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Humboldt-Universität zu Berlin - DGPhil Kongress

Arbeitgemeinschaften und Verbände

DGPHIL-Arbeitsgemeinschaften

 

Die Deutsche Gesellschaft für Philosophie (DGPhil) vereint eine Reihe von Arbeitsgemeinschaften unter ihrem Dach. Die Arbeitsgemeinschaften widmen sich speziellen Themen und Teilbereichen der Philosophie und werden von interessierten Vertreterinnen und Vertretern des Fachs organisiert. Zurzeit sind innerhalb der DGPhil folgende Arbeitsgemeinschaften aktiv:

 

AG Asiatische Philosophie


AG Didaktik der Philosophie und Ethik


AG Philosophische Editionen


AG Politische Philosophie und Theorie


AG Rechtsphilosophie


AG Wirtschaftsphilosophie und Ethik


 

Weitere Arbeitsgemeinschaften

 

Einige Arbeitsgemeinschaften veranstalten eigene Treffen auf dem DGPhil-Kongress, auf die ggf. hingewiesen wird.

 

AG Vernetzungstreffen "Unbezahlte Lehre"


Vernetzungstreffen »Frauen in die Philosophie!« Wie geht es weiter?


IAPh Internationale Assoziation von Philosophinnen


SWIP Society for Women in Philosophy


 

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AG Asiatische Philosophie

 

Die Arbeitsgemeinschaft Asiatische Philosophie wurde 2005 beim XX. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Philosophie zu dem Zweck begründet, philosophische Ansätze asiatischer Traditionen in gemeinschaftlicher Diskussion zu erarbeiten. Methodisch bildet eine philosophisch orientierte und philologisch abgesicherte Interpretation von Texten den Ausgangspunkt. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft verbinden dazu ihre philosophischen Interessen mit entsprechenden asienkundlichen Philologien (Indologie, Japanologie, Sinologie, Tibetologie). Thematische Schwerpunkte der Arbeitstreffen und Konferenzen waren unter anderem die Zusammenhänge zwischen asiatischen Sprachen und philosophischer Artikulation, Praktiken der Selbstkultivierung, religiöse Traditionen und philosophische Reflexion oder die global verflochtene Philosophiegeschichtsschreibung.

 

Projekte, die für die kommende Zeit geplant sind, umfassen zwei Themenschwerpunkte. Unter der Perspektive einer Ethik als Übungsweg und der Praxis der Selbstkultivierung sollen griechische, indische und ostasiatische Ansätze miteinander ins Gespräch gebracht werden. Ein Merkmal ethischer Übungspraxis kann darin gesehen werden, über Handlungen nicht abstrakt und zeitlos, sondern vor der Handlung, während ihrer Ausführung sowie nach der Handlung zu reflektieren.

 

Zum Zweiten sollen, Hans Blumenbergs begriffsgeschichtliche Metaphernanalysen aufgreifend, kognitive Metaphoriken asiatisch-philosophischer Traditionen diskutiert werden, um zu eruieren, welche Leitmetaphoriken in diesen Traditionen im Hintergrund der philosophischen Theoriebildung wirken (zum Beispiel Licht als Metaphorik von Wahrheit, Metaphern von Werkzeugen und Artefakten in der Epistemologie oder Metaphoriken der jeweiligen natürlichen Mitwelt in der Anthropologie usw.).

 

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft werden in zwei Sektionen vertreten sein – der Sektion »Interkulturelle Philosophie« sowie der Sektion »Nicht-westliche Philosophie«. Interessierte können sich im Anschluss an die Sektion bei den Panelleitern, Rolf Elberfeld und Jens Schlieter, melden, oder per E-Mail Kontakt aufnehmen.

