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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Philosophie

Vorlesungsvereichnis Wintersemester 06/07

Vorlesungen · Seminare im Grundstudium · B.A. Basisstudium · Seminare im Hauptstudium · B.A. Vertiefungsstudium · Fachdidaktik · Sonstiges


  !!! Aktuelle Änderungen sind immer zuerst am Aushang gegenüber UL 6, 3105 ersichtlich !!!
(jeweiliger Stand der online-Fassung: s. Schlusszeile)
 

Abkürzungen:

  VL - Vorlesung
  TU - Tutorium
  SE - Seminar
  MK - Meisterkurs
  CO- Colloquium

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Vorlesungen


Einführung in die Philosophie (e, LA/SE)

Volker Gerhardt

VL (51001) 16-18 Uhr
UL 6, 2097 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Die obligatorische Vorlesung ist als historisch-systematische Einführung angelegt. Die leitenden Fragen der Philosophie werden im Kontext der philosophischen Disziplinen vorgestellt und mit Blick auf einige exponierte Denker der Tradition erläutert. Die historische Ausrichtung, die sich um die Darstellung der Kontinuität des Fragens bemüht, widerspricht dem Versuch, die epochale und existenzielle Bedeutung des Philosophierens vor Augen zu führen, keineswegs. Im Zentrum einer jeden Doppelstunde steht ein Text, der im begleitenden Tutorium weiter beraten, durch Verwendung methodischer Hilfsmittel erschlossen und durch Bezug auf weiterführende Literatur eingehender ausgelegt werden kann.

Deutscher Idealismus: Hegel (b, LA/S1)

Rolf-Peter Horstmann

VL (51002) 12-14 Uhr
UL 6, 3075 ab Di., 31.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Die Vorlesung wird Grundzüge des Hegelschen Systems und seiner Entwicklung darstellen.

Philosophische Staatslehren zwischen 1848 und 1918 (c, d, LA/S2)

Christian Möckel

VL (51003) 18-20 Uhr
UL 6, 1072 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Die Vorlesung bietet einen Einblick in die Entwicklung der Staatslehren und die ihnen zugrundeliegenden Grundbegriffe des rechtsphilosophischen und politischen Denkens in der Epoche zwischen März- und Novemberrevolution in Deutschland (1848 - 1919). Den Anfangspunkt bilden die Staatstheorien von Steins und Lassalles, den Endpunkt die im Sommer 1919 angenommene Weimarer Verfassung. Schwerpunkte sind u.a. die während des Ersten Weltkrieges kulminierenden Auseinandersetzungen um Naturrecht oder Staatsräson als Fundament des Staatsverständnisses, um den Vorrang eigentümlicher deutscher Werte oder westeuropäischer Werte im modernen Staatsleben, um den konstitutionellen oder volksgemeinschaftlichen Charakter des zukünftigen deutschen Staates. Weitere Schwerpunkte bilden die Debatte um die Marxsche Staats- und Rechtsauffassung und die Konzipierung eines ethischen Staatsbegriffs (Cohen).
Literatur:
Steffen Bruendel: Volksgemeinschaft oder Volksstaat. Die ‚Ideen von 1914’ und die Neuordnung Deutschlands im Ersten Weltkrieg, Berlin 2003

Utilitaristische Ethik (c, LA/S1)

Olaf Müller

VL (51004) 16-18 Uhr
UL 6, 1070 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Utilitaristen wie J. Bentham, J.S. Mill, G.E. Moore und D. Birnbacher behaupten, dass jede einzelne Handlung an ihren Folgen fürs Wohlergehen der Betroffenen zu messen ist. Demnach ist eine Handlung nur dann moralisch richtig, wenn sie im Vergleich zu all ihren Alternativen das grösste Glück nach sich zieht, bzw. genauer: das grösste Übergewicht von Glück über Schmerz. Diese ethische Theorie ist von bestechender Einfachheit, nur -- ist sie auch plausibel? In der Vorlesung möchte ich zuerst zu zeigen versuchen, dass der Utilitarismus besser ist, als viele seiner Kritiker meinen; danach will ich mit neuen Argumenten gegen den Utilitarismus plädieren.
Anmerkungen:
Da die Hörerinnen und Hörer immer gegen 17 Uhr in einer viertelstündigen Pause neue Kräfte schöpfen sollen, kommt die Vorlesung nur für diejenigen infrage, die wirklich bis zum Ende der Vorlesung um 18.00 Uhr Zeit haben.

Was ist der Geist? Erklärungsmodelle der frühen Neuzeit (b, LA/S1)

Dominik Perler

VL (51005) 18-20 Uhr
UL 6, 3075 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
In gegenwärtigen philosophischen Debatten scheint es häufig selbstverständlich, dass die geistigen Zustände von den körperlichen unterschieden und mit Bezug auf bestimmte Merkmale charakterisiert werden können. So wird etwa angenommen, dass sich geistige Zustände durch Intentionalität und Bewusstsein auszeichnen und deshalb von ganz anderer Art sind als körperliche Zustände. Doch wie kam es zu dieser Gegenüberstellung? Und wie wurden die Merkmale des Mentalen bestimmt? Diesen fundamentalen Fragen geht die Vorlesung nach, indem sie bei der Entstehung moderner Theorien des Geistes ansetzt und sowohl in historischer als auch in systematischer Hinsicht drei Probleme untersucht: (1) Welche metaphysischen Modelle wurden zur Erklärung des Verhältnisses von Geist und Körper entwickelt? (2) Welche epistemologischen Modelle wurden vorgelegt, um den Zugang zum Geist -- zum eigenen ebenso wie zu demjenigen eines anderen Menschen -- zu erläutern? (3) Mit welchen psychologischen Modellen wurden verschiedene Arten von geistigen Zuständen (Wahrnehmungen, Emotionen, mathematisches Denken usw.) voneinander unterschieden und klassifiziert? Diese Probleme sollen durch eine Analyse klassischer Texte von Descartes, Malebranche, Spinoza, Locke und Hume erörtert werden. Die Vorlesung verfolgt dabei ein zweifaches Ziel. Zum einen soll ein allgemeiner Überblick über die wichtigsten Modelle des Geistes und damit auch eine Einführung in einen Kernbereich der frühneuzeitlichen Philosophie vermittelt werden. Zum anderen sollen zentrale systematische Probleme, die auch in der gegenwärtigen Debatte im Mittelpunkt des Interesses stehen, ausgehend von klassischen Theorien vorgestellt und diskutiert werden.
Anmerkungen:
Es werden keine besonderen Vorkenntnisse vorausgesetzt. Für BA-Studierende findet ein begleitendes Tutorium statt, das in die exegetische Arbeit einführt und die wichtigsten Texte, die in der Vorlesung vorgestellt werden, vertiefend behandelt.

Modallogik (a, b)

Uwe Scheffler

VL (51006) 12-14 Uhr
UL 6, 1072 ab Mi., 18.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
In der Vorlesung wird die moderne modale Aussagen- und Prädikatenlogik einschließlich der Semantik vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf dem formalen Apparat, die Bereitschaft, sich selbständig mit Übungen zu beschäftigen, wird daher vorausgesetzt. Literaturhinweise und ein Veranstaltungsplan erscheinen vor Veranstaltungsbeginn auf den Seiten des Institutes für Philosophie.
Anmerkungen:
Teilnahmevoraussetzung: Logik-Grundkurs!

