war der Forensiker Hans-Ludwig Kröber. Die Arbeit erscheint im Sommer 2011 beim Verlag Königshausen und Neumann in Würzburg.

 

Kontakt: malte.engel (at) web.de