 

Kontakt

 

Rolf Elberfeld (Hildesheim)

elberfeld@uni-hildesheim.de

 

Jens Schlieter (Bern, CH)

jens.schlieter@relwi.unibe.ch

 

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AG Didaktik der Philosophie und Ethik

 

Die Arbeitsgemeinschaft Didaktik der Philosophie und Ethik wurde am 23. und 24. April 1999 an der Technischen Universität Dresden gegründet. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind Lehrende, die Fachdidaktik in diesen Fächern professionell betreiben, das heißt an den Hochschulen, Universitäten und Lehrerbildungsstätten Didaktik lehren und entsprechende Bücher, Zeitschriftenartikel oder Unterrichtswerke veröffentlichen. Der derzeitige Vorstand besteht aus Markus Tiedemann (Technische Universität Dresden), Bettina Bussmann (Universität Salzburg) und Volker Steenblock (Ruhr-Universität Bochum).

 

Die Arbeitsgemeinschaft führt unterschiedliche Forschungsansätze der Fachdidaktik zusammen, zu denen theoretisch-konzeptionelle Diskurse ebenso gehören, wie methodisch-praktische Schulungen und empirische Evaluationsforschung. Forschungsgegenstände sind unter anderem die Identität, Legitimität, Kompatibilität und Effektivität philosophischer Bildung. Alle zwei Jahre findet die Tagung der Arbeitsgemeinschaft statt – 2013 zugleich als internationaler Kongress. Jedes Jahr erscheint das Jahrbuch für Didaktik der Philosophie und Ethik. In diesem werden die Tagungsbeiträge sowie weitere Forschungsaktivitäten veröffentlicht.

 

Eine weitere Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft besteht in der bildungspolitischen Vertretung der Fächer Philosophie und Ethik. Hierzu gehören die Kooperation mit den Fachverbänden Philosophie und Ethik und die Professionalisierung der Lehrerausbildung an den Universitäten. Unter Federführung des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Philosophie wurde hierzu 2014 die Münsteraner Erklärung verabschiedet. In dieser werden Standards formuliert, die an Ausbildungsinstitute und Inhaber von Professuren für Fachdidaktik angelegt werden sollten. 2016 folgte der Dresdner Konsens als gemeinsame Erklärung mit den Fachverbänden Philosophie und Ethik. In diesem wird eine Selbstverpflichtung zur Gestaltung des Ethik- und Philosophieunterrichts formuliert.

 

Die Arbeitsgemeinschaft informiert über Aktivitäten, Veröffentlichungen und Mitglieder auf ihrer Homepage:

www.didaktikphilosophie.sbg.ac.at

 

Kontakt

 

Markus Tiedemann (TU Dresden)

markus.tiedemann@tu-dresden.de

 

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AG Philosophische Editionen

 

Die Arbeitsgemeinschaft philosophische Editionen (AGphE) ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftler/innen in der philosophischen Forschung, die sich mit der Editionspraxis und mit editionswissenschaftlichen Fragen beschäftigen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1973 hat sich die AGphE auch als Forum verstanden, auf dem Fragen der Forschungsmethoden in der Editionspraxis, der Nutzung sich entwickelnder technischer Möglichkeiten wie auch der Förderung und Institutionalisierung von Editionsprojekten diskutiert werden. Die Aufgaben der AGphE sind dementsprechend vielfältig. Zu ihren operativen Zielen gehört, das Gespräch mit anderen Disziplinen (beispielsweise den Philologien, den historischen Fachdisziplinen) zu intensivieren und den Kontakt mit der Editions- und Dokumentwissenschaft auszubauen. Hierzu zählt auch, durch das konzeptionelle Mitwirken in editionswissenschaftlichen Studiengängen, durch den Aufbau attraktiver Förderungsmaßnahmen (Einzelprojekte und Verbundprojekte wie beispielsweise Graduiertenkollegs und Forschergruppen) den wissenschaftlichen Nachwuchs mit der Editionspraxis und ihrer theoretischen Reflexion vertraut zu machen. Die AGphE will weiterhin der Ort sein, an dem Mitarbeiter/innen der großen, auf langfristige Förderung angelegten, Editionsvorhaben (Akademieprojekte) mit den Initiatoren von vielfältigen Einzelprojekten ins Gespräch kommen. Dadurch wird sie zu einem übergreifenden Kompetenzzentrum philosophischer Editionen von der Antike bis zur Gegenwart. Wir wollen auch über die verschiedenen Editionsformate – von der historisch-kritischen Ausgabe bis zur Leseausgabe »klassischer« Texte – und ihre unterschiedlichen Rahmenbedingungen nachdenken und hierfür das Gespräch mit Wissenschaftler/innen und Buchverlagen sowie mit Editor/innen und Leser/innen suchen. Wir laden weitere Interessierte ausdrücklich zur Mitwirkung ein! Die AGphE ist – nicht zuletzt über Ihren E-Mail-Verteiler – sowohl Ansprechpartner für methodische Fragen der Editionspraxis als auch Austauschplattform der beteiligten Editoren.

