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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Philosophie

Vorlesungsvereichnis Wintersemester 05/06

Vorlesungen · Seminare im Grundstudium · Seminare im Hauptstudium · Fachdidaktik · Sonstiges


  !!! Aktuelle Änderungen sind immer zuerst am Aushang gegenüber UL 6, 3105 ersichtlich !!!
(jeweiliger Stand der online-Fassung: s. Schlusszeile)
 

Abkürzungen:

  VL - Vorlesung
  TU - Tutorium
  SE - Seminar
  MK - Meisterkurs
  CO- Colloquium

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Vorlesungen


Kant und der Deutsche Idealismus I (b, d, LA/S1)

Rolf-Peter Horstmann

VL (51001) 12-14 Uhr
UL 6, 1070 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Die Vorlesung zielt auf eine Gesamtdarstellung der klassischen deutschen Philosophie von Kant bis Hegel. Im ersten Semester wird hauptsächlich Kants theoretische Philosophie und die Weise, in der die nachkantischen Idealisten auf sie reagiert haben, thematisiert.

Prozess und Zeichen. Zur Philosophie des Charles Sanders Peirce (b, d, LA/S1)

John-Michael Krois

VL (51002) 10-12 Uhr
UL 6, 1070 ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Die Vorlesung wird die Kerngedanken und Probleme von Peirces Philosophie sowie ihre Stelle in heutigen Diskussionen erläutern. Peirces Philosophie entstand aus seiner eingehenden Beschäftigung mit der Geschichte der Philosophie und der Wissenschaftsgeschichte sowie mit dem Problem des historischen Verstehens und Reflexionen über die Forschungspraxis in den Naturwissenschaften. Im Gegensatz zu den im 19. Jahrhundert typischen mechanistischen Auffassungen der Natur, entwickelte Peirce eine Lehre, die die Bedeutung von Zufall und die Entstehung des Neuen in den Vordergrund stellte. Das Resultat war eine philosophische Konzeption, die Peirce selbst in seiner Breite gerne mit der Philosophie des Aristoteles verglich.
Literatur:
Helmut Pape: Charles S. Peirce zur Einführung, Hamburg, Junius 2004

Der Staatsbegriff in der deutschen Philosophie zwischen 1789 und 1848 (c, d, LA/S2)

Christian Möckel

VL (51003) 18-20 Uhr
UL 6, 3092 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Weiterentwicklung des im 17. und 18. Jahrhundert formulierten Staatsbegriffs und der ihn ergänzenden Grundbegriffe des rechtsphilosophischen und politischen Denkens in der Epoche zwischen französischer und deutscher Revolution (1789 -- 1848/49). Die Begriffe Staat, Staatsrecht und Naturrecht, Vertragstheorie, Gewaltenteilung, Menschen- und Bürgerrechte, Volkssouveränität, Allgemein- und Sonderinteresse, Staat und bürgerliche Gesellschaft, Freiheit und Zwang etc. werden anhand der Auffassungen ausgewählter Vertreter des Deutschen Idealismus (Humboldt, Kant, Fichte, Hegel), der Romantik (A. Müller) und des Vormärz (Marx, B. Bauer, Stein) behandelt. Ein Schwerpunkt wird die philosophische Verarbeitung der Ideen der Französischen Revolution sein.

Analytische Sätze (b, LA/S1, S2)

Olaf Müller

VL (51004) 18-20 Uhr
UL 6, 1072 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Alle Junggesellen sind unverheiratet; Kreise haben keine Ecken; Verbotenes ist nicht erlaubt. Dies sind drei Beispiele für analytische Sätze: für Sätze, deren korrektes Verständnis jeweils automatisch zu der Einsicht führt, dass der fragliche Satz wahr ist. Wir können uns, so will es scheinen, auf die Wahrheit dieser Sätze blind verlassen, weil’s nicht von der Welt abhängt, ob sie wahr sind, sondern nur von uns und unseren sprachlichen Konventionen. Andererseits besagen solche Sätze nichts Informatives, und eben darum können wir ihrer sicher sein: Wer nichts Gehaltvolles behauptet, geht dadurch auch kein Risiko des Irrtums ein. So oder so ähnlich dachten die Sprachphilosophen bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts über analytische Sätze. Dann traten plötzlich die Kritiker solcher Ideen auf den Plan: Philosophen wie W.V.O. Quine, N. Goodman, B. Mates und M. White bestritten nicht nur, dass es analytische Sätze gibt oder dass sie uns nützliche Dienste leisten könnten; sie behaupteten sogar, dass die gesamte Konzeption der analytischen Sätze unverständlich sei. Seitdem sind die analytischen Sätze offiziell in Verruf geraten, obwohl sie inoffiziell nicht weniger eifrig benutzt werden als ehedem. In der Vorlesung sollen die Kritiker der analytischen Sätze zu Wort kommen, aber nicht das letzte Wort behalten. Ich möchte eine Konzeption vom analytischen Satz vorführen, die der Kritik entrinnt. Zudem will ich versuchen, plausibel zu machen, dass die analytischen Sätze eine wichtige Rolle in der Organisation unserer Meinungssysteme spielen können und sollten.
Anmerkungen:
Da die Hörerinnen und Hörer immer gegen 19 Uhr durch eine viertelstündige Pause zu neuen Kräften kommen sollen, sollten nur diejenigen an der Vorlesung teilnehmen, die auch wirklich bis 20.00 Uhr Zeit haben.

Aristoteles’ Ethik (c, d, LA/S1)

Christof Rapp

VL (51005) 16-18 Uhr
UL 6, 2116 (Audimax) ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Aristoteles’ Ethik umreißt einen Typus von praktischer Philosophie, der in jüngerer Zeit vielfach als Alternative zur Pflichtenethik oder zur utilitaristischen Ethik gewürdigt wurde. Im Vordergrund steht die Frage nach dem guten oder glücklichen Leben. Die Erreichung eines solchen Lebens hängt für Aristoteles wesentlich mit der Ausübung der sogenannten Tugenden zusammen. -- Die Vorlesung führt anhand der Schriften Nikomachische Ethik, Eudemische Ethik und Politik in die Ethik des Aristoteles und diskutiert unterschiedliche Interpretationen und Aktualisierungen derselben.

Einführung in die moderne Erkenntnistheorie (b, LA/S1)

Ralph Schumacher

VL (51006) 12-14 Uhr
UL 6, 3075 ab Fr., 21. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Im Mittelpunkt dieser Vorlesung steht die Frage, in welcher Weise unsere Überzeugungen über die Wirklichkeit durch Erfahrung begründet werden können. Im Einzelnen soll es dabei um die folgenden Fragestellungen gehen: Wie ist der Inhalt unserer Wahrnehmungen beschaffen? Gibt es eine theorieneutrale Beobachtungsbasis? Können Wahrnehmungen Gründe sein? Worin besteht die Natur epistemischer Rechtfertigung? Diesen Fragestellungen soll vorwiegend im Zuge der Diskussion moderner Positionen (u.a. Audi, BonJour, Davidson, Dretske, Goldman, Jacob & Jeannerau, McDowell, Pylyshyn, Quine, Sellars, Vision) nachgegangen werden.
Anmerkungen:
Am 18.11.05 findet die VL in UL6, 3059 statt.
Literatur:
Zur Einführung empfohlene Aufsätze in: Ralph Schumacher (Hg.) Perception and Reality. From Descartes to the Present. Mentis-Verlag, 2004: Gerald Vision: Perceptual Experience and Belief.; Michael Ayers: Sence Experience, Concepts and Content -- Objections to Davidson and McDowell.; Jay F. Rosenberg: Sellarsian Seeing -- In Search of Perceptual Authority.; Thomas Grundmann: Perceptual Representations as Basic Reasons.