Einführung in die Logik mit Tutorium (B.A.) (a, LA/S3)

Uwe Scheffler

VL (51007) 10-12 Uhr
UL 6, 1072 ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
In dieser Veranstaltung werden elementare Kenntnisse der Beweistheorie und der Semantik der klassischen Aussagen- und Prädikatenlogik vermittelt: formale Sprache, Schlussregeln, logische Wahrheit. Historische Exkurse und die Diskussion des philosophischen Hintergrundes erleichtern das Verständnis.
Anmerkungen:
Der Besuch des Seminars, der Vorlesung und eines entsprechenden Tutoriums werden sinnvoller Weise im Zusammenhang absolviert.
Literatur:
Horst Wessel: Logik; Henning Franzen, Uwe Scheffler: Logik -- Kommentierte Aufgaben und Lösungen; Max Urchs: Klassische Logik; Willard Van Orman Quine: Grundzüge der Logik

Theorien des Bewusstseins (b, d, LA/S1)

Ralph Schumacher

VL (51009) 08-10 Uhr
UL 6, 3075 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Die Untersuchung bewusster geistiger Prozesse durch die Kognitionswissenschaften wirft viele grundsätzliche Fragen auf: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Bewusstsein zum Gegenstand psychologischer und neurowissenschaftlicher Untersuchungen werden kann? Welche Arten von Bewusstsein lassen sich anhand spezifischer kognitiver Funktionen charakterisieren? Was heißt es, Bewusstsein im Zuge psychologischer oder neurowissenschaftlicher Studien zu erklären? Geht die Erklärung bewusster geistiger Prozesse zwangsläufig mit deren Reduktion auf Gehirnprozesse einher? Folgt daraus, dass sich die Gehirnprozesse, die bei bewussten Entscheidungen stattfinden, neurowissenschaftlich erklären lassen, dass es Willensfreiheit nicht gibt? Diese Fragen sind nach wie vor offen und lassen sich nur im Zuge der Kooperation von Psychologen, Neurowissenschaftlern und Philosophen beantworten. Im Zuge dieser Vorlesung soll ein Überblick über die wichtigsten gegenwärtigen Kontroversen gegeben werden.
Literatur:
Zur Einführung empfohlen: David Rose: Consciousness. Philosophical, Psychological and Neural Theories, Oxford: Oxford University Press 2006

Apriorisches Wissen (b, d, LA/S1)

Thomas Schmidt

VL (51008) 10-12 Uhr
UL 6, 3059 ab Fr., 20.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Apriorisches Wissen ist von der Erfahrung unabhängiges Wissen. Schon diese einigermaßen unspezifische Bestimmung erklärt, warum der Begriff apriorischen Wissens in der philosophischen Tradition wie auch in der gegenwärtigen Erkenntnistheorie ebenso intensiv wie kontrovers diskutiert wurde und wird. Denn: Wie, und mit Bezug auf welche Erkenntnisbereiche, sollte apriorisches Wissen möglich sein? Und wenn apriorisches Wissen unmöglich ist -- würden dann nicht alle Bereiche respektabler Bemühungen um Erkenntnis in die Zuständigkeit der empirischen Wissenschaften fallen? (Und welche Aufgaben verblieben dann bei der Philosophie?) In dieser Vorlesung werden unterschiedliche Konzeptionen apriorischen Wissens vorgestellt und diskutiert. Gleichzeitig bietet die Vorlesung eine Einführung in grundlegende erkenntnistheoretische Begriffe, Problemstellungen und Positionen.

Einführung in die Kulturphilosophie (b, d, LA/S2)

Oswald Schwemmer

VL (51010) 10-12 Uhr
UL 6, 3094/96 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Die Vorlesung bietet eine „medientheoretische Grundlegung“ der Kulturphilosophie. Aus einer anthropologischen Begründung des Kulturbegriffs ergibt sich eine Sicht auf die Kultur als Universum der in einer Gesellschaft etablierten Ausdrucksformen. Diese werden in ihrer Wirkung als Artikulationsmuster für das Ausdruckshandeln der Menschen untersucht. Über grundlegende „Kulturbegriffe“ -- Artikulation, Medium, Symbol, Form, Sinn, Bild, Begriff -- soll der Kulturbegriff dabei selbst seine Prägnanz gewinnen und dadurch „die kulturelle Existenz des Menschen“ verständlich machen.
Literatur:
Ernst Cassirer: Zur Logik der Kulturwissenschaften. Fünf Studien, Darmstadt [Wissenschaftliche Buchgesellschaft] 31971; Ralf Konersmann (Hrsg.): Kulturphilosophie, Leipzig [Reclam] 1997; Susanne K. Langer: Philosophie auf neuem Wege, Frankfurt am Main [Fischer Taschenbuch] 1984; Oswald Schwemmer: Die kulturelle Existenz des Menschen, Berlin [Akademie Verlag] 1997; Oswald Schwemmer: Kulturphilosophie. Eine medientheoretische Grundlegung, München [Wilhelm Fink] 2005

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Seminare im Grundstudium


Eudaimonistische Ethiken (c, d)

Philipp Brüllmann

SE (51015) 14-16 Uhr
I 110, 241 ab Mi., 18.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Im Zentrum der so genannten „eudaimonistischen Ethiken” steht die Frage nach dem Glück (griechisch: eudaimonia) bzw. dem guten, gelungenen Leben. Waren Ethiken dieses Typs in der Antike vorherrschend, galt ihr Ansatz in der Neuzeit -- z.B. durch die Eudaimonismus-Kritik Immanuel Kants -- als grundsätzlich verfehlt. Erst in den letzten Jahren ist das Glück als Gegenstand in die philosophische Debatte zurückgekehrt. Im Rahmen des Seminars werden wir anhand ausgewählter Texte untersuchen, worin die genaue Fragestellung eudaimonistischer Ethiken liegt und mit welchen argumentativen Strategien sie sich dieser Fragestellung nähern. Nicht zuletzt wird es dabei auch um einen Vergleich antiker und gegenwärtiger Positionen gehen.
Literatur:
Zu Beginn des Seminars wird ein Reader als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt.

Einführung in die Zoologie des Aristoteles (b, d)

Klaus Corcilius

SE (51016) 10-12 Uhr
UL 6, 2014b ab Fr., 20.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Aristoteles gilt als der Begründer unserer wissenschaftlichen Biologie. Er hat ein umfangreiches Werk von biologischen Schriften hinterlassen, das sich in vielerlei Hinsicht bis heute als modellbildend erwiesen hat. Was uns in dem Seminar aber hauptsächlich beschäftigen soll, sind nicht Biologie und Zoologie als solche, sondern -- anhand von Beispielen -- die Weise, in der Aristoteles als Philosoph mit dem Gegenstand der Zoologie umgeht: Wie organisiert er die Stoffmasse? Welches sind die strukturierenden Begriffe? Wie geht er vor und was will er in seinen zoologischen Schriften zeigen? Wie zeigt er es? Bei der Beantwortung der Fragen hilft uns der Umstand, dass Aristoteles meist methodisch reflektiert vorgeht, er sich bei der Erörterung von Sachthemen also fragt, was er gerade tut und aus welchem Grund. Im Seminar werden wir mit einer Auswahl aus verschiedenen Texten des Aristoteles arbeiten, die in kopierter Form ausgegeben werden (meist nur in englischen Übersetzungen verfügbar). Bevor wir zu den zoologischen Schriften kommen, sollen einige grundlegende Begrifflichkeiten der Aristotelischen Naturphilosophie diskutiert werden (Natur- und Ursachenbegriff).
Anforderungen: Das Seminar setzt keine Vorkenntnisse voraus. Biologen sind herzlich eingeladen. Es sollten sich jedoch nicht nur Biologen angesprochen fühlen. In diesem Seminar stehen methodische Fragen im Vordergrund. Sie betreffen keineswegs nur die Zoologie, sondern ebenso sehr Fragen der Metaphysik und Wissenschaftstheorie, als deren ‚Testfeld’ die Aristotelische Zoologie angesehen werden kann. Das Seminar ist deswegen auch als Einführung in die Philosophie des Aristoteles überhaupt geeignet.
Literatur:
Aristoteles Physikvorlesung, übersetzt von H. Wagner, Berlin 1983. Aristoteles’ Werke ‚Historia Animalium’, ‚De Partibus Animalium’ und ‚De Generatione Animalium’ sind zugänglich in der englischen, von J. Barnes herausgegebenen Oxford-Übersetzung (The Complete Works of Aristotle, Vol. 1). Wolfgang Kullmann: Wissenschaft und Methode, Berlin 1974; Wolfgang Kullmann: Aristoteles und die moderne Wissenschaft, Stuttgart 1998; Kullmann/Föllinger (Hrsg.): Aristotelische Biologie, Stuttgart 1997; A. Gotthelf/J. Lennox (Hrsg.): Philosophical Issues in Aristotle’s Biology, Cambridge 1987

Heidegger: Sein und Zeit (b, d, LA/S2)

Dina Emundts

SE (51017) 14-16 Uhr
UL 6, 3086 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
In dem Seminar sollen ausgewählte Textabschnitte aus Martin Heideggers „Sein und Zeit” behandelt werden. Insbesondere wird es darum gehen (1) Heideggers Kritik an ,der klassischen’ Erkenntnistheorie und Ontologie zu verstehen und (2) einige wichtige Thesen von Heidegger zur Methode und zu Themen der Philosophie (Verhältnis des Menschen zu sich selbst, zu den Dingen und zu anderen Menschen, Rolle der Zeit, etc.) zu diskutieren.

