Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Praktische Philosophie, Rechts- und Sozialphilosophie: Volker Gerhardt

Lehrveranstaltungen

Prof. Dr. Volker Gerhardt
Unter den Linden 6, Raum 3036a
Tel: +49 30 2093-2824, Fax: +49 30 2093-2819

Sprechzeiten: nach Vereinbarung

 

 

Wintersemester 2012/13

 

Vorlesung 51003: Das philosophische Problem mit Gott. Teil II: Nach Nietzsche

Termin: Mo 16-18 wöch. Ort: UL 6, 3038/035

 

Seit den Anfängen des Philosophierens gehört das Gottesproblem zu den zentralen Fragen des Denkens. Erst mit dem 20. Jahrhundert scheint sich das geändert zu haben. Aber warum? Die Religionskritik des 18. und des 19. Jahrhunderts hat – bis hin zu Feuerbach und Nietzsche – so weitreichende Einsichten in die Verbindung des Gottesproblems mit der Frage nach dem Selbst- und Weltverständnis des Menschen freigelegt, dass es keinen Grund geben dürfte, die rationale Theologie zu den Akten zu legen. Wohl aber gibt es eine Scheu, Fragen zu stellen, auf die man keine Antworten geben kann. Ob das eine ausreichende Erklärung ist, wird zu prüfen sein.

Im ersten Teil der Vorlesung (im Winter 2011/12) wurde ein Überblick über die Stellung der Philosophen zum Gottesproblem von den Vorsokratikern bis hin zu Feuerbach und Nietzsche gegeben. Der noch ausstehende Hauptteil wird mit einer Erinnerung an Kant, Marx, Feuerbach und Nietzsche einsetzen, um das Bewusstsein für die Voraussetzungen der Religionsphilosophie im 20. Jahrhundert zu schärfen.

Im Zentrum der Vorlesung stehen die philosophischen Positionen aus dem engeren Bereich der Philosophie. Dabei werden William James, Alfred North Whitehead, Martin Heidegger, Karl Jaspers, Albert Camus, Hans Jonas, Hans Blumenberg sowie Alby Platinga und Richard Swinburne auch als Typen einer philosophischen Reaktion auf den theoretischen Gottesverlust dargestellt. Daneben kommen einige der einflussreichen Theologen des 20. Jahrhunderts von Barth über Tillich und Rahner bis hin zu Moltmann und Jüngel zur Sprache. Den Abschluss bildet eine Reflexion auf die bemerkenswerte Beschäftigung mit dem Gottesproblem in der Kunst des 20. Jahrhunderts etwa bei Marcel Proust, Thomas Mann, Graham Greene oder John Updike sowie bei einigen, wenn auch wenigen Malern und Komponisten.

 

 

Hauptseminar 51054: "Gott ist tot" - Konditionen und Konsequenzen eines philosophischen Todesurteils

Termin: Mo 18-20 wöch. Ort: DOR 24, 1406

 

Friedrich Nietzsche hat dem Bewusstsein von der Unverzichtbarkeit Gottes für das Leben des Menschen den denkbar stärksten Ausdruck gegeben. Darin übertrifft er noch seinen Zeitgenossen Feuerbach. Niemand hat anschaulicher davon gesprochen, was der Mensch mit dem Glauben an Gott verliert. Dadurch erhält Nietzsches Religionskritik ihren unüberbietbaren Ernst und ihre gleichermaßen historische wie systematische Bedeutung.

Das Seminar ist dem Studium der Hauptaussagen Nietzsche zu seiner Kritik am Gottesglauben gewidmet. Wir beginnen mit dem Aphorismus 125 der Fröhlichen Wissenschaft, ziehen die parallelen Aussagen aus Also sprach Zarathustra hinzu und befassen uns dann mit den späten Texten im Zusammenhang der Götzen-Dämmerung, des Ecce homo und des Anti-Christ. Die thematischen Schwerpunkte richten sich auch nach den Interessen der Teilnehmer des Seminars.