Einführung in die Philosophie (e)

Oswald Schwemmer

VL (51007) 14-16 Uhr
UL 6, 3075 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
In dieser Vorlesung werden paradigmatische Themen und Positionen der Philosophie behandelt. Dabei wird auch das Verständnis der Philosophie selbst in seinen wichtigsten Stationen und Wandlungen ein Thema der Vorlesung sein. Ziel der Vorlesung und der Tutorien ist es nicht, ein möglichst umfassendes Handbuchwissen zu vermitteln, sondern an das Philosophieren heranzuführen. In den Tutorien werden klassische Textstücke zum Philosophiebegriff (Platon, Aristoteles, Descartes, Kant, James, Cassirer, Wittgenstein, Whitehead) erörtert.
Anmerkungen:
Die Veranstaltung (Vorlesung mit Tutorien) ist gemäß der Studien- und Prüfungsordnung für die Anfänger (1. oder 2.Fachsemester) obligatorisch, und sie sollte auch nur von ihnen besucht werden. Ort und Zeit der Tutorien werden noch bekannt gegeben.


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Seminare im Grundstudium


Britische Naturphilosophie im 17. Jahrhundert (b)

Andreas Blank

SE (51015) 8-10 Uhr
I 110, 241 ab Fr., 21. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Im Seminar werden Ausschnitte aus Texten gelesen, die einen Einblick in die Entwicklung der britischen Wissenschaftstheorie im 17. Jahrhundert geben. Insbesondere wird das Seminar die Entstehung des Britischen Empirismus in einen breiteren Kontext von theoretischen Alternativen stellen. Zu diesem Kontext gehört die Wiederentdeckung der atomistischen Materietheorie ebenso wie der Versuch, eine mit der mechanistischen Weltsicht kompatible Form einer aristotelischen Naturphilosophie zu entwickeln. Zu Beginn des Seminars steht Francis Bacons Novum Organon, das eine atomistische Materietheorie mit einer Methodologie des eliminativen Induktivismus verbindet. Anschließend werden Ausschnitte aus zwei Werken besprochen, die eine Reaktion auf Bacons Wissenschaftstheorie darstellen: Zum einen Kenelm Digbys Two Treatises, die eine atomistische Analyse des Begriffs der Kausalität mit Elementen einer aristotelischen Naturphilosophie, zum andern Walter Charletons Physiologia Epicuro-Gassendo-Charltoniana, die eine atomistische Materietheorie mit einer epikureisch-stoischen Erkenntnistheorie verbindet. Thomas Hobbes’ De corpore kann als eine Kritik dieser noch stark in der Naturphilosophie der Renaissance verwurzelten Theorien verstanden werden. Eine andere moderne Reaktion auf die Rezeption antiker Materietheorien bildet Robert Boyles Free Enquiry into the Vulgarly Received Notion of Nature. Im Seminar wird vor allem Hobbes’ und Boyles Auffassung der Rolle wissenschaftlicher Hypothesen und ihres Verhältnisses zu Experimenten nachgegangen. Das Seminar wird abgeschlossen mit der klassischen Formulierung einer empiristischen Wissenschaftstheorie in Isaac Newtons De Gravitatione. Drei Themenbereiche sind dort von besonderem Interesse: Newtons Kritik an der Cartesianischen Wissenschaftstheorie, seine Theorie des absoluten Raumes, und seine induktive Begründung der Prinzipien der Dynamik.
Teilnahmevoraussetzungen::
Im Seminar werden englische Originaltexte und deutsche Übersetzungen von lateinischen Originaltexten gelesen. Gute Englischkenntnisse sind erforderlich.
Literatur:
Andreas Blank: Atoms and Minds in Walter Charleton’s Theory of Animal Generation, in: J. E. H. Smith (Hrsg.): Modern Philosophy and the Problem of Animal Generation, Cambridge: Cambridge University Press (im Erscheinen); Stephen Gaukroger: Francis Bacon and the Transformation of Early-Modern Philosophy, Cambridge: Cambridge University Press, 2001; James E. McGuire: Tradition and Innovation. Newton’s Metaphysics of Nature, Dordrecht-Boston- London: Kluwer, 1995; Shapin, S. and Schaffer, S.: Leviathan and the Air Pump: Hobbes, Boyle, and the Experimental Life, Princeton: Princeton University Press, 1985

Der ‚praktische Syllogismus’ antik und modern (b, d, LA/S1)

Klaus Corcilius

SE (51016) 14-16 Uhr
UL 6, 2014b ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Im Rahmen seiner Handlungstheorie macht Aristoteles Gebrauch von syllogistischem Vokabular, offenbar um damit das Zustandekommen von einzelnen Vorkommnissen von Handlungen zu illustrieren. Im ersten Teil des Seminars wollen wir uns genauer anschauen, was es damit auf sich hat. Danach gehen wir in die moderne Handlungstheorie und verschaffen uns einen Überblick, in welcher Weise man den ‚praktischen Syllogismus’ heutzutage verwendet. Da es auch in der Forschung bis heute umstritten ist, was Aristoteles durch diese Figur eigentlich hat erklären wollen, kann das Ziel des Seminars nicht in einem Abgleich antiker und moderner Sichtweisen bestehen, der dann womöglich in der Feststellung davon mündet, was man damals alles schon wusste bzw. nicht wissen konnte. Vielmehr soll es um die Klärung von Fragen und Unterscheidungen gehen, die sich anhand des ‚praktischen Syllogismus’ besonders gut aufzeigen lassen, z.B.: Was ist Handlungstheorie? Wie unterscheidet sich Handlungserklärung von Handlungsbegründung? Gibt es gute Kriterien zur Unterscheidung von Ethik und Handlungstheorie? Gibt es grundlegende Unterschiede in der Struktur praktischer und theoretischer Aussagen?
Voraussetzungen::
Keine, außer der Fähigkeit zur Lektüre englischsprachiger Aufsätze und evtl. Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.
Literatur:
Aristotle: De Motu Animalium. Text with Translation, Commentary, and Interpretive Essays by M.C. Nussbaum, 2. verbesserte Aufl. der Erstausgabe von 1978, Princeton 1985; Aristoteles: Über die Bewegung der Lebewesen. Über die Fortbewegung der Lebewesen, übersetzt und erläutert von J. Kollesch, in: ders.: Werke in deutscher Übersetzung, Hrsg. H. Flashar, Bd. 17, Berlin 1985

Kants Kritik der teleologischen Urteilskraft (b, d, LA/S1)

Dina Emundts

SE (51017) 18-20 Uhr
I 110, 239 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Im Seminar soll Kants Kritik der teleologischen Urteilskraft, dem zweiten Teil der 1790 erschienen Kritik der Urteilskraft, behandelt werden. Die zentralen Themen sind (1) die Erklärung von Organismen (im Unterschied zu Unorganischem) und ihre Bedeutung für die Naturwissenschaft. (2) Der Status teleologischer Erklärungen (3) Welche Rolle spielt unsere Betrachtung der Natur als zweckmäßig für unser Selbst- und Weltverständnis. Der Text eignet sich sowohl für eine Diskussion zentraler Themen der Kantischen Philosophie als auch für eine Diskussion der Frage, welche Rolle der Begriff der Zweckmäßigkeit in unseren Naturerklärungen spielen kann und soll.
Literatur:
Die Lektüre des ersten Teils der Kritik der Urteilskraft ist hilfreich, aber nicht erforderlich.

Texte zum Pragmatismus (b, d, LA/S1)

Dina Emundts

SE (51018) 16-18 Uhr
I 110, 239 ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
In dem Seminar sollen sowohl Texte klassischen Vertretern (W.James, J.Dewey u.a.) als auch von zeitgenössischen Repräsentanten des Pragmatismus (R.Rorty, R. Brandom) gelesen werden. Es wird um die erkenntnistheoretischen Aspekte pragmatistischer Theorien (Wahrheitskonzeption, Realitätsbegriff etc.) gehen.
Literatur:
Ausgangspunkt: W.James: Essays on Pragmatism. Ein Handapparat mit den zu behandelnden Texten wird in der Bibliothek des Instituts zu Beginn des Semesters aufgestellt werden.