Aristoteles. Metaphysik, Buch V (Delta) (b, d)

Katharina Fischer

SE (51018) 12-14 Uhr
I 110, 241 ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Im fünften Buch der Aristotelischen Metaphysik, dem sog. „Begriffslexikon“, werden die Verwendungsweisen vieler philosophisch relevanter Begriffe untersucht, wie z.B. Prinzip, Ursache, Element, Natur, Sein oder Substanz. Grundlegend für die Vorgehensweise des Aristoteles in verschiedensten philosophischen Teilbereichen ist die Analyse von Wörtern in Bezug auf Mehrdeutigkeiten in ihrer Verwendung, und eine differenzierende Betrachtung von Begriffen führt ihn zum Aufspüren von Fehlern anderer Theorien und zur Lösung philosophischer Probleme. Die Lektüre von Buch Delta gibt daher nicht nur Einblick in die Philosophie des Aristoteles, sondern vermittelt auch grundlegende methodische Aspekte.
Literatur:
Aristoteles: Metaphysik, übers. v. H. Bonitz, 3. Aufl., Reinbek 2002; Ross, W.D. (Hrsg.): Aristotle’s Metaphysics. A Revised Text with Introduction and Commentary, 2 Bde., Oxford 1924; Kirwan, Ch.: Aristotle. Metaphysics, Books Gamma, Delta and Epsilon, transl. with notes, 2. Aufl., Oxford 1993

Humanität. Zur Theorie des Menschen (b, LA/S2)

Volker Gerhardt

SE (51019) 14-16 Uhr
UL 6, 3088 a+b ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Die Beschwörung der Humanität gehört zu den willkommenen Bestandteilen feierlicher Reden. Das hat schon im 19. Jahrhundert Argwohn erregt und spätestens in den oberen Klassen der humanistischen Gymnasien zu pennälerhafter Distanzierung geführt. Nicht wenige gefallen sich bis heute darin Nietzsches kabarettistischen Ausruf: „Oh Humanität! Oh Böldsinn!” zu wiederholen. Doch der Spott legt sich rasch, wenn die Humanität in der Form des Menschenrechts zur Geltung gebracht wird. Die Menschenrechte gehören inzwischen, zumindest dort, wo sie Bestandteil von Verfassungen sind, zu den harten Fakten der politischen Realität, die Kriege auslösen und verhindern können. Im Seminar betrachten wir einige markante Stationen der langen Begriffsgeschichte der humanitas, verfolgen sie bis zum späten Auftritt des Wortes „Humanismus“ Anfang des 19. Jahrhunderts und zeichnen die drei Phasen des neuzeitlichen Humanismus bis in die Gegenwart nach. Ziel ist es, die begrifflichen Elemente eines heute noch gültigen Begriffs der Humanität zu prüfen, der in Kants Rede von der „Menschheit in meiner Person“ nicht nur ethisch, sondern auch politisch von Bedeutung ist.

Angewandte Ethik -- Mittler zwischen Theorie und Praxis? (c, d, LA/S2)

Dieter Graupner, Elke Graupner

SE (51020) 10-12 Uhr
I 110, 239 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Wenn moderne Wissenschaft immer mehr in Nano- und Makrobereiche unserer Umwelt, selbst unserer eigenen menschlichen Struktur eindringt, immer besser in der Lage ist, Prozesse der Natur zu erklären und sie häufig sogar zu simulieren und für die Lebensgestaltung der Menschen zu optimieren, dann ist die Frage nach Ethik auf der Tagesordnung. Moderne Ethik hat mehr denn je mit dem Zusammenspiel der verschiedensten Wissenschaften zu tun. Das wird u. a. deutlich durch den immer häufiger angebotenen Ethikunterricht in den Schulen, durch Ethikkurse in der Medizin wie auch durch technikethische Seminare in der Industrie. Deshalb wollen wir in dieser Veranstaltung, ausgehend von grundlegenden und traditionellen moralischen Fragen auf die Notwendigkeit und Sinnfälligkeit von Ethik als praxisrelevante Disziplin der Philosophie verweisen.
Literatur:
Lenk, Hans: Einführung in die angewandte Ethik: Verantwortlichkeit und Gewissen, Stuttgart 1997

Quellen der Technikphilosophie seit dem 19. Jahrhundert (c, d, LA/S2)

Dieter Graupner, Elke Graupner

SE (51021) 10-12 Uhr
I 110, 239 ab Mi., 18.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Wie arrangiert sich der Mensch mit der ihn umgebenden technischen Umwelt? Welche Zwänge entstehen durch die Konzipierung und Anwendung moderner Technologien? Fragen, die schon immer Gegenstand der Technikphilosophie waren und sind. In unserer Veranstaltung soll auf Quellen der Technikphilosophie seit dem 19. Jahrhundert eingegangen werden. Es geht u. a. um August Koelle, Karl Marx, Ernst Kapp, Arnold Gehlen. Damit im Zusammenhang geht es um das Problemfeld der Technikbewertung.
Literatur:
Fischer, Peter (Hrsg.): Technikphilosophie. Von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1996; Hubig, Christoph (Hrsg.): Nachdenken über Technik: Die Klassiker der Technikphilosophie, Berlin 2000

Die menschliche Natur und ihre Veränderbarkeit. Anthropologische und ethische Probleme (c, d)

Jan Heilinger

SE (51022) 18-20 Uhr
UL 6, 3092 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse über das Funktionieren des menschlichen Organismus, insbesondere des Gehirns, haben eine Reihe neuartiger Eingriffe möglich gemacht. Diese finden vor allem in der Medizin zu therapeutischen Zwecken Anwendung, können jedoch auch ohne medizinische Indikation bei Gesunden angewendet werden. Ausgehend von dieser bio- und medizinethischen Debatte um die Steigerung und Verbesserung der menschlichen Leistungsfähigkeit, die derzeit unter dem Schlagwort „Enhancement“ lebhaft geführt wird, soll im Seminar ein Blick auf die anthropologischen Hintergrundannahmen dieser Diskussion geworfen werden. Es soll gezeigt werden, dass die mit der Enhancement-Debatte verbundenen Diskussionen über die „Natur des Menschen“ an eine lange philosophische Tradition anknüpfen, die angesichts der Möglichkeit zur „Selbstverbesserung“ durch neue Verfügungsmöglichkeiten eine Verschärfung erfährt. Ziel des Seminars ist die Verständigung über einen gegenwärtigen Verhältnissen angemessenen Begriff der menschlichen Natur.
Anmerkungen:
Das Seminar ist als Lektüreseminar konzipiert. Es werden ausgewählte Textpassagen von Platon (Mythos des Protagoras), Pico della Mirandola (Oratio de hominis dignitate), Friedrich Nietzsche (Also sprach Zarathustra), sowie Arnold Gehlen (Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt) und Helmuth Plessner (Die Stufen des Organischen und der Mensch) gelesen, außerdem werden wir einen Blick auf literarische Auseinandersetzungen mit der Thematik werfen (Aldous Huxley: Brave New World). Zum Abschluss werden Texte von Jürgen Habermas (Die Zukunft der menschlichen Natur. Auf dem Weg zu einer liberalen Eugenik?) und Nick Bostrom, dem Initiator der „World Transhumanist Association“ (www.transhumanism.org), diskutiert.
Literatur:
Zur Einführung in die gegenwärtige Debatte empfehle ich den Band „Beyond Therapy. Biotechnology and the Pursuit of Happiness“ des President’s Council on Bioethics, New York 2003. Außerdem die Beiträge in Kurt Bayertz (Hg.): „Die menschliche Natur. Welchen und wieviel Wert hat sie?“ Paderborn 2005.