 

Kontakt

 

Gerald Hartung (Wuppertal)

hartung@uni-wuppertal.de

 

Jörn Bohr (Wuppertal)

jbohr@uni-wuppertal.de

 

 

Dienstag, 26.09.2017  |  09:00 – 11:30  |  UL6, R 2093

 

Editionspraxis und Kanonbildung in der Philosophie

 

L  Gerald Hartung (Wuppertal)

 

09:00 – 09:30

Wilhelm Schmidt-Biggemann (FU Berlin)

Gibt es einen philosophischen Kanon der Frühen Neuzeit?

 

09:30 – 10:00

Holden Kelm (BBAW Berlin)

Über die Auswirkungen der digitalen Edition auf Kanonbildung und Editionspraxis am Beispiel der Ausgaben von Friedrich Schleiermachers Ästhetik

 

10:00 – 10:30

Patrick Flack (Prag, CZ), Matthias Schloßberger (Berlin)

Editionspraxis und Kanonbildung in der klassischen Phänomenologie

 

10:30 – 11:00

Eva-Maria Engelen (BBAW Berlin/Konstanz)

Philosophische Kanonbildung im Spannungsverhältnis zwischen Orientierungsfunktion und Machtausübung

 

11:00 – 11:30

Herbert Kopp-Oberstebrink (ZfL Berlin)

Philosophischer Kommentar und Kanonbildung

 

 

Dienstag, 26.09.2017  |  11:30 – 13:00  |  UL6, R 2093

 

Mitgliederversammlung AG philosophische Editionen

 

L  Gerald Hartung (Wuppertal)

 

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AG Politische Philosophie und Theorie

 

2014 schlug Julian Nida-Rümelin dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Philosophie die Einrichtung der Arbeitsgemeinschaft (AG) »Politische Philosophie und Theorie« vor. Dieser Vorschlag hatte zwei Motive: Zum einen wird die DGPhil damit dem Trend im philosophischen Fach gerecht, politischen Themen mehr Aufmerksamkeit zu widmen, zum anderen positioniert sie sich damit gegen das Ausdünnen der politischen Philosophie in den Nachbardisziplinen, speziell in den politikwissenschaftlichen Instituten in Deutschland. Denn die Politikwissenschaft in Deutschland ist auf dem Weg, zu einer Social Science zu werden, und entledigt sich gegenwärtig ihrer ideengeschichtlichen Aspekte und ihrer normativen Dimension. Umso mehr stellt sich die Frage, welche Rolle die Philosophie als Universitätsfach und als Forschungsgebiet hier übernehmen kann und soll. Dabei wurden in den vergangenen Jahren nicht nur die praktische Philosophie generell, sondern auch die politische Philosophie und die Sozialphilosophie aufgewertet. Wünschenswert bleibt, dass dieses philosophische Interesse interdisziplinär angebunden ist, das heißt, dass die Brücken zwischen den Sozialwissenschaften und speziell der Politikwissenschaft und auch der Jurisprudenz zur Philosophie eher verstärkt als vermindert werden.

 

An dieser Stelle setzt die Arbeitsgemeinschaft an: In ihrem Rahmen sollen Impulse für Forschung und Lehre gegeben werden, sie dient dem Gedankenaustausch zu Themen und Projekten der politischen Philosophie und Theorie, sie ist interdisziplinär offen. Als Mitglieder sind alle willkommen, die im Bereich der politischen Philosophie und Theorie forschen und lehren, unabhängig davon, welchem Fach oder welcher Fakultät sie zugeordnet sind. Da es sich um eine AG der Deutschen Gesellschaft für Philosophie handelt, ist allerdings die Mitgliedschaft in der DGPhil erwünscht.