Schellings Philosophie des Übergangs in den 20er Jahren -- Die methodische Wende (b, LA/S1)

Elke Hahn

SE (51019) 10-12 Uhr
I 110, 239 ab Fr., 21. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Die Zeit des Übergangs von ca. 1810 -- 1827 wird in der philosophischen Forschung sehr differenziert interpretiert, da Schelling es nach der Freiheitsschrift fast gänzlich unterlassen hat, seine Arbeiten zu publizieren. Somit ist die Editionslage sehr schwierig. Textfragmente liegen in den Fassungen der Philosophie der Weltalter vor, ebenso die Erlanger Vorlesungen, die den Begriff der Philosophie grundlegend neu definieren. Im Seminar soll der methodische Zugang zu den Schriften erarbeitet werden sowie Fragen des „Übergangs” untersucht werden, der dann in die Spätphilosophie einmündet. Es ist zu klären, ob an dieser entscheidenden Wende ein Abbruch oder eine Kontinuität seines Denkens stattfindet, eine Frage, die in der Schelling-Literatur ein aktuelles Beispiel der Diskussion darstellt. Gleichzeitig ist Schellings Philosophie des Übergangs ein Forschungsschwerpunkt in Berlin, so dass sich hier für Interessenten ein breites Wirkungsfeld eröffnet.
Literatur:
Alle Texte für das Seminar werden in einem Reader zu Semesterbeginn zur Verfügung gestellt.

Platons Phaidros (c)

Colin Guthrie King

SE (51020) 10-12 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Der Phaidros ist ein merkwürdiger Dialog, dessen vielfältiger Inhalt und ungewöhnliche Form viele, z.T. auch programmatische Interpretationsversuche herausgefordert haben. In der ersten Hälfte des Dialogs werden drei Reden vorgestellt, welche die Liebe zum Gegenstand haben. Während in den ersten zweien eine Kritik des Liebenden entwickelt wird, findet Sokrates schließlich in einem „Nachgesang” zu einer positiven Bewertung der Liebe aus der Sicht des Liebenden. Der Dialog wird dann abrupt zweigeteilt durch einen ausführlichen Exkurs in Form eines Mythos, in dem u.a. die psychische Verfassung des Menschen veranschaulicht wird. Die zweite Hälfte des Dialogs kreist thematisch um eine Kritik der Rhetorik und die Erläuterung einer philosophischen Rhetorik und endet mit einer Kritik der Schriftlichkeit. - Im Seminar sollen die zu diesen Textabschnitten korrespondierenden thematischen Einheiten (Theorie der Liebe, Psychologie, Theorie/Kritik der Rhetorik und der Schriftlichkeit) zunächst behandelt werden, um darauf einige Interpretationen zu diesen Themen (insbesondere die der Tübinger Schule zur Schriftlichkeitskritik) kritisch zu besprechen.
Literatur:
Platon, Phaidros (verschiedene deutsche Ausgaben). Zur Einführung in das Werk ist das entsprechende Kapitel in Band 5 von W.G.K. Guthries History of Ancient Greek Philosophy empfohlen. Die einschlägigen Kommentare zum Text sind W.H. Thompson, The Phaedrus of Plato (London 1868), R. Hackforth, Plato’s Phaedrus (Cambridge 1952), G.J.A. de Vries, (Amsterdam 1969) sowie E. Heitsch, Platons Phaidros: Übersetzung und Kommentar (Göttingen 1994)

Logik Grundkurs für Magisterstudenten (a)

Ingolf Max

SE (51021) 12-14 Uhr
UL 6, 3059 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Das Seminar vermittelt elementare Kenntnisse der klassischen Aussagen- und Quantorenlogik, die für das Studium der Philosophie -- insbesondere für die Analyse argumentativer Strukturen -- unentbehrlich sind. Einen Schwerpunkt werden dabei die Beziehungen zwischen formaler und natürlicher Sprache bilden. Es erfolgt eine ausführliche Diskussion von Formalisierungen umgangssprachlicher Aussagesätze und Schlüsse. Das System des natürlichen Schließens und andere effektive (vor allem semantische) Beweismittel werden vorgestellt, mit denen Sie selbständig sowohl formale als auch natürlichsprachliche Argumentationen auf ihre logische Folgerichtigkeit hin überprüfen können.
Anmerkungen:
Bis zum 30.09.2005 wird unter http://amor.cms.hu-berlin.de/ ~maxingol/kl3/ eine Seite eingerichtet, die weitere Informationen zum Seminar bereitstellt. Im Zusammenhang mit dieser Lehrveranstaltung werden Übungszettel ausgegeben, die im begleitenden Tutorium besprochen werden. Eine 90-minütige Klausur (Leistungsnachweis) am 13. Februar 2006 beendet diesen Kurs.
Literatur:
Ansgar Beckermann: Einführung in die Logik, Berlin/New York (Walter de Gruyter) 1997, Zweite, neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2003; Theodor G. Bucher: Einführung in die angewandte Logik, Berlin/New York (Göschen 2231) 1998; Irving Copi: Einführung in die Logik, München (UTB 2031) 1998; Tim Lampert: Logik mit Übungen, http://www.philoscience.unibe.ch/lehre/event ?id=13; Willard van Orman Quine: Grundzüge der Logik, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1974 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 65); Eike von Savigny: Grundkurs im logischen Schließen, Göttingen (Vandenhoeck 1504) 1984; Holm Tetens: Philosophisches Argumentieren. Eine Einführung, München 2004 (becksche reihe 1607); Horst Wessel: Logik, Berlin: Logos Verlag 1998; Thomas Zoglauer: Einführung in die formale Logik für Philosophen, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1997 (UTB 1999)

W.V.O. Quine (b, LA/S1, S2)

Olaf Müller

SE (51022) 12-14 Uhr
UL 6, 3086 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Einer der bedeutendsten analytischen Philosophen des Zwanzigsten Jahrhunderts war Willard Van Orman Quine. Seine Arbeiten sind einem radikalen Empirismus verpflichtet und kreisen um Logik, Naturwissenschaft und Sprache. Im Seminar wollen wir einige seiner einflussreichsten Texte diskutieren, insbesondere sein Hauptwerk Word and Object.
Anmerkungen:
Wer an dem Seminar teilzunehmen wünscht, muss sich darauf einstellen, Quines Texte im amerikanischen Original zu lesen.

An Introduction to Bioethics (c, LA/S1)

Eric Oberheim

SE (51023) 10-12 Uhr
I 110, 241 ab Mi., 19. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
This course offers an introduction to a range of issues in bioethics. The focus will be on reproduction issues (in vitro fertilization, prenatal screening, sex selection, cloning), human gene therapy, experimentation with human subjects, and ethicists and ethics committees.
Anmerkungen:
The seminar will be held in English.
Literatur:
H. Kuhse and P. Singer (Hrsg.): Bioethics. An Anthology, Blackwell, 1999

Platon, Menon, Gorgias (b, c, d, LA/S1)

Christof Rapp

SE (51024) 14-16 Uhr
UL 6, 1070 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Das Seminar behandelt zwei Dialoge, die nach den sogenannten ‚Frühdialogen’ und noch vor den ‚mittleren Dialogen’ Platons entstanden sind. Der Dialog Menon gilt eigentlich dem ethischen Grundbegriff der Tugend sowie der Frage, ob Tugend lehrbar sei; in einem längeren Diskurs wird aber zugleich die in die Erkenntnis gehörende These eingeführt, dass alles Lernen eine Art von Wiedererinnerung sei. Der Dialog Gorgias beginnt als eine Diskussion über das Wesen der Redekunst, wendet sich aber schon bald Grundfragen der Ethik zu, z.B. nach dem Verhältnis von Unrecht tun und Unrecht leiden. Am Ende steht die Konfrontation zweier Lebensformen, dem Leben des Philosophen und dem Leben des auf Lustgewinn fixierten Amoralisten.

