Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Theoretische Philosophie

Lehrveranstaltungen

Lehrstuhl für Theoretische Philosophie

SS 2016

Vorlesung   ·    Grundstudium   ·    Hauptstudium   ·   Colloquium
 

 

Vorlesung


Perler, Dominik, 51 006

Einführung in den Rationalismus (VEV) / Introduction to Rationalism

Termin: Mo 14-16 wöch. Ort: UL 6, 2091/92 Beginn: 25.04.2016

 

Kommentar: Die klassischen Rationalisten (Descartes, Malebranche, Spinoza, Leibniz) prägen bis heute die Debatten in der Metaphysik, der Erkenntnistheorie und der Philosophie des Geistes. Die Vorlesung verfolgt das Ziel, einen Überblick über die wichtigsten rationalistischen Theorien zu geben und zu verdeutlichen, warum diese Theorien heute noch von Bedeutung sind. Drei Problembereiche stehen dabei im Vordergrund:

 

  • Methodischer Rationalismus: Die Rationalisten vertreten die Ansicht, dass nichts ohne Grund angenommen werden darf. Einige – prominenterweise Leibniz – postulieren sogar ausdrücklich das „Prinzip vom zureichenden Grund“ als rationalistisches Grundprinzip. Es soll untersucht werden, worin dieses Prinzip genau besteht, wie es zur Anwendung kommt und wie es seinerseits begründet wird.
  • Erkenntnistheoretischer Rationalismus: Im Gegensatz zu den Empiristen behaupten die Rationalisten, dass wir nicht das gesamte Wissen durch Erfahrung erwerben, sondern beim Wissensaufbau auf etwas zurückgreifen können, was uns angeboren ist. Es soll genauer analysiert werden, was genau angeboren ist (z.B. Begriffe, Prinzipien) und wie das Angeborene in Erkenntnisprozessen aktuell verwendet werden kann.
  • Metaphysischer Rationalismus: Die Rationalisten gehen davon aus, dass die gesamte Welt eine Einheit bildet und eine rationale Ordnung aufweist. Einige – prominenterweise Spinoza – vertreten sogar die These, dass die geordnete Welt nichts anderes ist als eine umfassende Substanz, die alles in sich enthält. Es soll näher betrachtet werden, wie die Einheits- und die Ordnungsthese genau verstanden werden und welche Art von Ordnung die Rationalisten annehmen.

 

Sämtliche Analysen dieser drei Problembereiche werden anhand konkreter Textanalysen entwickelt. In den Tutorien sollen diese Analysen vertieft werden.

 

Zur Teilnahme an der Vorlesung sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Es werden auch keine besonderen Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Sämtliche lateinischen und französischen Texte werden in Übersetzung zugänglich gemacht.

 

Folgende Grundtexte werden zur Anschaffung empfohlen:

  • Descartes, R., Meditationen, dreisprachige Parallelausgabe, hrsg. von A. Schmidt, Göttingen 2004.
  • Leibniz, G. W., Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand (Philosophische Schriften Bd. 3), hrsg. von W. von Engelhardt und H.H. Holz, Frankfurt a.M. 1996.
  • Spinoza, B. de, Ethik in geometrischer Ordnung dargestellt, hrsg. von W. Bartuschat, Hamburg 1999.
  • Ideen. Repräsentationalismus in der Frühen Neuzeit (2 Bde.), hrsg. von D. Perler und J. Haag, Berlin 2010.

 

zum Seitenanfang

Grundstudium

Matthiessen, Hannes Ole, 51 027
Sehtheorien der frühen Neuzeit / Early Modern Theories of Vision
Termin: Mi 10-12  wöch.  Ort: I 110, 241  Beginn: 20.04.2016
 
Kommentar: Indem zu Beginn des 17. Jahrhunderts die in erster Linie von Johannes Kepler entwickelte retinale Sehtheorie ihre aristotelisch geprägten Vorgänger mehr und mehr verdrängte, entstanden eine Reihe neuer Probleme. Damit entwickelte sich die Untersuchung des menschlichen Sehens zu einem zentralen Thema der Philosophie. Im Zentrum dieses Seminars stehen drei Autoren des 17. und 18. Jahrhunderts, anhand derer sich das Feld frühneuzeitlicher Sehtheorien exemplarisch darstellen lässt: René Descartes (als Vertreter einer „natürlichen Geometrie“), George Berkeley (der in seiner New Theory of Vision eine Zeichentheorie des Sehens vertritt) und Thomas Reid (der auf der Basis von Berkeleys Ansatz eine realistische Geometrie der Erscheinungen entwickelt). Daneben werden im Seminar einige zeittypische Problemfelder – wie etwa die Dimensionalität visueller Erfahrung, das Verhältnis von Materiellem und Geistigem im Sehen, das Molyneux-Problem, das Rätsel der invertierten Netzhautbilder und die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Sehtheorie und Ideentheorie – anhand von Primär- und Sekundärliteratur auch systematisch aufgearbeitet.

 

 

von Solodkoff, Tatjana, 51 045

Einführung in die Geschichte der Metaphysik

Termin: Mo 12-14  wöch.  Ort: UL 6, 2093   Beginn: 25.04.2016

Kommentar:  In diesem Proseminar werden wir uns die metaphysischen Auffassungen einiger zentralen Philosophen ansehen und uns so einen Überblick über die Geschichte der modernen Metaphysik verschaffen. Begleitend werden wir das Buch von A.W. Moore The Evolution of Modern Metaphysics: Making Sense of Things, CUP: Cambridge (2012) lesen. Da keine deutsche Übersetzung vorliegt, sind gute Englischkenntnisse eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Besuch des Seminars, genauso wie die Bereitschaft, ein Referat zu halten. Wichtig: Falls das Seminar mit einer MAP abgeschlossen werden soll, muss diese bis zum 1.7.16 eingereicht werden.

 

zum Seitenanfang

Colloquium

 

Perler, Dominik CO 51 080
Philosophisches Kolloquium/Philosophical Colloquium
Termin: Mo 16-18  wöch.  Ort: UL 6, 3103  Beginn: 25.04.2016

 

Kommentar: Das Kolloquium bietet Prüfungskandidat/innen und Doktorand/innen die Gelegenheit, entstehende Arbeiten im Bereich der Theoretischen Philosophie vorzustellen. Die Beiträge können sowohl historisch (vornehmlich im Bereich der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Philosophie) als auch systematisch (mit analytischem Ansatz) orientiert sein. Eine Voranmeldung im Lehrstuhlsekretariat (Frau K. Rentsch, E-mail: katharina.rentsch@philosophie.hu-berlin.de) ist unbedingt erforderlich.