Erkennen und Handeln. Über das Verhältnis von Gedanken und Absichten zu ihren Gegenständen (b)

Boris Hennig

SE (51023) 16-18 Uhr
UL 6, 3086 ab Fr., 20.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Wenn ein Detektiv eine Liste der Dinge anfertigt, die jemand gerade einkauft, dann steht diese Liste in einem anderen Verhältnis zu den gekauften Dingen als die Einkaufsliste, die derjenige befolgt, der sie einkauft. Die Einkaufsliste wird nicht dadurch falsch, dass etwas auf ihr steht, dass tatsächlich nicht gekauft wird. Die Liste des Detektivs schon. Dieses Beispiel von Elizabeth Anscombe hat John Searle aufgegriffen und mit einer zentralen sprachphilosophischen Unterscheidung verknüpft, die John L. Austin eingeführt hat: der Rede von zwei verschiedenen „Passrichtungen“ oder directions of fit, in denen ein sprachliches Gebilde zur Realität steht. Searle behauptet, dass sich so der Unterschied zwischen Absicht und Wahrnehmung erklären lässt, und wir werden fragen, ob sich eine solche Behauptung halten lässt.
Literatur:
Wir werden vor allem folgende Texte (teils in Auszügen) lesen und diskutieren: Platon: Cratylus; Kant, Immanuel: Kritik der reinen Vernunft, Vorrede; Austin, John L.: How to Talk, in: ders.: Philosophical Papers; Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen; Anscombe, Elizabeth: Intention; Searle, John: Intentionality

Platons Phaidros (c)

Colin Guthrie King

SE (51024) 14-16 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Kommentar: Platons Phaidros ist ein Dialog, dessen vielfältiger Inhalt und merkwürdige Form einige für die Platonforschung programmatische Interpretationsversuche herausgefordert haben. In seiner ersten Hälfte werden drei Reden über die Liebe vorgestellt, die jeweils unterschiedliche und z.T. unvereinbare Aussagen über die Liebe enthalten. Der Dialog wird dann durch einen ethisch-psychologischen Exkurs unterbrochen, in dem ein Modell der Seele zur Erklärung der Strebensliebe vorgestellt wird. Die zweite Hälfte des Dialogs kreist thematisch um eine Kritik der Rhetorik. Nach Erläuterung einer philosophischen Gesprächskunst namens Dialektik endet der Dialog mit einer Kritik an der Schriftlichkeit. -- Im Seminar sollen unter Berücksichtigung anderer Texte Platons sowie der Aristotelischen Rhetorik die zu diesen drei Textabschnitten korrespondierenden Themenbereiche (Theorie der Liebe; Platonische Psychologie der Emotionen; Platonische Dialektik und Theorie der Rhetorik) gemeinsam diskutiert werden, um darauf einige Interpretationen zu diesen Themen (insbesondere die der Tübinger Schule zur Schriftlichkeitskritik) zu besprechen.
Literatur:
Ein Reader mit einer deutsch-griechischen Ausgabe des Phaidros, ausgewählten Teilen von Aristoteles’ Rhetorik und einer Auswahl an Sekundärliteratur wird zur Verfügung gestellt. Die einschlägigen Kommentare zum Haupttext sind W.H. Thompson, The Phaedrus of Plato (London 1868), R. Hackforth, Plato’s Phaedrus (Cambridge 1952), G.J.A. de Vries, A Commentary on the Phaedrus of Plato (Amsterdam 1969) sowie E. Heitsch, Platons Phaidros: Übersetzung und Kommentar (Göttingen 1994).

Existenzphilosophie: Karl Jaspers (c, LA/S2)

Erik Lehnert

SE (51025) 12-14 Uhr
UL 6, 2014a ab Fr., 20.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Vor 75 Jahren, im Oktober 1931, erschien mit Die geistige Situation der Zeit eine vielgelesene philosophische Zeitkritik, die bis heute als eine erhellende Analyse der geistigen Grundlagen unseres Zeitalters gilt. Karl Jaspers veröffentlichte damit erstmals seine Existenzphilosophie, die er wenige Monate später mit der dreibändigen Philosophie eingehend begründete. Er definierte sie als „das alle Sachkunde nutzende aber überschreitende Denken, durch das der Mensch er selbst werden möchte.“ Damit wollte Jaspers der Lebenswirklichkeit des ganzen Menschen gerecht werden und philosophische Reduktionismen, wie er sie in Neukantianismus und Wertphilosophie sah, vermeiden. Nicht zuletzt die Turbulenzen der ausgehenden Weimarer Republik trugen dazu bei, daß Jaspers‘ Existenzphilosophie zu einer der populärsten philosophischen Strömungen wurde. Wir wollen diese Schrift lesen, die einzelnen Analysen auf ihre Gültigkeit hin überprüfen und uns damit gleichzeitig die Grundzüge der Existenzphilosophie erarbeiten. Literatur und technische Details werden in der ersten Sitzung besprochen.
Literatur:
Jaspers, Karl: Die geistige Situation der Zeit (1931), 9. Abdr. der im Sommer 1932 bearb. 5. Auflage, Berlin/New York 1999 (= Slg. Göschen; 1000). Bitte besorgen!

Logik -- Grundkurs für Magisterstudenten (a)

Ingolf Max

SE (51026) 12-14 Uhr
UL 6, 3059 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Das Seminar vermittelt elementare Kenntnisse der klassischen Aussagen- und Quantorenlogik, die für das Studium der Philosophie -- insbesondere für die Analyse argumentativer Strukturen - unentbehrlich sind. Einen Schwerpunkt werden dabei die Beziehungen zwischen formaler und natürlicher Sprache bilden. Es erfolgt eine ausführliche Diskussion von Formalisierungen umgangssprachlicher Aussagesätze und Schlüsse. Das System des natürlichen Schließens und andere effektive (vor allem semantische) Beweismittel werden vorgestellt, mit denen Sie selbständig sowohl formale als auch natürlichsprachliche Argumentationen auf ihre logische Folgerichtigkeit hin überprüfen können.
Anmerkungen:
Bis zum 30.09.2006 wird unter
http://amor.cms.hu-berlin.de/~maxingol/kl2006-07/
eine Seite eingerichtet, die weitere Informationen bzw. Unterlagen zum Seminar bereitstellt. Im Zusammenhang mit dieser Lehrveranstaltung werden Übungszettel ausgegeben, die im begleitenden Tutorium besprochen werden. Eine 90-minütige Klausur (obligatorischer Leistungsnachweis) am 19.02.2007 beendet diesen Kurs.

Moores theoretische Philosophie (b, LA/S1, S2)

Olaf Müller

SE (51027) 10-12 Uhr
UL 6, 2014b ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
G.E. Moore hielt erst seine rechte, dann seine linke Hand hoch und sprach: „Hier ist eine Hand, hier eine andere; also gibt es mindestens zwei Hände; also gibt es Dinge ausserhalb unseres Bewusstseins”. Durch derartige Vorführungen hat sich Moore einen einzigartigen Platz in der Philosophiegeschichte verschafft; vielen gilt er als naivster Philosoph aller Zeiten -- eine Minderheit sieht ihn dagegen als genialen Erfinder eines neuen Philosophiestils, mit dessen Hilfe sich angeblich tiefe Probleme plötzlich ganz einfach beantworten lassen.
Anmerkungen:
Das Seminar eignet sich nur für Studierende, die englische Texte im Original zu lesen bereit sind.

An Introduction to the Philosophy of Language (b, d, LA/S1)

Eric Oberheim

SE (51028) 10-12 Uhr
I 110, 241 ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
This introductory class covers the main issues and theories in contemporary philosophy of language. We will explore several theories of how proper names, descriptions, and other terms bear a referential relation to non-linguistic objects, and we will survey and compare several competing theories of linguistic meaning. We will also consider some prominent linguistic theories of metaphor.
Anmerkungen:
The seminar will be held in English.
Literatur:
Philosophy of Language: A Contemporary Introduction by William Lycan, Routledge, 1999.

