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Humboldt-Universität zu Berlin - Klassische Deutsche Philosophie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Klassische Deutsche Philosophie | Forschung | Das unbewusste Ich - Eine Möglichkeit des Unbewussten in Kants Erkenntnistheorie

Das unbewusste Ich - Eine Möglichkeit des Unbewussten in Kants Erkenntnistheorie

 

Haruki Inoue

Dissertationsprojekt

 

In meiner Dissertation werde ich Kants Erkenntnistheorie in Hinsicht auf das Unbewusste als die Gesamtheit dunkler Vorstellungen betrachten und dabei aufzeigen, welche Rolle sie bei der Entstehung von Erkenntnis spielt.

In der bisherigen Kantforschung war es ein Hauptthema, Kants Erkenntnistheorie in der Kritik der reinen Vernunft (im folgenden KrV) in Hinsicht auf die objektive Gültigkeit von Erkenntnis zu erklären. Kants Anliegen in der KrV ist es, die Möglichkeit unserer Erfahrung zu analysieren. Jedoch müsste man zuerst fragen: Warum musste er überhaupt der Möglichkeit der Erfahrung (also der klaren objektiven Erkenntnis) nachgehen? Mit anderen Worten wusste Kant schon, dass unsere Erkenntnis doch enthält, was weder klar noch objektiv ist. In anderen Werken sagt er auch deutlich, im Menschen sei das Feld dunkler Vorstellungen unermesslich. Daher ist die klare Erkenntnis, die die objektive Gültigkeit hat, nur eine Seite der Erkenntnistheorie von Kant. Wenn man seine Philosophie richtig verstehen will, ist es unentbehrlich, den Zusammenhang zwischen dem klaren und dunklen Feld plausibel aufzuzeigen.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, behandle ich nicht nur die KrV, sondern auch die Stellen, in denen Kant den Vorgang der Erkenntnis hauptsächlich betrachtet: Kants Werke zwischen Vorkritik und Kritik. Am dringlichsten zu beachten sind in jenen Schriften folgende Probleme: 1) Die Einführung des Unterschieds zwischen dem logischen Grund und dem Realgrund im „Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen” (1763), 2) die Zweiweltenlehre in „Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik” (1766), sowie 3) die Trennung von dem Verstand und der Sinnlichkeit, in der zum Antritt der Professur geschriebenen Dissertation (1770). Hiermit kann die folgende Sachlage von Grund auf verstanden werden, d.h. a) die Notwendigkeit und die Rolle der Elemente in Kants transzendentaler Erkenntnistheorie in KrV, b) Kants Antwort auf das Problem des Zusammenhangs zwischen dunklen Vorstellungen und klarer Erkenntnis, das ein Hauptproblem für die Leibniz-Wolff- Schule war.

Aus oben skizzierten Gründen werde ich die Rolle des dunklen Feldes im Menschen, Kants Lehre gemäss, erklären.

 

Kontakt: inoharu4(a)gmail.com