Wissenschaftliche Texte schreiben mit LaTeX (d, LA/S1)

Uwe Scheffler

SE (51025) 10-12 Uhr
UL 6, 3088 a+b ab Mi., 19. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
In der Veranstaltung werden die grundlegenden Elemente für das Schreiben wissenschaftlicher Texte mit dem Textsatzsystem LaTeX vorgestellt. Dazu gehören unter anderem: die Grundstruktur von Artikeln, Büchern, Folien und Beamer-Präsentationen; die Behandlung von Teildokumenten; die Produktion von pdf-Dokumenten; der Satz von Formeln und Tabellen; das Einbinden von einfachen Zeichnungen und beliebigen Grafiken in den üblichen Formaten; das Erstellen und Nutzen von Literaturdatenbanken zum automatisierten Zitieren. Auf Wunsch werden spezielle Probleme der Teilnehmer behandelt.
Anmerkungen:
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um Anmeldung beim Dozenten wird gebeten.
Literatur:
Helmut Kopka: LaTeX. Einführung, Bd. 1

Gedanklicher Inhalt, Bedeutungswissen, Interpretation (b, LA/S2)

Ulrich Schlösser

SE (51026) 16-18 Uhr
UL 6, 3086 ab Fr., 21. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Das einführende Seminar wird sich mit Themen im Grenzbereich zwischen der analytischen Philosophie des Geistes und der Sprach- und Bedeutungstheorie bewegen. Zu diesem Themenbereich gehören z.B. folgende Fragen: Was ist der Inhalt von unseren Gedanken, Überzeugungen und Wünschen? Wie werden Sätze der Überzeugungsäußerung oder der indirekten Rede korrekt analysiert? Gibt es eine spezifische Autorität der ersten Person in Bezug auf die Inhalte ihrer Gedanken und Überzeugungen, und wenn ja, worauf beruht sie? Worin besteht der Unterschied zwischen dem Wissen des Denkers oder Sprechers von dem, was er meint, und dem Wissen, das eine andere Person davon in einer Interpretation mit Hilfe ihrer eigenen Sprache erwirbt? Was ist der viel diskutierte Unterschied zwischen einer ‚internalistischen’ und einer ‚externalistischen’ Strategie bei der Bestimmung von Gedankeninhalten? Welchen Nutzen hat in diesen Kontexten die Annahme, es gäbe eine ‚Sprache des Geistes’?
Literatur:
Gedacht ist an eine Berücksichtigung der Beiträge von H. Putnam, T. Burge, J. Fodor, J. Searle, D. Davidson, S. Schiffer und C. Peacocke.

Henri Bergson, Denken und schöpferisches Werden (b, d, LA/S1)

Mirjana Surbeck-Vrhunc

SE (51027) 14-16 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Das Seminar ist eine Einführung in die Philosophie Henri Bergsons. Bergsons Kritik der Philosophie und der Wissenschaften seiner Zeit kristallisiert sich an den starren Formen unserer Begrifflichkeit, durch die uns die ereignishafte, die prozessuale und lebendige Seite der Wirklichkeit -- zunächst des Bewusstseins, dann von Bewegungen und Veränderungen und schließlich von Gesamtentwicklung natürlicher, sozialer und kultureller Strukturen -- verdeckt wird. Die ausgewählten Sätze aus dem Sammelband präsentieren durch seine Grundbegriffe der Intuition, der Zeit und der Veränderung die gesamte philosophische Konzeption Bergsons.
Literatur:
Henri Bergson: Denken und schöpferisches Werden. Aufsätze und Vorträge, Frankfurt a. M. [Syndikat] 1985

Einführung in die Ontologie abstrakter Objekte (b, d, LA/S)

Tim Wagner

SE (51028) 8-10 Uhr
UL 6, 2014a ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Die Unterscheidung zwischen abstrakten und konkreten Gegenständen scheint fundamental und intuitiv einleuchtend zu sein. Beispiele für abstrakte Objekte sind: Zahlen, Mengen, Propositionen, Relationen und Begriffe, Beispiele für konkrete Objekte dagegen: Steine, Personen, Moleküle, Schallplatten und Flüsse. Worin genau der Unterschied zwischen abstrakten und konkreten Gegenständen liegt, kann man mit Hilfe verschiedener Merkmale zu erklären versuchen, die konkreten Objekten zukommen, abstrakten aber fehlen. So sind abstrakte Objekte nicht wahrnehmbar, haben keine Position im Raum, stehen nicht in kausalen Relationen zu anderen Dingen und verändern sich nicht. Ob man die abstrakt/konkret-Unterscheidung auf diese Weise präzisieren kann, ob sie sich auf eine andere metaphysische Dichotomie reduzieren lässt oder als grundlegend und nicht weiter analysierbar betrachtet werden muss, soll im Seminar anhand von Texten aus den letzten Jahrzehnten diskutiert werden.
Literatur:
J. Burgess und G. Rosen: A Subject with No Object, Oxford 1997; Bob Hale: Abstract Objects, Oxford 1988; David Lewis: On the Plurality of Worlds, Oxford 2001 (1986); Edward N. Zalta: Abstract Objects. An Introduction into Axiomatic Metaphysics, Dordrecht 1983

Themen der theoretischen Philosophie der frühen Neuzeit (b, d, LA/S1)

Markus Wild

SE (51029) 12-14 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Dieses Einführungsseminar nimmt einflussreiche und wichtige Text- und Lehrstücke zur Erkenntnistheorie der frühen Neuzeit unter die Lupe. Im Zentrum stehen „Klassiker” wie Bacon, Descartes, Locke, Leibniz oder Hume. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund: Was sind die Quellen der Erkenntnis? Ist Erkenntnis möglich (Skeptizismus)? Was steht der Erkenntnisgewinnung entgegen, was fördert sie?
Anmerkungen:
Für Bachelor-Studierende empfiehlt sich die Kombination dieses Basisseminars mit der Vorlesung zu Erkenntnistheorie (R. Schumacher) als Modul „Theoretische Philosophie”.

Einführung in die Philosophie der Politik (c, LA/S2)

Héctor Wittwer

SE (51030) 14-16 Uhr
I 110, 239 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Die Grundfrage der politischen Philosophie lautet: Wie soll ein Staat eingerichtet sein? Im Unterschied zur Politikwissenschaft geht es ihr also vor allem um die Klärung der normativen Fragen, die sich daraus ergeben, dass wir politische Entscheidungen und Einrichtungen unter moralischen Gesichtspunkten beurteilen. Darüber hinaus bemüht sie sich um die Klärung politischer Grundbegriffe, wie z. B. „Macht”, „Recht” oder „Herrschaft”, sowie um die Verknüpfung anthropologischer Aussagen mit der Analyse politischer Phänomene. -- Im Seminar werden wir Auszüge aus klassischen Texten der Staatsphilosophie besprechen.
Texte:
Norbert Hoerster (Hrsg.): Klassische Texte der Staatsphilosophie, 10. Aufl., München 1999
Literatur:
Christoph Horn: Einführung in die politische Philosophie, Darmstadt 2003; Reinhard Mehring: Politische Philosophie, Leipzig 2005

Freundschaft und Liebe als philosophische Themen (c, LA/S2)

Colin Guthrie King, Héctor Wittwer

SE (51031) 14-16 Uhr
UL 6, 3088 a+b ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Seit ihren Anfängen hat sich die praktische Philosophie u. a. um die Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen bemüht. Dabei standen Freundschaft und Liebe im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. In diesem Zusammenhang geht es z. B. um folgende Fragen: Was sind die hinreichenden Bedingungen für eine Freundschaft? Muss sie wechselseitig sein, um zu gelingen? Welche Rolle spielen Freundschaft und Liebe für ein gelingendes Leben? Welche charakterlichen Voraussetzungen muss ein Mensch erfüllen, um Freund oder Geliebter eines anderen zu sein? -- Ausgehend von den klassischen Passagen bei Platon und Aristoteles, werden wir im Seminar ausgewählte Texte von verschiedenen Autoren behandeln. Zur einführenden Lektüre werden die unter „Literatur” angegebenen Texte empfohlen.
Literatur:
Platon: Lysis (verschiedene Ausgaben); D. Thomä (Hrsg.): Analytische Philosophie der Liebe, Paderborn 2000; K.-P. Eichler (Hrsg.): Philosophie der Freundschaft, Leipzig 2000