 

Bisher fanden 2014 ein Auftakttreffen auf dem XXIII. Deutschen Kongress für Philosophie in Münster sowie 2015 eine Arbeitstagung in München und 2017 eine in Berlin statt. Seit Februar 2017 liegt die Leitung der AG bei Stefan Gosepath von der Freien Universität Berlin. Weitere Informationen zur AG »Politische Philosophie und Theorie« finden Sie demnächst auf den Seiten der DGPhil.

 

Kontakt

 

Julian Nida-Rümelin (LMU München)

Julian.Nida-Ruemelin@lrz.uni-muenchen.de

 

Stefan Gosepath (FU Berlin)

stefan.gosepath@fu-berlin.de

 

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AG Rechtsphilosophie

 

Die Arbeitsgemeinschaft Rechtsphilosophie ist eine Untergliederung der Deutschen Gesellschaft für Philosophie. Sie wird von der DGPhil und der Deutschen Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie e.V. getragen. Organisatorisch ist sie mit dem Institut für Rechtsphilosophische Forschung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der »Enzyklopädie zur Rechtsphilosophie« (EzR, www.enzyklopaedie-rechtsphilosophie.net) verbunden.

 

Philosophie und Theorie des Rechts gehören seit dem 17. Jahrhundert zu den fruchtbarsten Traditionen der deutschen Geisteswissenschaften. Sie wurden seit jeher sowohl von philosophischer wie von rechtswissenschaftlicher Seite aus betrieben. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die disziplinären Zugriffe auf den gemeinsamen Gegenstand jedoch zunehmend voneinander entfernt. Zugleich sind in vielen Gegenstandsbereichen der angewandten Philosophie Verrechtlichungsprozesse zu beobachten, deren Analyse eine Kooperation mit einer anwendungsorientierten Rechtsphilosophie und -theorie verlangt.

 

Die Arbeitsgemeinschaft hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die rechtsphilosophische Forschung an den juristischen Fakultäten und die Philosophie des Rechts als Teil der philosophischen Forschung systematisch wieder zusammenzubringen. Sie dient damit zugleich der Institutionalisierung einer Kooperation von Rechtswissenschaftler/innen und Philosoph/innen im deutschsprachigen Raum und baut hierbei auf Erfahrungen auf, die in der interdisziplinären DFG-Kolleg-Forschergruppe »Theoretische Grundfragen der Normenbegründung in Medizinethik und Biopolitik« gesammelt wurden.

 

Kontakt

 

Thomas Gutmann (Münster)

t.gutmann@uni-muenster.de

 

Michael Quante (Münster)

michael.quante@uni-muenster.de

 

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AG Wirtschaftsphilosophie und Ethik

 

Die Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaftsphilosophie und Ethik ist ein Forum für die wissenschaftliche und aktuelle Forschung und Diskussion der Wirtschaftsphilosophie und Wirtschaftsethik der DGPhil. Sie dient der Analyse und Diskussion für alle Probleme der Wirtschaftsphilosophie sowie Wirtschafts- und Unternehmensethik. Sie unterstützt die Rolle der systematischen Philosophie und philosophischen Ethik in der Grundlegung der Wirtschafts- und Unternehmensphilosophie und ihrer Vermittlung in die wirtschaftliche Praxis.

 

Aber was ist Wirtschaftsphilosophie? Die Wirtschaftsphilosophie kann als eine Kombination aus Ethik, Führungslehre und Philosophie definiert werden. Die Aufgabe der Wirtschaftsphilosophie umfasst die Verantwortung, Ethik und Legitimität der Unternehmen. Wirtschaftsphilosophie kann also als die politische Philosophie der Unternehmen aufgefasst werden. Wirtschaftliche Handlungen implizieren nicht nur eine instrumentelle Legitimität, sondern auch eine demokratische. Angewandte Wirtschaftsphilosophie sucht eine funktionelle Legitimität mit Blick auf Bereiche, die außerhalb wirtschaftlichen Handelns liegen (Demokratie und Politik). Mit dieser Wende behandelt Wirtschaftsphilosophie auch Themen der politischen Theorie der Organisation und Führung von Unternehmen.