Einführung in die Logik (B.A.) (a, LA/S3)

Uwe Scheffler

SE (51029) 16-18 Uhr
UL 6, 3059 ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
In dieser Veranstaltung werden elementare Kenntnisse der Beweistheorie und der Semantik der klassischen Aussagen- und Prädikatenlogik vermittelt: formale Sprachen, Schlussregeln, logische Wahrheit. Historische Exkurse und die Diskussion des philosophischen Hintergrundes erleichtern das Verständnis.
Anmerkungen:
Der Besuch des Seminars, der Vorlesung und eines entsprechenden Tutoriums werden sinnvoller Weise im Zusammenhang absolviert.
Literatur:
Wessel, Horst: Logik; Henning Franzen, Uwe Scheffler: Logik - Kommentierte Aufgaben und Lösungen; Max Urchs: Klassische Logik; Willard Van Orman Quine: Grundzüge der Logik

G.W.F. Hegel: Phänomenologie des Geistes (b, d, LA/S1)

Ulrich Schlösser

SE (51030) 16-18 Uhr
I 110, 241 ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Anläßlich des 200-jährigen Jubiläums ihrer Vollendung wendet sich dieses Seminar zentralen Abschnitten von Hegels Phänomenologie des Geistes zu. Das Seminar geht von dem Begriff philosophischer Kritik, wie er sich in der Einleitung der Phänomenologie darstellt, aus und wird darauf aufbauend Hegels Analyse des Bewußtseins, des Selbstbewußtseins und der Intersubjektivität vom Text ausgehend diskutieren.

Entscheidungstheorie. Einführung und philosophische Anwendungen (c, d, LA/S1)

Thomas Schmidt

SE (51031) 14-16 Uhr
UL 6, 3059 ab Fr., 20.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
In der Entscheidungstheorie versucht man, Kriterien zu formulieren und zu begründen, anhand derer individuelle und kollektive Entscheidungen relativ zu den jeweiligen individuellen Präferenzen als vernünftig (rational) ausgewiesen werden können. Ziel dieses Proseminars ist es, eine Einführung in grundlegende entscheidungstheoretische Begriffe und Denkweisen zu geben sowie einen Eindruck davon zu vermitteln, auf welche Weise entscheidungstheoretische Methoden in der Ethik, in der Theorie praktischer Rationalität und in der politischen Philosophie eingesetzt werden können. Hierbei werden auch die Grenzen der entscheidungstheoretischen Modellierbarkeit von Entscheidungssituationen zu besprechen sein.
Literatur:
Die im Seminar behandelte und weitere Literatur steht ab Semesterbeginn in einem Handapparat zur Verfügung bzw. wird in der ersten Sitzung angegeben. -- Als Einführung geeignet: M. D. Resnik: Choices, Minneapolis/London: University of Minnesota Press 1987; J. Nida-Rümelin/T. Schmidt: Rationalität in der praktischen Philosophie. Eine Einführung, Berlin: Akademie Verlag 2000

Susanne K. Langer: Philosophie auf neuem Wege (b, d, LA/S2)

Oswald Schwemmer

SE (51032) 14-16 Uhr
UL 6, 1070 ab Mi., 18.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Susanne K. Langer entwickelt in ihrem Buch „Philosophie auf neuem Wege“ eine Theorie der Symbolisierung „im Denken, im Ritus und in der Kunst“. Dabei weist sie vor allem auf Formen des figurativen Wahrnehmens und Darstellens hin, wie sie unserem „unbewussten Sinn für Formen“ entsprechen. Die Besprechung ihrer Symboltheorie ist zugleich eine Einführung in grundlegende Probleme der Kulturphilosophie und daher als begleitende Veranstaltung zur Vorlesung geeignet.
Literatur:
Susanne K. Langer: Philosophie auf neuem Wege. Das Symbol im Denken, im Ritus und in der Kunst, Frankfurt am Main [Fischer Taschenbuch] 1984

Können Tiere denken? Tierkognition aus philosophischer Sicht (b, d)

Sarah Tietz

SE (51033) 14-16 Uhr
I 110, 239 ab Fr., 20.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Wenn man jemandem die Fähigkeit zu denken zu- oder abspricht, muss man sich darüber im Klaren sein, was genau hier eigentlich zu- bzw. abgesprochen werden soll. Man muss also geklärt haben, was denken ist. Um das zu tun, wollen wir Tiere als eine Art Testfall benutzen. Anhand philosophischer Texte, die Tierverhalten als denkendes oder nicht denkendes interpretieren, wollen wir versuchen, die Bedingungen zu erarbeiten, die Wesen erfüllen müssen, um denken zu können.

Einführung in die Wissenschaftstheorie (b, d, LA/S1)

Georg Toepfer

SE (51034) 10-12 Uhr
UL 6, 2014a ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Das Seminar führt in die grundlegenden Begriffe und Ansätze der Wissenschaftstheorie ein. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften, aber auch die methodischen Besonderheiten der Geisteswissenschaften, insbesondere ihr hermeneutischer Ansatz, werden besprochen. Themen des Seminars sind u.a. die Frage nach der Besonderheit des wissenschaftlichen Wissens, die Rolle von Erklärung und Voraussage in den Wissenschaften, die Diskussion um die empirische Signifikanz theoretischer Sprache, das Problem der Induktion und des Naturgesetzes, das Verhältnis von Wahrheit und Verifikation bzw. Falsifikation sowie Modelle der Wissenschaftsdynamik und der Vorwurf der Irrationalität des Theorienwandels. Insgesamt wird damit ein Überblick über die einflussreichsten wissenschaftstheoretischen Ansätze des 20. Jahrhunderts gegeben.
Literatur:
Wright, Georg Henrik von: Explanation and Understanding. Dt.: Erklären und Verstehen (1971), Athenäum Fischer, Frankfurt/M. 1974; Chalmers, Alan F.: What is this Thing Called Science? Dt.: Wege der Wissenschaft. Einführung in die Wissenschaftstheorie (1976/99), Springer Berlin 1982/2001; Poser, Hans: Wissenschaftstheorie. Eine philosophische Einführung (2001), Reclam, Stuttgart

Aristoteles: tôn meta ta physika iôta (b, d)

Tim Wagner

SE (51035) 16-18 Uhr
I 110, 241 ab Mi., 18.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Die Übung dient der vertieften Lektüre des mit dem Buchstaben Iôta bezeichneten zehnten Buches der Aristotelischen ‚Metaphysik’ im Original.
Anmerkungen:
Teilnahmevoraussetzungen sind gute Griechischkenntnisse und persönliche Anmeldung vor Semesterbeginn.
Literatur:
Aristotle´s Metaphysics. A revised text with introduction and commentary by W.D. Ross, Oxford 1924 (ND 1997); Aristotelis Metaphysica, rec. brevique adnotatione critica instruxit W. Jaeger, Oxford 1957.