Boethius zur Einführung in die Philosophie des Mittelalters (b)

Roland Wittwer

SE (51032) 16-18 Uhr
I 110, 241 ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Boethius’ Einfluss auf die mittelalterliche Philosophie kann kaum überschätzt werden. Bis ins 13. Jh. war beinahe alles, was der lateinische Westen von Aristoteles kannte, durch ihn vermittelt. Boethius’ Übersetzungen, Kommentare und seine logischen Traktate prägten die Entwicklung der Logik im frühen Mittelalter massgeblich, seine theologischen Traktate blieben Bezugspunkte während des ganzen Mittelalters, und sein De Consolatione Philosophiae war eines der meist gelesenen Werke im Mittelalter überhaupt. Anhand ausgewählter Teile seiner philosophischen und theologischen Schriften sollen in dieser Veranstaltung mittelalterliche Fragestellungen vornehmlich im Bereich der theoretischen Philosophie diskutiert werden, die in Boethius’ Texten ihren Ausgang nehmen oder in ihnen einen wichtigen Bezugspunkt haben.
Literatur:
Zur Einführung empfohlen: John Marenbon: Boethius, Oxford: OUP 2003

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Seminare im Hauptstudium


F.W.J. Schelling: Jenaer Philosophie der Identität (1801-1803) (b)

Steffen Dietzsch

SE (51050) 8-10 Uhr
I 110, 241 ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Schellings Problem, wie denn ein transzendentaler Idealismus -- nach Kant -- als System würde konstruiert werden können, steht im Mittelpunkt der zweiten Hälfte seiner Jenaer Zeit (1801-1803). Das Seminar untersucht dabei (a) die Texte Schellings, die er im -- zusammen mit Hegel herausgegebenen -- KRITISCHEN JOURNAL DER PHILOSOPHIE veröffentlicht hat und (b) seinen großen spekulativ-ästhetischen Dialog BRUNO. Schelling entwickelt hier nachhaltig eine Fragestellungen, die dann in der Moderne wieder virulent wird: den Zusammenhang von Identität und Mythos.
Texte:
F. W. J. Schelling, G. W. F. Hegel: Kritisches Journal der Philosophie (Berlin: das europäische buch 1985); F. W. J. Schelling: Bruno oder Über das göttliche und natürliche Prinzip der Dinge (Leipzig Reclam 1989)
Literatur:
Reinhard Lauth: Die Entstehung von Schellings Identitätsphilosophie in der Auseinandersetzung mit Fichtes Wissenschaftslehre, Freiburg/München 1975; Panajotis Kondylis: Die Entstehung der Dialektik, Stuttgart 1979; bes. S. 596-690; Dieter Henrich: Selbstverhältnisse, Stuttgart 1982

Kultur und Kulturen -- eine philosophische Standortbestimmung (b, d)

Rolf Elberfeld

SE (51051) 16-18 Uhr
UL 6, 3086 ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
In den zahlreichen Untersuchungen zur Entwicklung des Kulturbegriffs wurde eine kleine, aber sehr wirkungsreiche Unterscheidung nur wenig beachtet. Denn erst gut 100 Jahre, nachdem das Singularetantum Kultur eine wichtige Rolle für die Neufassung der Geschichte der Menschheit bei Herder spielte, wurde der Plural Kulturen zuerst von Jacob Burckhardt in die Sprache der Geisteswissenschaften eingeführt und dann durch Friedrich Nietzsche in der deutschen Sprache verbreitet. Vor diesem Hintergrund ist ein Begriff der Kultur von einem Begriff der Kulturen zu unterscheiden. Im Seminar soll die Bedeutung dieses Unterschieds für die gegenwärtige Kulturphilosophie und Kulturwissenschaft anhand von paradigmatischen Texten erarbeitet werden. Eine zentrale Frage soll dabei sein, wie die Kulturphilosophie Cassirers, die von einem singularischen Kulturbegriff ausgeht, mit der Frage nach der „Interkulturalität” zusammengeführt werden kann, die wesentlich mit dem Plural Kulturen verbunden ist.
Anmerkungen:
Da die zentralen Texte vor dem Seminar über e-mail zur Verfügung gestellt werden, ist eine persönliche Anmeldung notwendig: elberfel@uni-wuppertal.de („elberfel” ohne „d” am Ende ist korrekt)

Raum -- Zeit -- Relativität (b, d, LA/S1)

Hartmut Hecht

SE (51052) 16-18 Uhr
I 110, 239 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Gegenstand des Seminars ist die Geschichte des Relativitätsgedankens. Anhand von Texten Galileis, Descartes’, Newtons und Leibniz’ werden die physikalischen und philosophischen Aspekte insbesondere des Problems der Relativität der Bewegung diskutiert. Das Ziel besteht darin, Einsteins Leistung durch die Einbettung in den historischen Diskussionszusammenhang besser zu verstehen.

Texte zum Skeptizismus (b, d, LA/S1)

Rolf-Peter Horstmann

SE (51053) 18-20 Uhr
UL 6, 3103 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Gegenstand des Seminars werden neuere Arbeiten zum Skeptizismus sein.
Literatur:
Timothy Williamson: Knowledge and its limits, 2000

Logik und Grammatik in Wittgensteins Spätphilosophie (a, b)

Ingolf Max

SE (51055) 18-20 Uhr
UL 6, 3059 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Das Gesamtwerk Ludwig Wittgensteins hat einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts. In seiner frühen Philosophie (vor allem im „Tractatus logico-philosophicus”) realisiert er seine philosophiekritischen und ethischen Ziele scheinbar endgültig dadurch, dass er weitgehend die klassische Logik zugrunde legt und diese als Kalkül bzw. als ideale Sprache auffasst. In seiner Spätphilosophie (in erster Linie in den „Philosophischen Untersuchungen”) wird Philosophiekritik zu einer permanenten Aufgabe. Dies geht einher mit Wittgensteins filigraner Selbstkritik vieler früher Auffassungen. Logik wird nunmehr in erster Linie als Grammatik natürlicher Sprache verstanden. Gerade die Unübersichtlichkeit unserer Grammatik hält Wittgenstein für die Hauptquelle unseres philosophischen Unverständnisses. Im Seminar wollen wir anhand ausgewählter Texte aus Wittgensteins Spätwerk das Verhältnis von Logik und Grammatik in Zusammenhang mit seiner höchst aktuellen Relevanz für die Philosophiekritik betrachten. Wir erschließen uns die Begriffe „Bedeutung”, „Gebrauch”, „Familienähnlichkeit”, „Sprachspiel”, „Regel”, „Beschreibung” usw. Zu unseren Themen gehören Wittgensteins Diskussion der Logik der Farbbegriffe, der Negation, der Widersprüche, der Asymmetrie in der Verwendung von Einstellungsverben in der ersten und dritten Person u.a. Insgesamt wird sich zeigen, wie Wittgenstein seine Philosophiekritik stets durch ein Streben nach Klarheit als Selbstzweck realisiert.
Anmerkungen:
Bis zum 30.09.2005 wird unter http://amor.cms.hu-berlin.de/ ~maxingol/lw/ eine Seite eingerichtet, die weitere Informationen zum Seminar bereitstellt. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie ein Referat übernehmen.
Leistungsnachweis:
Der Erwerb eines Leistungsnachweises erfolgt über die erfolgreiche Erstellung einer Hausarbeit, deren Themen einer Liste entnommen bzw. in direkter Absprache mit mir vereinbart werden können.
Literatur:
Ludwig Wittgenstein: Werkausgabe in 8 Bänden, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1984 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 501-508)

Freiheit und Neurobiologie (vierstündiges Seminar) (b, c)

Norbert Meuter

SE (51056)
ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl.  10-12 Uhr I 110, 239
ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl.  10-12 Uhr I 110, 239
Kommentar:
Neurobiologen wie Wolf Singer und Gerhard Roth vertreten die These, dass es sich bei dem Konzept der menschlichen Willensfreiheit lediglich um eine Illusion handelt. Als empirischer Beleg für diese These gelten die sogenannten „Libet-Experimente”. Im Seminar soll die These von Singer und Roth rekonstruiert werden. Vor allem aber geht es um die Frage, wie man philosophisch auf sie reagieren soll. Anhand klassischer Konzeptionen (Aristoteles, Kant, Bergson, Heidegger) wird dieser Frage nachgegangen. Neben wissenschaftstheoretischen Überlegungen zum Verhältnis von Philosophie und Wissenschaften steht im Mittelpunkt die systematische Frage, ob das gängige Freiheitsverständnis, das auch der neurobiologischen Konzeption zugrunde liegt (Freiheit als Entscheidung zwischen Alternativen), ausreicht, um die menschliche Handlungswirklichkeit zu erfassen.
Anmerkungen:
Das Seminar ist vierstündig.
Leistungsnachweis:
Scheine können durch Referat und Hausarbeit erworben werden.

