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Humboldt-Universität zu Berlin - Philosophische Anthropologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Philosophische Anthropologie | Lehre | Kommentiertes Verzeichnis der Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2015

Kommentiertes Verzeichnis der Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2015

 

VL Einführung in die Erkenntnistheorie (VEV) / Introduction to Epistemology

Geert Keil

Veranst.Nr. 51 003

UL 6, 2094; ab Mi., 15.04.2015, wöch. 10-12 Uhr

 

Im Mittelpunkt der Vorlesung werden die beiden Hauptfragen der Erkenntnistheorie stehen: „Was ist Wissen?“ und „Was können wir wissen?“ Weiterhin werden erkenntnistheoretische Grundbegriffe sowie erkenntnistheoretische Positionen und Probleme erörtert (u. a. Wahrheit, Rechtfertigung, Wahrnehmung, Empirismus, Rationalismus, Phänomenalismus, Skeptizismus, Fallibilismus, Kontextualismus, Externalismus, Gettier-Problem). Die Vorlesung ist systematisch angelegt, doch es werden auch die erkenntnistheoretischen Auffassungen von Platon, Aristoteles, Descartes, Berkeley, Hume, Kant, Wittgenstein und Quine vorkommen.

Es werden begleitende Tutorien angeboten.

 

 

Ü Argumentation und Sprache (StO 2007) / Schreiben und Argumentieren (StO 2014)

Geert Keil

Veranst.Nr. 51 040

DOR 24, 1.406; ab Di., 14.04.2015, wöch. 10-12 Uhr

 

In diesem Kurs werden verschiedene Formen philosophischen Argumentierens und Schreibens eingeübt und diskutiert. Durch eigene schriftliche Übungen und deren Diskussion im Rahmen der Veranstaltung soll insbesondere gelernt werden, philosophische Argumente zu identifizieren und zu präsentieren, philosophische Probleme und Positionen klar und verständlich darzustellen und dabei verschiedene Dimensionen der Diskussion darüber zu unterscheiden (z. B. Position eines Autors oder einer Autorin/eigene Position, These/Argument für die These, Kritik an der Gültigkeit eines Arguments/Kritik an dessen Prämissen). Im zweiten Teil der Veranstaltung werden wir verschiedene philosophische Textsorten üben und anhand gelungener und weniger gelungener Beispiele diverse Tugenden und Untugenden beim philosophischen Schreiben diskutieren. Der Kurs ist sowohl für das Modul „Schreiben und Argumentieren“ nach der Studienordnung 2014 als auch für das Modul „Schlüsselqualifikationen“ nach der StO 2007 anrechenbar (Philosophische Schreibwerkstatt oder Argumentation und Sprache). Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich vor Semesterbeginn bei kerstin.helf@hu-berlin.de an.

 

CO Philosophisches Kolloquium / Philosophical Colloquium

Geert Keil

Veranst.Nr. 51 082

UL 6, 3103; ab Do., 16.04.2015, wöch. 10-13 Uhr

 

Das Kolloquium wendet sich an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden. Es bietet ein Forum zur Diskussion im Entstehen begriffener eigener Arbeiten und zur gemeinsamen Lektüre aktueller Forschungsliteratur. Es wird mehrere thematische Schwerpunkte geben, die in der ersten Sitzung gemeinsam festgelegt werden. Wer teilnehmen möchte, meldet sich bitte bei kerstin.helf@hu-berlin.de an.

 

 

HS Platons Menon

Nora Kreft

Veranst.Nr. 51 059

DOR 24, 1.406; ab Di., 14.04.2015, wöch. 16-18 Uhr

 

Menon fragt Sokrates, ob Tugend lehrbar ist – damit beginnt der Dialog, den wir hier lesen wollen. Obwohl das eine spannende Frage ist, weicht Sokrates der Diskussion zunächst aus. Bevor er nicht wisse, was Tugend eigentlich sei, könne er auch keine Position zur Lehrbarkeit von Tugend entwickeln. Menon macht dann zwar einige Anläufe, Tugend zu definieren, aber Sokrates weist sie allesamt zurück. Bis Menon das Gespräch unterbricht und eine methodische Frage stellt: Wie sollen sie eigentlich herausfinden, was Tugend ist, ohne eben dies bereits zu wissen? Um die Tugend erfolgreich suchen zu können, müsse man sie eigentlich schon kennen, meint er, und eben diese Kenntnis fehle ihnen ja. Das ganze Unterfangen sei also zwecklos. Sokrates gibt Menons Sorge die Form eines Dilemmas, dessen Konklusion besagt, dass Lernen im herkömmlichen Sinne unmöglich ist. Im Zuge seiner anschließenden Antwort entwickelt er seine berühmte Anamnesis-Theorie, der zufolge Lernen immer nur Erinnerung an bereits Bekanntes ist. Erst nach diesem methodologischen Ausflug wenden sich die beiden der anfänglichen Frage zu und diskutieren, ob Tugend gelehrt werden kann.
Im Seminar beschäftigen wir uns sowohl mit den epistemologischen als auch mit den moralphilosophischen Fragen des Menon. Außerdem wird es um ihren Zusammenhang gehen: Warum macht es Sinn, im Kontext einer Diskussion über Tugend die Möglichkeit des Lernens zu besprechen? Gegen Ende werfen wir noch einen Blick auf die lange und folgenreiche Rezeptionsgeschichte dieses Dialogs.

Lektüre:
Platon: Menon
Gail Fine: The Possibility of Inquiry – Meno’s Paradox from Socrates to Sextus, OUP, 2014.

 

 

HS Armut und globale Gerechtigkeit

Nora Kreft, Christoph Schamberger

Veranst.Nr. 51 060

DOR 24, 1.406; ab Mi., 15.14.2014, wöch. 12-14 Uhr

 

Täglich sterben weltweit zehntausende Menschen an Unterernährung und anderen Folgen von Armut. Was geht uns das an? Welche moralischen Pflichten haben wir gegenüber Menschen, die in Armut leben, und warum? Eine Position lautet, dass wir zu Hilfestellung verpflichtet sind, weil und insofern wir selbst Schaden zugefügt haben. Die Hilfe kann in dem Fall als Wiedergutmachung verstanden werden. Einer anderen Position zufolge sind wir auch unabhängig von unserer eigenen Verstrickung in das Leid anderer zu Hilfe verpflichtet, falls uns die Mittel zur Verfügung stehen. Wie weit diese Pflichten reichen ist umstritten: Müssen wir alles in unserer Macht stehende tun, um Leid zu verhindern? Oder wäre das eine zu anspruchsvolle Forderung, weil sie fast jede Handlung moralisch zweifelhaft macht, die nicht die Linderung von Leid bezweckt und/oder nichts zur Linderung beiträgt? Ferner ist umstritten, wer eigentlich das Subjekt dieser Pflichten ist – Individuen oder Staaten, bzw. die Gemeinschaft? In diesem Seminar diskutieren wir Texte, die Art und Umfang der individuellen und kollektiven Hilfspflichten ausloten. Zentrale Autoren sind Peter Singer, Martha Nussbaum und Thomas Pogge.