David Hume: Dialoge über natürliche Religion (b, d, LA/S1)

Markus Wild

SE (51036) 14-16 Uhr
I 110, 241 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
David Hume (1711-1776) gehört zu den einflussreichsten Religionsphilosophen. Er kritisiert u.a. die Gottesbeweise, die Verbindung von Moral und Religion und die Rationalität von Wundern; seine Naturgeschichte der Religion (1757) versucht eine historisch-psychologische Herleitung des Glaubens. Die Dialoge über die natürliche Religion sind Humes letztes und vielleicht schönstes Werk, erschienen jedoch erst nach seinem Tod. In den Dialogen unterhalten sich Kleanthes (ein Verteidiger aposteriorischer Gottesbeweise), Demea (ein Verteidiger apriorischer Gottesbeweise) und Philo (ein Skeptiker). Im Seminar wollen wir die zwölf Teile des Dialogs Sitzung für Sitzung durcharbeiten. Wer es -- wie ich -- bis zum elften Teil mit Philo hält, wird im zwölften überrascht werden.
Anmerkungen:
Alle Interessierten mögen zur ersten Sitzung (Di, 24.10.) den Einleitungsbrief „Pamphilus an Hermippus“ lesen.
Literatur:
Zur Anschaffung empfehle ich die Ausgabe bei Reclam (Stuttgart 2004) oder eine beliebige englischsprachige Ausgabe. Vgl.
http://www.anselm.edu/homepage/dbanach/dnr.htm

Einführung in die Rechtsphilosophie (c, d, LA/S2)

Héctor Wittwer

SE (51037) 12-14 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Was ist Recht? Wie verhält es sich zur Moral? Gibt es neben dem positiven auch ein überpositives, natürliches Recht? Worin besteht der Zweck des Strafens? -- Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die Philosophie des Rechts. Das Seminar führt in diese Teildisziplin der Philosophie ein. Dabei werden Texte von Kant, Hegel und wichtigen Autoren des 20. Jahrhunderts besprochen.
Texte:
Hoerster, Norbert (Hrsg.): Recht und Moral: Texte zur Rechtsphilosophie
Literatur:
Hofmann, Hasso: Einführung in die Rechts- und Staatsphilosophie, 3. Aufl., Darmstadt 2006; Horster, Detlef: Rechtsphilosophie zur Einführung, Hamburg 2002

Über die Freiheit, das Sich-Sorgen und die Liebe: Texte von Harry G. Frankfurt (c, d, LA/S1)

Héctor Wittwer

SE (51038) 16-18 Uhr
I 110, 241 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Harry G. Frankfurt (geb. 1929) zählt zu den einflussreichen Philosophen der Gegenwart. In seinen viel diskutierten Aufsätzen hat er sich u. a. mit folgenden Themen beschäftigt: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit eine Handlung als frei gelten kann? Was macht eine Person aus? Warum ist es wichtig für Menschen, dass ihnen an bestimmten Dingen liegt und dass sie sich um etwas sorgen? Welche Rolle spielt die Liebe zu sich selbst und zu anderen für ein gelingendes Leben? Im Seminar werden wir diesen Fragen anhand einiger der bekanntesten Aufsätze Frankfurts nachgehen.
Literatur:
Die Seminartexte werden als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt. Betzler, Monika (Hrsg.): Autonomes Handeln. Beiträge zur Philosophie von Harry G. Frankfurt, Berlin 2000

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Lehrangebot für Studierende im B.A. Basisstudium





Modul "Logik"


Vorlesungen (2 SP) mit Tutorium (4 SP) Seminar (6 SP)
Scheffler, Uwe: Einführung in die Logik (51 007) Scheffler, Uwe: Einführung in die Logik (51 029)



Modul "Einführung in die Philosophie"


Vorlesungen (2 SP) mit Tutorien (4 SP)
Gerhardt, Volker: Einführung in die Philosophie (51 001)



Modul "Wahlfrei" (18 SP)


Vorlesungen (2 SP) Proseminare (6 SP)
Für das Modul "Wahlfrei" können sämtliche Vorlesungen angerechnet werden, die auch in den Modulen "Theoretische Philosophie" und "Praktische Philosophie" aufgeführt sind.
Hinzu kommen die folgenden Vorlesungen:
Möckel, Christain: Philosophische Staatslehren zwischen 1848 und 1918 (51 003)
Schumacher, Ralph: Theorien des Bewusstseins (51 009)
Für das Modul "Wahlfrei" können sämtliche Proseminare angerechnet werden, die auch in den Modulen "Theoretische Philosophie" und "Praktische Philosophie" aufgeführt sind.




Modul "Theoretische Philosophie"

Vorlesungen (2 SP) Proseminare (6 SP)
Horstmann, Rolf-Peter: Deutscher Idealismus: Hegel (51 002)
** Perler, Dominik: Was ist der Geist? Erklärungsmodelle der frühen Neuzeit (51 005)
*** Schmidt, Thomas: Apriorisches Wissen (51 008)

Corcilius Klaus: Einführung in die Zoologie des Aristoteles (51 016)
Emundts, Dina: Heidegger: Sein und Zeit (51 017)
Fischer, Katharina: Aristoteles. Metaphysik, Buch V (51 018)
Hennig, Boris: Erkennen und Handeln. Über das Verhältnis von Gedanken und Absichten zu ihren Gegenständen (51023)
*** Müller, Olaf: Moores theoretische Philosophie (51 027)
*** Oberheim, Eric: An Introduction to the Philosophy of Language (51 028)
* Schlösser, Ulrich: G.W.F. Hegel: Phänomenologie des Geistes (51 030)
** Tietz, Sarah: Können Tiere denken? Tierkognition aus philosophischer Sicht (51033)
Toepfer, Georg: Einführung in die Wissenschaftstheorie (51 033)
Wagner, Tim: Aristoteles: tôn meta ta physika iôta (51 035)
** Wild, Markus: David Hume: Dialoge über natürliche Religion (51 036)



Modul "Praktische Philosophie"


Vorlesungen (2 SP) Proseminare (6 SP)
* Müller, Olaf: Utilitaristische Ethik (51 004)
** Schwemmer, Oswald: Einführung in die Kulturphilosophie (51 010)
* Brüllmann, Philipp: Eudamonistische Ethiken (51 015)
Gerhard, Volker: Humanität. Zur Theorie des Menschen (51 019)
Graupner, Dieter; Graupner, Elke: Angewandte Ethik - Mittler zwischen Theorie und Praxis? (51 020)
Graupner, Dieter; Graupner, Elke: Quellen der Technikphilosophie seit dem 19. Jahrhundert (51 021)
Heiliger, Jan: Die menschliche Natur und ihre Veränderbarkeit. Anthropologische und ethische Probleme (51 022)
King, Colin: Platons Phaedrus (51 024)
Lehnert, Erik: Existenzphilosophie: Karl Jaspers (51 025)
* Schmidt, Thomas: Entscheidungstheorie: Einführung und philosophische Anwendungen (51 031)
** Schwemmer, Oswald: Susanne Langer: Philosophie auf neuen Wegen (51 032)
* Wittwer, Héctor: Einführung in die Rechtsphilosophie (51 037)
Wittwer, Héctor: Über die Freiheit, das Sich-Sorgen und die Liebe: Texte von Harry Frankfurt (51 038)

Die Module für Theoretische und Praktische Philosophie im Bachelor Basisstudium bestehen aus einer Vorlesung, einem Tutorium zur Vorlesung und einem Proseminar. Ein Modul Vorlesung/Proseminar kann aus den unten aufgeführten Lehrangeboten frei zusammengestellt werden.
Vorlesungen und Proseminare, die sich thematisch in besonderer Weise ergänzen und sich deshalb zur Kombination eignen, sind mit einem oder mehreren Sternchen ("*") gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung soll in der Orientierung für die Zusammenstellung des Moduls helfen.





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Seminare im Hauptstudium


Kants transzendentale Logik und ihre Kritiker II: Salomon Maimon (1753-1800) (b, d)

Steffen Dietzsch

SE (51050) 8-10 Uhr
I 110, 241 ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Kant schätzte an Maimons Versuch über die Transzendentalphilosophie (1790) dessen analytische Orientierungn auf die Hauptfrage seines transzendentalphilosophischen Neuansatzes, nämlich Wie sind synthetische Urteile apriori möglich. Maimon stellt als einer der erster Zeitgenossen Kants die bis in die Gegenwartsphilosophie relevante Frage nach der Berechtigung der Unterscheidung von analytischen und synthetischen Urteilen.
Texte:
Salomon Maimon: Versuch über die Transzendentalphilosophie, in: F. Ehrensperger (Hrsg.):, Hamburg, Meiner Verlag 2004
Literatur:
Salomon Maimon: Rational Dogmatist, empirical Sceptic, in: Gideon Freudenthal (Hrsg.): Studies in German Idealism 2, Dortrecht /Boston / London, 2003

Universalienrealismus (b, d, LA/S1)

Dina Emundts, Rolf-Peter Horstmann

SE (51051) 18-21 Uhr
UL 6, 3103 ab Di., 31.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
In dem Seminar soll anhand älterer und neuerer Texte diskutiert werden, was es heißt, die Existenz von Universalien (Eigenschaften oder Relationen) zu behaupten und welche Argumente für eine solche Position angeführt worden sind. Behandelt werden unter anderem die Positionen von Peirce und Hegel.
Literatur:
Zu Beginn des Semesters wird in der Bibliothek ein Handapparat mit den zu behandelnden Texten aufgestellt werden.

