Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Philosophische Anthropologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Philosophie | Philosophische Anthropologie | Lehre | Kommentiertes Verzeichnis der Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016/17

Kommentiertes Verzeichnis der Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016/17

 

 

VL Einführung in die Philosophische Anthropologie (VEV) / Introduction to Philosophical Anthropology

Geert Keil

Veranstaltungsnummer: 51004

UL 6, 2094; ab Di., 18.10.2016, wöch. 10-12 Uhr

 

Die Philosophische Anthropologie wird traditionell als diejenige philosophische Disziplin bestimmt, die sich mit der Frage „Was ist der Mensch?“ beschäftigt. Es ist aber alles andere als klar, worauf genau diese trügerisch einfache Was ist-Frage zielt. Die empirischen Humanwissenschaften haben vielfältiges Wissen über den Menschen angesammelt, insbesondere biologisches, und scheinen dabei gut ohne philosophischen Überbau auszukommen. Die Philosophie steuert kein zusätzliches empirisches Wissen bei, aber ihr könnte die integrative Aufgabe zukommen, das angesammelte humanwissenschaftliche Wissen zu sichten, zu ordnen und auf die Frage nach dem Wesen oder der Natur des Menschen zu beziehen. Die Vorlesung wird u. a. die folgenden Fragen behandeln: Wie verhält sich die Anthropologie (a) zu den anderen philosophischen Disziplinen, (b) zu den empirischen Humanwissenschaften und (c) zu den Bereichsanthropologien (historische, biologische, medizinische, theologische, Kultur- und Sozialanthropologie)? Lässt sich aufgeklärt an der Rede von der „Natur des Menschen“ festhalten, auch wenn man einige Voraussetzungen des aristotelischen „Essentialismus“ nicht mehr teilt? Welche Rolle spielt der Vergleich des Menschen mit den (anderen) Tieren in der Anthropologie? Wie ist die traditionelle These vom Menschen als „Mängelwesen“ (Protagoras, Herder, Gehlen) zu verstehen? Sind die mentalen Fähigkeiten des Menschen prinzipiell oder nur graduell von denen anderer Tiere unterschieden? Wie verhalten sich die biologische und die kulturelle Evolution zueinander, wie die erste und die „zweite Natur“ des Menschen? Die Vorlesung ist systematisch angelegt, wird aber mindestens auf die anthropologischen Auffassungen von Platon, Aristoteles, Hobbes, Descartes, Kant, Darwin, Scheler, Plessner, Gehlen und Tomasello eingehen. Es werden begleitende Tutorien angeboten.

 

 

PS Theorien der Metapher / Theories of Metaphor

Geert Keil

Veranstaltungsnummer: 51019

UL 6, 2093; ab Mi., 19.10.2016, wöch. 10-12 Uhr

 

Die Metapher ist in der Sprachphilosophie „zum trojanischen Turnierpferd geworden, aus dem mit allen Listen für und wider die Festung einer systematischen Bedeu­tungstheorie gestritten wird" (M. Seel). Eine Bedeutungstheorie, die das Phänomen der Metapher nicht integrieren kann, ist für natürliche Sprachen inadäquat. Semantische Metapherntheorien nehmen an, dass es neben wörtlicher Bedeutung und wörtlicher Wahrheit auch metaphorische Bedeutung und Wahrheit gibt. Pragmatischen Theorien zufolge wird mit metaphorischen Äußerungen etwas trivial Falsches behauptet, was aber die Hörerin auf kreative Gedanken bringt. Im sprachphilosophischen Teil des Seminars soll geklärt werden, was Metaphern sind und wie sie funktionieren. Im erkenntnistheoretischen Teil geht es um die Frage, ob Metaphern eine besondere kognitive oder zumindest heuristische Funktion erfüllen. Unter anderem sollen folgende Fragen geklärt werden: Warum wird metaphorische Rede überhaupt verstanden? Vermittelt uns das Phänomen der Metapher Einsichten über die Funktionsweise von Sprache überhaupt? Welche Bedeutungstheorie kann das Phänomen am besten erklären? Welche Arten von Metaphern sollten unterschieden werden? Gibt es einen seman­tischen Mechanismus der Metapher oder gehört metaphorischer Sprachgebrauch ins Gebiet der Pragmatik? Lässt sich mit Metaphern etwas ausdrücken, was sich nichtmetaphorisch nicht ausdrücken lässt? Was ist eine ‚tote Metapher' und was genau geschieht, wenn eine Metapher stirbt? Gibt es überhaupt eine scharfe Grenze zwischen Metaphern und nichtmetaphorischen Ausdrücken? Welche Metaphernfelder haben eine besondere Rolle in der Philosophiegeschichte gespielt und warum? Woran liegt es, dass Metaphern sich gut zu manipulativen Zwecken nutzen lassen? Kann die Philosophie etwas zum Unternehmen der Metaphernkritik beitragen?

 

Literatur:

Die Seminarliteratur wird über Moodle bereitgestellt (Texte u. a. von K. Bühler, I. A. Richards, M. Black, J. Searle, M. Hesse, H. Blumenberg, D. Davidson, N. Goodman, W. Künne, G. Lakoff/M. John­son und M. Phelan).

 

 

CO Philosophisches Kolloquium / Philosophical Colloquium

Geert Keil

Veranstaltungsnummer: 51063

UL 6, 3103; ab Do., 20.10.2016, wöch. 10-13 Uhr

 

Das Kolloquium wendet sich an Masterstudierende, Examenskandidaten und Doktoranden. Es bietet ein Forum zur Diskussion im Entstehen begriffener eigener Texte, insbesondere von Masterarbeiten, und zur gemeinsamen Lektüre aktueller Forschungslite­ratur. Es wird mehrere thematische Schwerpunkte geben, die in der ersten Sitzung gemeinsam festgelegt werden. Wer teilnehmen möchte, melde sich bitte bei kerstin.helf@hu-berlin.de an.

 

 

PS Platons 'Phaidon' / Plato's 'Phaedo'

Nora Kreft

Veranstaltungsnummer: 51096

HN 6, 3.03; 20.02.-24.02.2017, 10-18 Uhr

 

In diesem Seminar lesen wir Platons Dialog Phaidon. Kurz vor seinem Tod spricht Sokrates mit seinen Freunden über das Sterben und die Unsterblichkeit der Seele. Wir gehen zunächst der Argumentation im Text nach und lesen begleitende Sekundärliteratur. Gegen Ende des Seminars schauen wir uns auch ausgewählte Texte aus der derzeitigen Philosophie des Todes an.

 

Literatur:

Platons Phaidon