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Humboldt-Universität zu Berlin - Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften und Naturphilosophie

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2015

 

Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften und Naturphilosophie

 
VorlesungProseminare | Hauptseminare |  Kolloquium

 

Vorlesung

Prof. Dr. Olaf Müller

VL  51 005  Goethes Farbenlehre

Termin: Mo 18-20. Ort: DOR 26, 208. Beginn: 14.04.2015.

Kommentar: An der tausendseitigen Farbenlehre aus dem Jahr 1810 hat Goethe länger und intensiver gearbeitet als an irgendeinem anderen seiner Werke. Sie bietet (neben viel Erbaulichem) eine scharfe und scharfsinnige Attacke auf die optische Theorie des Lichts und der Farben, die Newton hundert Jahre vorher ausgearbeitet hatte und die in ihren Grundzügen bis heute als korrekt gilt. Goethes Widerspruch gegen Newton ist besser als ihr Ruf. Der Dichter aus Weimar war kein Phantast, sondern ein gewiefter Experimentator mit grandioser mathematischer Intuition. Ihm gelangen präzis reproduzierbare, überraschende Experimente, und diese Experimente sind geeignet, Newtons Beweise der herkömmlichen Theorie nachhaltig zu erschüttern. Wie Goethe zeigen kann, gibt es mindestens eine Theorie, die genauso gut mit allen optischen Experimenten klarkommt wie Newtons. Ich werde Newtons und Goethes beste Experimente im Detail analysieren, die Wissenschaftsphilosophie beider Autoren miteinander vergleichen und mit einer Reihe von Vorurteilen gegen Goethe aufräumen.

Literatur: Goethe, Farbenlehre (didaktischer und polemischer Teil, diverse Auflagen, auch im Netz) sowie O.M., Mehr Licht (Fischer Verlag, 2015).

 

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Proseminare

Prof. Dr. Olaf Müller

PS 51 030 Das Netz und die digitale Revolution / The Internet and the Digital Revolution

Termin: Mo 10-12. Ort: DOR 24, 1.406. Beginn: 13.04.2015. 

Kommentar: Alle zwei Jahre verdoppeln sich die Leistungen unserer Rechner, Datenspeicher, Hard- und Software. Durch diese digitale Revolution, die sich mit exponentiellem Wachstum ausbreitet und damit weit wirkmächtiger werden dürfte als die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert, wird sich unser Leben in allen Bereichen ändern: Internetgiganten wie Google werden mächtiger als Staaten; die Belange des Datenschutzes sind kaum noch durchsetzbar und erfordern völlig neue Denkansätze; die Grenzen zwischen Privat und Öffentlich verschwimmen; geistige Arbeit könnte bald vollautomatisiert stattfinden; ganze Wirtschaftszweige werden auf einen Schlag obsolet; neue Formen des Wirtschaftens entstehen (z.B. die sharing economy, wie sie exemplarisch von AirBnB vorexerziert wird). Wir werden anhand allerneuester Texte und anhand von Selbstversuchen einen unaufgeregten Blick auf diese dramatische Entwicklung werfen und darüber diskutieren, welche gesetzlichen und ethischen Normen im Umgang mit der digitalen Revolution angemessen wären.

 

Prof. Dr. Olaf Müller

PS 51 031 Konservativität bei der Theorienwahl / Conservativity in Theory of Choice

Termin: Mo 12-14. Ort: DOR 24, 1.406. Beginn: 13.04.2015. 

Kommentar: Welche Kriterien sollte eine neue naturwissenschaftliche Theorie erfüllen? Zuallererst sollte sie zu den Beobachtungen, Experimenten und Daten mindestens so gut passen wie ihre Vorgängerin. – Aber es gibt weitere Kriterien, die von Empirie unabhängig sind. Wie die Wissenschaftsgeschichte lehrt, kommt es zusätzlich nicht nur auf Einfachheit und Sparsamkeit an, sondern sogar darauf, dass die neue Theorie möglichst wenig von der alten Theorie abweicht; die neue Theorie sollte also möglichst konservativ sein. Was genau heißt das? Warum ist es vernünftig? Ist es überhaupt vernünftig? Das sind einige der Fragen, die ich anhand neuerer wissenschaftsphilosophischer Texte und anhand von Beispielen aus der Physikgeschichte diskutieren möchte.

 

Emanuel Viebahn

PS 51 038  Kunstontologie / The ontology of art

Termin: Fr 10-12. Ort: UL 6, 1070. Beginn: 08.05.2015.

Kommentar: In der Kunstontologie geht es um die Frage, was für Gegenstände Kunstwerke sind. Sind sie physische Gegenstände, die aus Farbe und Leinwand, aus Papier und Tinte oder aus Schallwellen bestehen? Sind sie abstrakte Typen, von denen es mehrere konkrete Tokens geben kann? Oder sind sie Vorstellungen, die beim Betrachten, Lesen oder Hören entstehen? Im Seminar werden wir die wichtigsten Theorien der Kunstontologie kennenlernen. Wir werden untersuchen, ob diese das Wesen von Kunstwerken überzeugend einfangen können, und wie sie in allgemeine Theorien der Ontologie hineinpassen. Der Fokus wird dabei auf Gemälden, Skulpturen, Musikwerken und Büchern liegen, aber gelegentlich werden wir uns auch Kunstwerken anderer Art zuwenden. Als Basis werden meist englischsprachige Texte jüngeren Datums dienen. Vorkenntnisse in der Ästhetik oder der Ontologie sind nicht erforderlich.

Achtung: Das Seminar beginnt erst am 8.5.2015. Dafür findet voraussichtlich am 27.6.2015 eine vierstündige Blocksitzung statt.

 

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Hauptseminare

Emanuel Viebahn

HS 51 077  Neueste Arbeiten aus der theoretischen Philosophie / Recent work in theoretical philosophy

Termin: Fr 16-18. Ort: DOR 24, 1.406. Beginn: 08.05.2015. 

Kommentar: Das Seminar richtet sich an Studierende im Masterstudium und Promovierende, die einen Schwerpunkt in der Metaphysik, Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie oder Wissenschaftsphilosophie haben. Wir werden jede Woche einen englischsprachigen Artikel aus einer aktuellen Debatte in den genannten Bereichen diskutieren. Die Teilnahme am Seminar erfordert Vorkenntnisse in der zeitgenössischen theoretischen Philosophie.

Achtung: Das Seminar beginnt erst am 8.5.2015. Dafür gibt es zwei Zusatztermine während des Semesters, die jeweils Mittwoch 16–18 Uhr stattfinden.

 

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Kolloquium

Prof. Dr. Olaf Müller

CO 51 085:  Philosophisches Kolloquium / Philosophical Colloquium

Termin: Di 19-22. Ort: UL 6, 3103 Beginn: 14.04.2015.

Kommentar: Das Kolloquium bietet seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, in einem vierstündigen Abendmarathon eigene aktuelle Arbeiten (die im weiteren Sinn mit Wissenschaftsphilosophie zusammenhängen) gründlich zu verteidigen.

Anmerkung: Die Teilnahme ist nur nach Rücksprache vor Semesterbeginn oder auf persönliche Einladung hin möglich.

 

 

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