Der Graben zwischen wissenschaftlichen Fakten und moralischen Werten (b, d, LA/S1)

Olaf Müller

SE (51057) 12-14 Uhr
UL 6, 3086 ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Die meisten denkenden Zeitgenossen glauben, dass wir immer eine strikte Grenze zwischen dem wertend-normativen Teil unserer Meinungen und deren faktischem Teil müssten ziehen können. Zum Beispiel gehört die Sein/Sollen-Schranke zur Grundausstattung eines jeden Debattenredners: Allein aus Prämissen darüber, wie es de facto in der Welt der Fall ist, folgt keine Konklusion darüber, wie die Welt sein sollte. Nun ist diese Sicht der Dinge während der letzten dreißig Jahre in die Defensive geraten. Einerseits gibt es Vorschläge für angeblich logisch korrekte Sein/Sollens-Schlüsse (z.B. von Peter Geach); andererseits bestreiten Autoren wie Iris Murdoch, Bernard Williams und Hilary Putnam, dass die semantische Dichotomie zwischen Wertausdrücken und Faktenausdrücken strikt durchgehalten werden kann. Und schliesslich wird seit neuerem die wissenschaftsphilosophische These verfochten, dass selbst die beschreibenden Wissenschaften nicht ohne Rückgriff auf Werte auskommen könnten. Alle drei Themen sollen in dem Seminar zur Sprache kommen.

Die Realismus Debatte (b, d, LA/S1)

Eric Oberheim

SE (51059) 14-16 Uhr
I 110, 241 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Wissenschaftliche Realisten vertreten die Auffassung, dass Naturwissenschaften objektive Wahrheiten über eine unabhängige Wirklichkeit entdecken und dass wissenschaftlicher Fortschritt am besten als stetige Annäherung an die Wahrheit verstanden wird. Dem stehen verschiedene alternative anti-realistische Interpretationen des wissenschaftlichen Fortschritts und Wissens gegenüber. Dazu gehören beispielsweise Instrumentalismus und Konstruktivismus. In diesem Seminar sollen realistische und anti-realistische Interpretationen verglichen und gegenübergestellt werden. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die Hauptargumente für oder gegen die jeweiligen Auffassungen.
Literatur:
Zu Beginn des Semesters wird in der Bibliothek ein Handapparat mit den zu behandelnden Texten aufgestellt werden.

Philosophie der älteren Stoa (b, c, d, LA/S1)

Christof Rapp

SE (51060) 12-14 Uhr
UL 6, 2014b ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Die Philosophie der Stoa ist vor allem für ihre Ethik bekannt. Allerdings ist die stoische Ethik auf vielfache Weise mit anderen philosophischen Disziplinen, wie der Naturphilosophie, der Erkenntnistheorie und der Logik verknüpft. Das Seminar wird versuchen, die ethischen Hauptlehren der Stoiker im Rahmen dieses Kontextes zu erörtern; dabei soll eine Konzentration auf die Vertreter der sogenannten älteren Stoa erfolgen.

Zur „ontologischen Wende” in der deutschen Philosophie des 20. Jahrhunderts (b)

Hans-Christoph Rauh

SE (51062) 10-12 Uhr
I 110, 241 ab Fr., 21. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Es war sicher eine der größten philosophischen Überraschungen des vergangenen Jahrhunderts, dass es nach dem neuzeitlichen Paradigmenwechsel von der alten Metaphysik bzw. Seinslehre zur subjektorientierten Philosophie und Erkenntnislehre, insbesondere aber nach Kants radikaler vernunftkritischer Überwindung jeglicher alter Seins-Metaphysik, in unmittelbarer Überwindung des alles beherrschenden Neukantianismus und seiner besonderen Spezialisierung auf die Erkenntnistheorie als der Grundlagendisziplin von Philosophie überhaupt, zu einer solch entschiedenen „ontologischen Wende”, also Ausarbeitung einer sogenannten „kritischen” bzw. Neuen Ontologie in Deutschland kam. Die Geschichte, die immanenten philosophischen wie auch externen Gründe dieser scheinbaren Wiederbelebung der traditionellen ontologischen Fragestellung soll anhand der oben genannten Vertreter und ihrer entsprechenden Hauptschriften zur Ontologie historisch-systematisch rekonstruiert und nachgezeichnet werden. Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung soll auch die besondere ontologische Tradition am Berliner Philosophischen Institut (1945 durch den Weggang von Hartmann abgebrochen) sowie in Greifswald bis 1955 (dem abschließenden Erscheinungsjahr der dreibändigen „Allgemeinen Ontologie der Wirklichkeit” von Günther Jacoby) stehen. Den Ausklang dieser ontologischen Wende bildet deren besondere marxistische Ausgestaltung in einer „Ontologie des gesellschaftlichen Seins” durch Georg Lukacs (1968ff) sowie eine, allerdings ohne jeglichen Bezug auf diese vorangegangene Gesamtentwicklung sich neuerdings herausbildende sogenannten „analytische Ontologie”. Eine Einführung in die Ontologie ist also nicht beabsichtigt!
Literatur:
Begriffs-Stichwort „Ontologie” (in Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 6, 1984) Hans Pichler: Über die Arten des Seins (Heidelberger Diss. 1906); Hans Pichler: Über Christian Wolffs Ontologie (1910); Nicolai Hartmann: Platons Logik des Seins (Marburger Diss. 19 09); Nicolai Hartmann: Metaphysik der Erkenntnis (1921); Nicolai Hartmann: Wie ist kritische Ontologie überhaupt möglich?, in: Festschrift für Paul Natorp (1924); Gerhard Lebmann: Die Ontologie der Gegenwart in ihren Grundgestalten (1933); Günther Jacoby: Allgemeine Ontologie der Wirklichkeit (1925/55); Nicolai Hartmann: Zur Grundlegung der Ontologie (1935); Nicolai Hartmann: Neue Wege der Ontologie, in: Systematische Philosophie (1942, Neudr. 1947); Günther Jacoby: Das Ergebnis, in: Allgm. OT der Wirklichkeit, Bd. II/2 (1955, Neudr. 1993); Georg Lukacs: Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins (2 Halbbände 1984/86, auch in früheren Teilausgaben); Grundkurs Philosophie Band 3: Ontologie (Urban Tb. 347, 1985); Grundprobleme der Analytischen Ontologie (UTB 2059, 1998)

Was ist ein Naturgesetz? (a, b)

Uwe Scheffler

SE (51063) 12-14 Uhr
UL 6, 3088 a+b ab Mi., 19. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Die mittlerweile als klassisch zu bezeichnenden Konzeptionen zum Begriff „Naturgesetz” sollen in der Veranstaltung vorgestellt und diskutiert werden. Dazu gehören insbesondere: die Regularitätsanalyse (Hume), Reichenbachs wahrscheinlichkeitstheoretischer Ansatz, Hempels und Oppenheims Versuch nomologische Erklärungen zu diskutieren, Ramseys und Lewis’ in modaler Sprache explizierbare Ideen, Konventionalismus, Cartwrights Kritik am Begriff selbst und andere mehr.
Literatur:
Eine (dem Gegenstand entsprechend eher ausführliche) Literaturliste wird rechtzeitig zur Verfügung gestellt.