Zur Philosophie der Gefühle (b, d)

Eva-Maria Engelen

SE (51052) 12-14 Uhr
UL 6, 2014b ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Gefühle oder Emotionen spielen derzeit in einigen philosophischen Debatten eine große Rolle. Zunächst werde ich in dem Seminar eine kurze Begriffsklärung hinsichtlich der unterschiedlichen Termini wie Emotion, Gefühl, Affekt etc. vornehmen, um dann unterschiedliche theoretische Ansätze vorzustellen, was Emotionen oder Gefühle sind. Dazu werde ich sowohl Ansätze aus der Philosophie des Geistes als auch aus den Neurowissenschaften heranziehen. Im Weiteren werde ich mich mit dem Verhältnis von Rationalität oder Verstand und Gefühl oder Emotionalität befassen. Hier werden außer philosophiehistorischen Betrachtungen auch neuere Ergebnisse aus den Neurowissenschaften und aus der Spieltheorie vorgestellt und diskutiert werden. Die neueren Ansätze aus der Spiel- und Entscheidungstheorie bieten dann eine Gelegenheit zur Rolle von Gefühlen in derzeit laufenden Ethikdiskussionen überzugehen. Der letzte thematische Abschnitt wird dann in umfassender Weise der Rolle der Theorie der Emotionen für (sanfte) Naturalisierungsstrategien gewidmet sein. In diesem Zusammenhang sollen auch Fragen wie die, ob Tiere Emotionen haben, gestellt werden.

Helmuth Plessner als Philosoph (b, d, LA/S2)

Volker Gerhardt

SE (51053) 18-20 Uhr
UL 6, 2014a ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Helmuth Plessner gehört zu den bedeutenden Denkern des 20. Jahrhunderts. Sein weitgespanntes Werk, in dem er sich vom empirisch arbeitenden Biologen, originellen Kantianer und gut getarnten Hegelianer zum eigenständigen Philosophen entwickelt, der zugleich Gesellschaftskritiker und Anthropologe, politischer Theoretiker, Soziologe und Musikästhesiologe ist, enthält Einsichten, die eine genauere Betrachtung verdienen. Dem Interesse der Teilnehmer folgend, lesen wir einige seiner grundlegenden Schriften und prüfen, was eine intensivere Beschäftigung lohnt.

Wirtschaftsphilosophie (c)

Willfried Geßner

SE (51055) 17-20 Uhr
I 110, 239 ab Mo., 23.10.2006 14-tgl. 
Kommentar:
Das Seminar bildet die Fortsetzung des vorangegangenen Hauptseminars Wirtschaftsphilosophie. Es dient als Forum für Doktoranden und fortgeschrittene Studenten, die sich intensiver mit philosophischen Problemen der Ökonomie auseinandersetzen möchten. Im Zentrum des Kolloquiums steht die Projektarbeit der interdisziplinären Forschungsgruppe Wirtschaftsphilosophie. Darüber hinaus haben die Teilnehmer Gelegenheit, individuelle Arbeitsergebnisse zur Diskussion zu stellen.
Anmerkungen:
Interessenten werden gebeten, sich vor Semesterbeginn per e-mail anzumelden. gessnerw@philosophie.hu-berlin.de

Wilfrid Sellars über Empirismus und die Philosophie des Geistes (b, d)

Johannes Haag

SE (51056) 16-18 Uhr
I 110, 239 ab Mi., 18.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Der beste Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit der Philosophie von Wilfrid Sellars ist sein klassischer Aufsatz „Empiricism and the Philosophy of Mind“ (EPM) von 1956. Auf den ersten Blick ist Sellars in dieser Arbeit nur mit einer Zurückweisung von damals noch weit verbreiteten sinnesdatentheoretischen Vorstellungen befasst. Seine bleibende Bedeutung erhält der Text jedoch dadurch, dass Sellars die Kritik an derartigen Vorstellungen dazu nützt, zahlreiche Themenbereiche der theoretischen Philosophie in systematischer Weise miteinander zu verknüpfen, die den Kern seiner eigenen philosophischen Konzeption berühren. EPM bildet so den Grundstein für die weitere Entwicklung eines umfassenden und in der analytischen Philosophie einzigartigen philosophischen Systems, das Sellars bis in die frühen 80er Jahre im Detail ausgearbeitet hat. Im Seminar soll es darum gehen, durch eine gemeinsame gründliche Analyse von EPM diese systematischen Verknüpfungen offen zu legen und auf diese Weise einen Überblick über die grundlegenden Aspekte von Sellars’ Philosophie zu gewinnen.
Literatur:
Sellars, Wilfrid: Empiricism and the Philosophy of Mind, in: ders.: Science, Perception and Reality, London: Routledge and Kegan Paul (1963) [Neuauflage: Atascadero, Ca.: Ridgeview Publishing Company (1991)] S. 127-196

Arnold Gehlen, Subjekt und Institution (c, d)

Jens Heise

SE (51057) 12-14 Uhr
UL 6, 3086 ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Subjekt und Institution sind in Gehlens Anthropologie mehrfach verknüpft. In seiner Kritik an der Subjektphilosophie und allgemein an der Metaphysik greift Gehlen auf diese Relation ebenso zurück wie in seiner Diagnose der Moderne. In den theoretischen Voraussetzungen der Anthropologie ist diese Differenz im Anspruch wirksam geworden, den Menschen metaphysikfrei als handelndes und sprachliches Wesen zu denken. Auch das Motto einer empirischen Philosophie steht dafür. Die Institutionenlehre findet sich vor allem in „Urmensch und Spätkultur”. Von dort aus läßt sich die Frage nach dem Verhältnis von Subjekt und Institution in der Anthropologie Gehlens entfalten.
Literatur:
Arnold Gehlen: Urmensch und Spätkultur, Wiesbaden 1986; Karl-Otto Apel: Arnold Gehlens „Philosophie der Institutionen”, in: Transformation der Philosophie, Bd. 1, S. 197-221. Frankfurt/M.1976; Dietrich Böhler: Handlung und Institution, in: J. Speck (Hrsg.): Grundprobleme der großen Philosophen, Philosophie der Gegenwart II, S.231-282. Göttingen1981; Karl-Siegbert Rehberg: Zurück zur Kultur? Arnold Gehlens anthropologische Grundlegung der Kulturwissenschaften, in: H. Brackert/F. Wefelmeyer (Hrsg.): Kultur, Bestimmungen im 20. Jahrhundert, S. 276-316. Frankfurt/M. 1990; Christian Thies: Gehlen zur Einführung, Hamburg 2000

Lektürekurs: Kant: Kritik der reinen Vernunft, Methodenlehre (b)

Rolf-Peter Horstmann

SE (51058) 14-16 Uhr
UL 6, 3103 ab Do., 2.11.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Interpretation einiger Abschnitte der Methodenlehre der Kritik der reinen Vernunft. Gute Kenntnisse der Kritik der reinen Vernunft sind vorausgesetzt.

Philosophie und Bildwissenschaft. Phänomenologische und erkenntniskritische Fragestellungen (b, d)

John-Michael Krois

SE (51060) 10-12 Uhr
UL 6, 1070 ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Das Seminar behandelt neuere Versuche in der Philosophie, Bildlichkeit begrifflich zu erfassen und ihren Sinn und Wahrheitsgehalt kritisch zu untersuchen. Verschiedene Entwicklungen haben heute zu einer „Grundlagenkrise” in der Theorie von Bildern geführt. (Bilder von Blind geborenen zeigen, dass Augen für die Bildwahrnehmung unnötig sind. Bildgebende Verfahren ersetzen Optik durch Berechnung.) Zentrale Fragen des Seminars sind: Wie verhalten sich Bilder und Sehen zu einander? Inwiefern sind Bilder Objekte oder Zeichen? Inwieweit ist der Ausdruckssinn in Bildern „objektiv”? Was ist der historische und physische Aussagewert von Bildern?
Literatur:
Eine Mappe mit Kopiervorlagen wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.