 

Was bedeutet nun eine ethische Wirtschaftsphilosophie? Sie befasst sich mit ethischen Werten und moralischem Management von Unternehmen, mit den Bedingungen für eine integre Führung, mit der Bedeutung individueller Urteilskraft sowie der Fähigkeit der Führungskräfte, moralische Dilemmata ethisch zu beurteilen, mit Komplexität und Balance in der Führung sowie mit der Relevanz von Nachhaltigkeit für unternehmerische Entscheidungen.

 

Publikationen der AG Wirtschaftsphilosophie und Ethik:

www.dgphil.de/verbaende-und-ags/arbeitsgemeinschaften/ag-fuer-wirtschaftsethik-und-philosophie/

 

Kontakt

 

Jacob Dahl Rendtorff (Roskilde, DK)

jacrendt@ruc.dk

 

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Vernetzungstreffen »Unbezahlte Lehre«

 

Mittwoch, 27.09.2017  |  09:00 – 11:30  |  UL6, R 2093

 

Die finanzielle und institutionelle Situation der Privatdozent/innen und der außerplanmäßigen Professor/innen, aber auch vieler Lehrbeauftragter im Fach Philosophie ist skandalös. Sie zwingt die Betroffenen, obwohl ihre Kompetenzen und ihre Arbeitskraft von den Universitäten in Anspruch genommen werden, oft in prekäre Lebensverhältnisse und versagt ihnen die angemessene Anerkennung. In der Regel sind sich alle, die davon erfahren – Studierende, die sogenannten Etablierten und auch die gesellschaftliche Öffentlichkeit – darüber einig, dass die gegenwärtige Lage eine nicht hinnehmbare Ungerechtigkeit darstellt. Bedauerlicherweise hat sich diese Einsicht bislang nicht auch in entsprechenden Taten oder wenigstens in konstruktiven Vorschlägen ausgedrückt. Das ist der Anlass zu diesem Treffen, in dem eine im vergangenen Jahr bereits begonnene Initiative fortgesetzt werden soll.

 

Statt das Schicksal derer zu beklagen, die es »nicht geschafft haben«, eine der wenigen festen Stellen zu erringen, könnte man auch fragen, ob es sich die Gesellschaft und die Universitäten eigentlich erlauben können, auf das Potenzial an wissenschaftlicher Expertise und Erfahrung der Privatdozent/innen und außerplanmäßigen Professor/innen zu verzichten und es nicht in die philosophische Forschung und Lehre zu integrieren. Wir wollen im Rahmen dieses Treffens versuchen, Möglichkeiten auszuloten, die rechtlich und institutionell durchsetzbar sind: Ist es sinnvoll, die Titellehre abzuschaffen, bei gleichzeitiger Beibehaltung des Rechts eines/einer jeden Habilitierten zur Lehre? Wäre es zielführend, eine Bezahlung in einer bestimmten Höhe für die Titellehre zu fordern, oder könnte das zum Nachteil der Betroffenen sein?

 

Darüber hinaus sind die Wahl eines Vertreters/einer Vertreterin bzw. Ansprechpartners/Ansprechpartnerin für alle unbezahlt Lehrenden und die Abstimmung des weiteren Vorgehens zur Verbesserung des Status geplant.

 

Zu dieser Veranstaltung sind alle – nicht nur die Betroffenen – herzlich eingeladen!

 

Kontakt

 

Andrea Esser (Jena)

Andrea.Esser@uni-jena.de

 

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Vernetzungstreffen »Frauen in die Philosophie!« Wie geht es weiter?

 

Montag, 25.09.2017  |  11:15 – 12:30  |  UL6, R 1072

 

DGPhil, IAPH und SWIP laden alle Philosophinnen zum gemeinsamen Treffen mit kleinem Empfang ein.

 

Seit einiger Zeit wird in der Öffentlichkeit und an den Universitäten über die Situation des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses in der akademischen Philosophie diskutiert. Oft stehen dabei die Diagnose und die Ursachen für die immer noch geringe Präsenz von Frauen in höheren Positionen der Wissenschaft im Fokus. Ebenso wichtig sind aber pragmatische Überlegungen, wie man problematische Strukturen konkret umgestalten und verbessern könnte.