Muskens: „Meaning and Partiality” (a, b)

Uwe Scheffler

SE (51064) 10-12 Uhr
UL 6, 1072 ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
In seinem Buch verbindet Muskens Montague-Logik mit Situations-Semantik in dem Original gegenüber jeweils etwas veränderten Versionen. Die entstehende semantische Theorie basiert auf partiellen Situationen, sie ist zur Analyse der natürlichen Sprache gedacht. Sie ist für Studierende der Philosophie, Linguistik und Informatik von Interesse. Auch wenn die Systeme von Grund auf eingeführt werden, setzt die Teilnahme an der Veranstaltung die Bereitschaft voraus, sich auch in komplexe formale Zusammenhänge einzuarbeiten. Ein Vortrag im Seminar ist für jeden Teilnehmer obligatorisch.
Literatur:
Reinhard Muskens: Meaning and Partiality

Fichtes Wissenschaftslehre „nova methodo” und die spätere Wissenschaftslehre (b, d, LA/S1)

Ulrich Schlösser

SE (51065) 12-14 Uhr
I 110, 239 ab Fr., 21. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Seit geraumer Zeit steht Fichtes Wissenschaftslehre ‚nova methodo’ im Zentrum der Idealismusforschung im In- und Ausland. Der Grund dafür ist, dass in kaum einem anderen Text der Zeit die Themen, die man gemeinhin mit der philosophischen Bewegung des deutschen Idealismus verbindet, in vergleichbar konzentrierter und eindringlicher Weise zur Darstellung kommen. Gemeint sind Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung, das interpersonale Verhältnis freier Menschen und die Arbeit an einem Philosophiebegriff, der diesen Themen Rechnung trägt. Wir wollen versuchen, den schwierigen Text vor allem auf der Basis der sog. Halleschen Nachschrift (Fichte-Gesamtausgabe Bd. IV, 2) unvoreingenommen zu lesen und problemorientiert zu diskutieren. Je nach Zeit und Interessenlage können dann auch die im Ansatz erheblich abweichenden späteren, d.h. nach 1800 entstandenen Darstellungen der Wissenschaftslehre mit herangezogen werden.
Literatur:
Zur Vorbereitung: Die ‚zwei Einleitungen’ in Fichtes „Versuch einer neueren Darstellung der Wissenschaftslehre” 1797/98. Christian Klotz: Selbstbewußtsein und praktische Identität, Ffm 2002; Jürgen Stolzenberg: Fichtes Begriff der intellektuellen Anschauung, Stg. 1986, Kapitel 2

Funktionale Erklärungen in der Biologie und in der Philosophie des Geistes (b, LA/S1)

Andreas Elepfandt, Markus Wild

SE (51067) 18-20 Uhr
UL 6, 3086 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Funktionale Erklärungen brauchen wir tagtäglich. Wenn wir wissen wollen, was das Ding da ist, dann ist eine Auskunft wie „Damit kann man Nüsse knacken” keine schlechte Auskunft. Nicht nur Artefakte, auch natürliche Objekte verlangen nach funktionalen Erklärungen, etwa die Organe des menschlichen Körpers. Aus biologischer Sicht sind alle Funktionen von Organismen und ihren Teilen Resultate evolutiven Gewordenseins. Eine zentrale Frage ist daher, wie können auf rein kausalem Wege Strukturen entstehen, denen wir Funktionen oder gar Zielstrebigkeit zuschreiben. Der Begriff dafür ist Teleonomie, d.h. etwas sieht aus oder wirkt wie funktional oder zielstrebig, ist aber kausal verursacht und erklärbar. Alle biologischen Erklärungen sind teleonome Erklärungen. Für die Philosophie des Geistes besteht der spannende Punkt in der Übertragung dieser teleologischen Funktionstheorie auf mentalen Gehalt. Teleologische Theorien des mentalen Gehalts („Teleosemantik” bzw. als „Biosemantik”) versuchen diesen Gehalt unter Rückgriff auf die teleologische Funktion zu erklären. Insbesondere versuchen sie zu erklären, wie mentale Zustände fehlrepräsentieren können. Teleofunktionen sind freilich umstritten. Teleologische Erklärungen scheinen „rückwärts gerichtete” Kausalität zu erfordern, setzen sich dem Vorwurf mentalistischer Projektionen auf die Natur aus.
Anmerkungen:
Dies ist ein interdisziplinäres Seminar, das die Nützlichkeit eines gemeinsamen Konzepts (Funktionale Erklärungen) prüfen soll. Von den Teilnehmer/innen wird erwartet, dass sie zum interdisziplinären Dialog bereit sind, dass sie aktiv Sitzungsvorbereitungen übernehmen.

Wahrheitstheorien (b)

Roland Wittwer

SE (51068) 10-12 Uhr
I 110, 241 ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Eine Theorie der Wahrheit erklärt, wie das Prädikat „... ist wahr” verstanden werden muss, ob und wenn, für was für eine Art von Eigenschaft es steht, und was für Dingen diese Eigenschaft gegebenfalls im eigentlichen Sinne zukommt. In dieser Veranstaltung werden in einem ersten Teil die wichtigsten Wahrheitstheorien, die im 19. und 20. Jh. in sprachanalytischer Tradition erarbeitet wurden, vorgestellt und geprüft. Ein zweiter Teil widmet sich eingehender ausgewählten zeitgenössischen Publikationen zum Thema.
Literatur:
G. Skirbekk (Hrsg.): Wahrheitstheorien. Eine Auswahl aus den Diskussionen über Wahrheit im 20. Jahrhundert, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1977; R. Schantz (Hrsg.): What is Truth?, Berlin: de Gruyter 2002; Wolfgang Künne: Conceptions of Truth, Oxford: Clarendon Press 2003

Philosophische Themen (b, c, d)

Rolf-Peter Horstmann

CO (51054) 19-22 Uhr
UL 6, 3103 ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 

Wissenschaftsphilosophisches Kolloquium (im durchschnittlich anderthalbwöchentlichen Rhythmus) (b, LA/S1, S2)

Olaf Müller

CO (51058) 19-22 Uhr
UL 6, 3085a ab Do., 20. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Das Kolloquium bietet seinen Teilnehmern und Teilnehmerinnen die Gelegenheit, in einem vierstündigen Abendmarathon eigene aktuelle Arbeiten (die im weitesten Sinn mit Wissenschaftsphilosophie zusammenhängen) gründlich zu verteidigen.
Anmerkungen:
Neue Kolloquianten können nur auf persönliche Einladung hin an den Diskussionen teilnehmen.

Themen der Antiken Philosophie: Aristoteles, Metaphysik A (b, d)

Christof Rapp

CO (51061) 16-18.30 Uhr
UL 6, 3103 ab Di., 25. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
In Zusammenarbeit mit akademischen Gästen soll der griechische Text des ersten Buches von Aristoteles’ Metaphysik gelesen und diskutiert werden. Ein Schwerpunkt wird auf der Rekonstruktion der bei Aristoteles referierten und kritisierten Lehren liegen.
Anmerkungen:
Anmeldung erforderlich.

Colloquium für Examenskandidaten und Doktoranden (b)

Oswald Schwemmer

CO (51066) 16-18 Uhr
UL 6, 3036 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Das Kolloquium ist für Examenskandidaten und Doktoranden konzipiert und dient der Vorstellung der entsprechenden Arbeiten.
Anmerkungen:
Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung.