 

Das Vernetzungstreffen will sich daher diesmal vor allem von der Frage leiten lassen: Wie können wir Institutionen, bestehende Üblichkeiten und Selbstverständnisse in der akademischen Philosophie verändern, damit sie für uns und für alle, die philosophieren wollen, attraktiv sind und Entfaltungsmöglichkeiten bieten?

 

Die gemeinsame Sitzung möchten wir dazu nutzen, um uns über die Wirksamkeit der seit dem letzten Treffen vollzogenen Schritte und die Effekte der laufenden Initiativen zu verständigen. Welche konkreten Maßnahmen haben sich als tatsächlich geeignet erwiesen, um hinderliche Strukturen, Verhaltensmuster, Kommunikationsformen und unterschwellig wirkende Diskriminierungen in der institutionellen Philosophie zu verändern? Wie lassen sich die Vernetzung und die Zusammenarbeit zwischen Philosophinnen aller Statusgruppen koordinieren und weiter verbessern? Welche Initiativen können integrativ und produktiv wirken und welche führen eher in die Abschottung und zur Isolation? Wie könnten wir die Arbeits- und Lebenssituation aller, die in der Philosophie arbeiten, verbessern, um der Vielfalt unseres Faches Raum zu geben und sie noch weiter zu fördern?

 

Philosophinnen aller Statusgruppen – auch bereits etablierte Philosophinnen – sind herzlich eingeladen!

 

Kontakt

 

Andrea Esser (DGPhil)

Andrea.Esser@uni-jena.de

 

Susanne Lettow (IAPh)

lettow2@zedat.fu-berlin.de

 

Mari Mikkola (SWIP)

mari.mikkola@hu-berlin.de

 

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IAPh Internationale Assoziation von Philosophinnen

 

Die Internationale Assoziation von Philosophinnen ist eine Fachorganisation, die ein Forum für Diskussion, Austausch und Zusammenarbeit von Frauen bietet, die in allen Bereichen der Philosophie, insbesondere in der feministischen Philosophie, tätig sind. Gegenwärtig zählt die IAPh mehr als 500 Mitglieder aus mehr als 35 Ländern.

 

Seit ihrer Gründung 1976 hat die IAPh das Ziel, der Unterrepräsentation und Exklusion von Frauen in allen Bereichen der Philosophie entgegenzuwirken. Dabei geht es einerseits darum, die Interessen von Frauen in der Philosophie in allen Stadien der akademischen Ausbildung und Karriere zu vertreten. Andererseits ist ihr zentrales Anliegen, die Inhalte des Faches kritisch zu befragen – also philosophische Fragestellungen, Begriffe und Theorien daraufhin zu diskutieren, ob und inwieweit sie Geschlechterverhältnisse voraussetzen oder strukturelle Ungleichheit und Hierarchien befördern.

 

Weitere Informationen zu Mitgliedschaft, Aktivitäten und News unter:

www.women-philosophy.org/de

 

Die IAPh ist mit zwei Veranstaltungen präsent:

  • Gemeinsame Veranstaltung von SWIP, IAPh und DGPhil
  • »Natur – Geschlecht – Kritik. Einsätze feministischer Philosophie« – ein interaktiver Workshop der Internationalen Assoziation von Philosophinnen (IAPh)

 

Kontakt

 

Susanne Lettow (FU Berlin)

lettow2@zedat.fu-berlin.de

 

Christina Schües (Lübeck)

schuees@imgwf.uni-luebeck.de

 

 

IAPh-Workshop

 

Dienstag, 26.09.2017  |  09:00 – 11:30  |  UL6, R 2014B

 

Natur – Geschlecht – Kritik. Einsätze feministischer Philosophie

Ein interaktiver Workshop der Internationalen Assoziation von Philosophinnen (IAPh) mit Susanne Lettow (FU Berlin), Christina Schües (Lübeck) und Sigridur Thorgeirsdottir (Reykjavík, IS)

 

Begriffe von Natur und Natürlichkeit sowie der Gegensatz von Natur und Kultur sind in der feministischen Philosophie seit Langem Gegenstand kritischer Reflexion. Denn diese Begriffe und begrifflichen Unterscheidungen haben in der philosophischen Tradition und darüber hinaus vielfach dazu gedient, Herrschaftsverhältnisse zu legitimieren. Wir möchten verschiedene Varianten von Naturalisierung und Entnaturalisierung unterscheiden und nach jeweils impliziten Naturbegriffen fragen, die in aktuellen Debatten um Geschlecht und Geschlechterverhältnisse wirken. Motiviert ist die Begriffsarbeit und Diskussion von der Beobachtung, dass weder die Strategie der Naturalisierung noch diejenige der Entnaturalisierung ohne einen impliziten Naturbegriff, vielleicht sogar ohne einen Sexismus auskommt und jeweils auf ihre Art einen hegemonialen Geschlechterdiskurs befördert. Eine feministisch motivierte philosophische Herangehensweise fragt, wie »Natur«, »Naturalisierung« oder »Entnaturalisierung« in den jeweiligen Diskursen und ihren Kritiken verstanden und kritisch diskutiert werden können.

 

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SWIP Society for Women in Philosophy

 

Montag, 25.09.2017  |  09:00 – 11:00  |  UL6, R. 1072

 

SWIP-Colloquium: Die faire Waagschale – ein konstruktiver Versuch

Von Philosoph_innen wird heutzutage nicht nur erwartet, dass sie publizieren, unterrichten und sich an ihren Instituten einbringen. Quantität, das Einwerben von Drittmitteln, internationale Vernetzungen und interdisziplinäre Unterfangen sind nicht selten das Zünglein an der Waage bei der Vergabe von Stellen. Dass biografische Umstände, wie Krankheiten, Behinderungen, Elternzeit oder die Pflege von Angehörigen, aber auch Zeiten von Teilzeitanstellungen, bei der Begutachtung von Bewerber_innen fair berücksichtigt werden sollten, scheint unstrittig zu sein. In der Praxis gelingt dies jedoch nicht immer. In der Veranstaltung möchten wir uns konstruktiv dem Thema widmen, wie solche Aspekte in Begutachtungsverfahren (besser) berücksichtigt werden können.

 

Nach einem empirisch informierten Vortrag von Christine Färber (HAW Hamburg) wird es eine von Insa Lawler und Christiana Werner moderierte Podiumsdiskussion geben, an der Christine Färber, Stefan Gosepath, Ralf Stoecker und Barbara Vetter teilnehmen werden. Abschließend gibt es einen Austausch mit dem Plenum.

 

Zur SWIP

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind knapp 25 Prozent der Professuren von Frauen besetzt. Die Zahl der deutschen Philosophie-Professorinnen scheint wesentlich niedriger zu sein (besonders an der »Spitze« von W3-Professuren). Viele Doktorandinnen und Mittelbau-Philosophinnen schätzen ihre Karrierechancen als schlecht ein. Während sich bei der Zahl der Studierenden noch kein signifikanter Geschlechterunterschied ausmachen lässt, wird ein solcher bei Promovierenden und beim promovierten Mittelbau deutlich. Um auf diese problematische Ausgangslage zu reagieren, wurde SWIP 2012 gegründet. Unsere Ziele sind unter anderem:

  • Ermöglichung und Förderung von Kooperationen von Frauen in der Philosophie
  • Förderung jüngerer und älterer philosophischer Arbeiten von Frauen
  • Bereitstellung wichtiger Informationen für Frauen in der Philosophie
  • Sensibilisierung für gegenwärtige wie zurückliegende Diskriminierung von Frauen in der Philosophie

 

Diesen Zielen gehen wir nach, insbesondere durch Networking und Mentoring, Tagungsorganisation, Lobbying und die Zusammenarbeit mit anderen gemeinnützigen Organisationen. Weitere Informationen zum Verein:

www.swip-philosophinnen.org

 

Kontakt

Insa Lawler

Insa.lawler@uni-due.de

Christiana Werner

christiana.werner@mail.uni-goettingen.de