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Fachdidaktik


Einführung in die Fachdidaktik I (f)

Joachim Hagner

SE (51033) 16-18 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Im Seminar werden fachliche, berufliche und didaktische Grundlagenkenntnisse vermittelt. Dabei handelt es sich um
  • eine kurze Besinnung auf das Was und das Wozu von Philosophie im Hinblick auch auf die Lehrtätigkeit an Schulen;
  • eine kurze Auseinandersetzung mit der Geschichte des Studien- und Schulfaches Philosophie;
  • die Gewinnung eines Arbeitsbegriffs von Didaktik anhand eines konkreten Beispiels;
  • eine Analyse des Rahmenplans Philosophie und eine darauf aufbauende modellhafte Planung des Studiums vor dem Hintergrund der geltenden Studienordnung;
  • eine erste exemplarische Erarbeitung des Dreischritts „Sachanalyse -- didaktische Reduktion -- methodische Umsetzung” im Rahmen der gemeinsamen Planung einer Unterrichtsstunde anhand eines „kanonischen” Textes;
  • die Umsetzung dieser Planung an einer Schule und die entsprechende Nachbereitung;
  • die Entwicklung von Untersuchungshinsichten auf der Grundlage der in der Nachbereitung gesicherten Erkenntnisse und Fragen und
  • eine aspektorientierte Auseinandersetzung mit der fachdidaktischen Literatur.
Leistungsnachweis:
Erwerb eines Leistungsnachweises durch eine 90minütige Klausur oder eine 30minütige mündliche Prüfung.

Praktikumvorbereitendes Seminar im Fach Philosophie (f)

Gertrud Fischer-Sabrow

SE (51069) 18-20 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Das Seminar befasst sich unter Einbeziehung allgemein- und fachdidaktischer sowie lernpsychologischer Literatur mit der Planung und Analyse von Unterricht. Das schließt ein
  • die rahmenplankonforme Festlegung inhaltlicher Schwerpunkte;
  • die Unterscheidung verschiedener thematischer Facetten als Grundlage der Sequenzplanung;
  • die darauf bezogene Bearbeitung geeigneter Texte;
  • die Sachanalyse;
  • die didaktische Aufbereitung;
  • die Formulierung von Schwerpunkt- und Feinlernzielen;
  • die Umsetzung der didaktischen Überlegungen in einem Stundenverlaufsplan;
  • die Entwicklung von Kriterien zur Analyse von Unterricht und
  • die Durchführung der Unterrichtsplanung im Seminar.
Anmerkungen:
Begrenzte Teilnehmerzahl. Vorherige Anmeldung im Praktikumbüro (der TU bzw. HU) erforderlich.
Leistungsnachweis:
Erwerb eines Leistungsnachweises durch die Anfertigung eines Unterrichtsentwurfs.

Unterrichtspraktikum im Fach Philosophie (f)

Gertrud Fischer-Sabrow

BS (51070)
s. Aushang 20. 2. - 18. 3. 2006
Kommentar:
Im Fachpraktikum soll zum einen Philosophieunterricht an (Berliner) Gymnasien kriteriengeleitet beobachtet und analysiert werden. Zum anderen soll unter Anleitung von Tutoren und Hochschullehrern eigenständig Unterricht geplant und durchgeführt werden.
Anmerkungen:
Begrenzte Teilnehmerzahl. Vorherige Anmeldung im Praktikumsbüro (der TU bzw. HU) erforderlich.
Leistungsnachweis:
Erwerb eines Leistungsnachweises durch die Anfertigung eines Praktikumsbericht.

Fachdidaktik der Philosophie: Methodische und theoretische Grundlagen des Philosophieunterrichts (f)

Joachim Hagner

SE (51071) 18-20 Uhr
I 110, 246 ab Mo., 24. 10. 2005 wöchtl. 
Kommentar:
Anliegen des Hauptseminars ist eine Vertiefung der bereits erworbenen fachdidaktischen Kenntnisse und ihre Erweiterung. Das betrifft
  • die Phasierung des Unterrichts;
  • seine einzelnen Phasen;
  • den Einsatz von akustischen und visuellen Medien im Unterricht;
  • die Führung des Unterrichtsgesprächs;
  • die Bedeutung des Übens im Philosophieunterricht;
  • die Vermittlung der sogenannten „Methodenkompetenzen” und
  • außerschulische Lernorte.
Anmerkungen:
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreich abgeschlossenes Praktikum
Leistungsnachweis:
Erwerb eines Leistungsnachweises durch eine schriftliche Hausarbeit.

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Sonstiges


Selbstsein: Person -- Gewissen -- Identität

Ludger Honnefelder

VL  16-18 Uhr
s. Aushang do.
Kommentar:
Subjekt des eigenen Handelns zu sein setzt ein spezifisches Verhältnis des Handelnden zu sich selbst voraus. Unter drei Stichworten ist dieses im Modus eines praktischen Selbstverhältnisses begegnende Selbstsein des Menschen in Philosophie und Theologie thematisiert worden: dem der Person, dem des Gewissens und dem der Identität. In allen Versuchen der Deutung des damit angezeigten Phänomens verbinden sich Gesichtspunkte der praktischen Philosophie und der Philosophie des Geistes mit solchen der Metaphysik, der Sozial- und der Religionsphilosophie. In der Vorlesung soll der Versuch der systematischen Deutung mit dem Blick auf historisch bedeutsame Ansätze verbunden werden. Dabei werden der stoische Begriff der syneidesis, die mittelalterliche Entdeckung des Gewissens und seine neuzeitliche Rezeption, der praktische Personbegriff, die Phänomenologie des Selbstseins und die philosophischen und theologischen Identitätstheorien der Moderne besondere Berücksichtigung erfahren. Inhaltlich geht es um die Klärung der Frage, wie sich personale Identität im Modus des praktischen Selbstverhältnisses ausbildet.
Anmerkungen:
Diese Veranstaltung wird im Rahmen der Guardini-Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung der Theologischen Fakultät angeboten.
Literatur:
Ch. Taylor: Quellen des Selbst. Die Entstehung der neuzeitlichen Identität (1989), Frankfurt 1994; D. Sturma: Philosophie der Person. Die Selbstverhältnisse von Subjektivität und Moralität, Paderborn 1997; L. Honnefelder: Praktische Vernunft und Gewissen, in: A. Hertz / W. Korff / T. Rendtorff / H. Ringeling (Hrsg.): Handbuch der christlichen Ethik 3, Freiburg 1982, 19-43; E. Tugendhat: Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung: sprachanalytische Interpretationen, Frankfurt/Main 1997; L. Siep (Hrsg.): Identität der Person: Aufsätze aus der nordamerikanischen Gegenwartsphilosophie, Basel u.a, 1983

Naturrechtstheorien im Mittelalter

Ludger Honnefelder

SE  18-20 Uhr
s. Aushang do.
Kommentar:
Auf dem Hintergrund des aristotelischen Begriffs praktischer Vernunft und seiner Transformation in der Stoa entwickelt das Mittelalter eine Lehre von der sittlichen Verpflichtung des Menschen unter dem Titel des „natürlichen Gesetzes“. Dabei werden von Thomas von Aquin, Johannes Duns Scotus und Wilhelm von Ockham je eigene Deutungen des tradierten Begriffs entwickelt. Interesse haben diese Theorien in der Moderne unter unterschiedlichen Gesichtspunkten gefunden: im Blick auf ihre Vorläuferrolle für die neuzeitlichen Naturrechtstheorien, unter dem Gesichtspunkt des Verhältnisses von Autonomie und Theonomie und nicht zuletzt in Bezug auf eine moderne, die menschliche Natur angemessen aufnehmende Begründung philosophischer und theologischer Ethik. Im Seminar sollen anhand der Lektüre und Interpretation ausgewählter (lateinisch und deutsch zur Verfügung gestellter) Texte die von Thomas von Aquin, Johannes Duns Scotus und Wilhelm von Ockham vorgelegten Naturrechtstheorien erarbeitet und auf ihre Bedeutung hin erörtert werden.
Anmerkungen:
Diese Veranstaltung wird im Rahmen der Guardini-Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung der Theologischen Fakultät angeboten.

 


Impressum:

Verantwortung im Sinne des Presserechts:
Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Philosophie
Der Geschäftsführende Direktor
Prof. Dr. Christof Rapp
Unter den Linden 6, 10099 Berlin
Tel: (030) 2093-2204, Fax: (030) 2093-2419
E-Mail: RappC@philosophie.hu-berlin.de
 


Sebastian Murk · 04.09.2005