Epistemologische und semantische Diskussionen im Mittelalter -- Wilhelm von Ockhams Quodlibeta im philosophiehistorischen Kontext (b, d)

Martin Lenz

SE (51061) 12-14 Uhr
UL 6, 3086 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Nach Wilhelm von Ockham (1285-1347) ist jedes Wissen stets nur ein Wissen von Sätzen. Eine solche „Propositionalisierung“ (R. Imbach) des Wissensbegriffs wirft sogleich dringende Fragen auf: Können wir überhaupt Wissen von Dingen haben? Entzieht dieser Ansatz nicht jeder Wissenschaft die Grundlage? -- Oder muß nicht vielmehr geklärt werden, was genau unter einem Satz zu verstehen ist? Handelt es sich gar um einen ‚linguistic turn‘ im Mittelalter? Die Engführung von Epistemologie und Semantik löste bereits im Mittelalter rege Debatten aus, doch auch in der gegenwärtigen Literatur reißen die Diskussionen über Ockhams Position nicht ab. Die Thesen Ockhams und seiner Zeitgenossen sollen im Seminar anhand ausgewählter Texte aus den Quodlibeta rekonstruiert und im Hinblick auf verschiedene Interpretationsansätze kritisch evaluiert werden. Für den Einstieg in die selbständige Erschließung dieses komplexen Gebietes sind die Quodlibeta besonders gut geeignet, weil sie relativ kurze Untersuchungen (quaestiones) enthalten, die konzise Argumente in direkter Auseinandersetzung mit gegnerischen Positionen bieten. Im Zentrum wird zunächst die gründliche Lektüre der Originaltexte stehen, die in einem Reader zur Verfügung gestellt werden.
Anmerkungen:
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erwarte ich neben Lateinkenntnissen die Bereitschaft, die Texte im Seminar vorzustellen und gemeinsam an Übersetzungs- und Interpretationsproblemen zu arbeiten.
Literatur:
Textgrundlage (auszugsweise als Reader erhältlich): Guillelmi de Ockham Quodlibeta septem (= Opera theologica, cura Instituti Franciscani, Bd. IX), ed. J. C. Wey, St. Bonaventure -- New York 1980. Übersetzung: William of Ockham, Quodlibetal Questions, transl. A. J. Freddoso / F. E. Kelley, New Haven 1991. -- Zur Vorbereitung auf die Lektüre der lateinischen Texte empfiehlt sich: Wilhelm von Ockham, Texte zur Theorie der Erkenntnis und der Wissenschaft, lat.-dt., hrsg., übers. u. komm. v. R. Imbach, Stuttgart 1984 (zur Anschaffung empfohlen); Thomas Williams, „Transmission and Translation“, in: A. S. McGrade (ed.), The Cambridge Companion to Medieval Philosophy, Cambridge 2003, 328-346; C. Panaccio, „Semantics and Mental Language“, in: P. V. Spade (ed.), The Cambridge Companion to Ockham, Cambridge 1999, 53-75; E. Stump, „The Mechanisms of Cognition: Ockham on Mediating Species“, in: ebd., 168-203; Elizabeth Karger, „Ockham’s Misunderstood Theory of Intuitive and Abstractive Cognition“, in: ebd., 204-226.

Mögliche Welten (a)

Ingolf Max

SE (51062) 18-20 Uhr
UL 6, 3059 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Der Beginn der Diskussion um mögliche Welten ist eng mit der Problematik der Allmacht Gottes, Gottes Vorherwissen und vor allem mit der Kontroverse Einwelttheorie/Mehrweltentheorie verbunden. Leibniz gilt als derjenige, der dem Begriff „mögliche Welt“ einen kategorialen Status gegeben hat. Die tatsächliche Welt ist nur eine von unendlich vielen möglichen Welten, die existiert haben könnten. Mögliche Welten sind bei Leibniz maximale Mengen wechselseitig kompossibler (verträglicher) vollständiger individueller Begriffe. In der Mitte des 20. Jahrhunderts lagen bereits eine ganze Reihe intuitiv unterschiedener und axiomatisch charakterisierter alethischer Modalbegriffe (z.B. „Es ist notwendig, dass A“) vor. Zudem wurden in den frühen Arbeiten von Hintikka, Kanger, v. Wright und Prior mittels Analogieüberlegungen auch epistemische („Es wird gewusst, dass A“), deontische („Es ist geboten, dass A“) und temporale („Immer in der Zukunft ist der Fall, dass A“) Modalitäten in die Betrachtung einbezogen. Das Studium ihrer Semantik erforderte die Einführung von Erreichbarkeitsrelationen R zwischen möglichen Welten. Dies ließ die Semantik möglicher Welten zu einem sehr flexiblen und fruchtbaren formalen Instrument der Modallogik werden. Im Seminar werden anhand ausgewählter Texte sowohl die sprachphilosophischen als auch die logisch-semantischen Aspekte diskutiert.
Anmerkungen:
Bis zum 30.09.2006 wird unter
http://amor.cms.hu-berlin.de/~maxingol/welten/
eine Seite eingerichtet, die weitere Informationen zum Seminar bereitstellt. Bis zum 14.10.2006 wird um eine Voranmeldung an maxingol@rz.hu-berlin.de gebeten. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie ein Referat übernehmen.
Leistungsnachweis:
Der Erwerb eines Leistungsnachweises erfolgt über die Erstellung einer Hausarbeit, deren Thema einer Liste entnommen bzw. in direkter Absprache mit mir vereinbart werden kann.

Lessing. Aufklärung und Geschichtsphilosophie (c)

Ernst Müller

SE (51063) 12-14 Uhr
I 110, 241 ab Mi., 18.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Obwohl Lessing wohl den Höhepunkt der deutschen Aufklärung bezeichnet und für die gesamte nachfolgende Philosophie bis Hegel von kaum zu überschätzender Bedeutung war, findet sein Werk heute erstaunlich wenig Beachtung. Neben den ästhetischen Schriften, neben solchen, die Lessings kritisch-operationales Denken exemplifizieren, sollen die Freumaurergespräche und die ‚Erziehung des Menschengeschlechts’ im Mittelpunkt der Seminardiskussion stehen.

Darwin und die Folgen für das Selbstverständnis des Menschen (b, d, LA/S2)

Andreas Elepfandt, Olaf Müller

SE (51064) 18-20 Uhr
UL 6, 3086 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
In diesem interdisziplinären Seminar wollen wir anhand neuerer Texte ausloten, mit welchen Erkenntnis-Chancen und mit welchen Erkenntnis-Grenzen wir zu rechnen haben, wenn wir mithilfe evolutionsbiologischer Forschung etwas über uns Menschen lernen wollen.
Anmerkungen:
Damit beide beteiligten Fächer im Seminar ungefähr gleich stark repräsentiert sein werden, bitten wir interessierte Studierende, sich bis zum Ende des Sommersemesters 2006 bei Frau Hassel, UdL 6, Raum 3040 zu melden.

Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache (b, d, LA/S1)

Eric Oberheim

SE (51066) 14-16 Uhr
UL 6, 2014b ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Ludwik Fleck war ein polnischer Mediziner und Wissenschaftstheoretiker. Er ist bekannt als Ideengeber für Thomas S. Kuhns Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. In diesem Hauptseminar werden wir Flecks Ideen untersuchen insbesondere seine Vorstellung von Denkkollektiv, Denkstil und Wissenschafts-Revolution. Wir werden Flecks Ideen mit Kuhns vergleichen.
Literatur:
Fleck, Ludwik: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Suhrkamp,1935; Kuhn, Thomas S.: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 2. Auflage, Chicago University Press, 1970

Bedeutungstheorien (b)

Dominik Perler

SE (51067) 14-16 Uhr
UL 6, 3088 a+b ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Rationale Lebewesen zeichnen sich dadurch aus, dass sie über Begriffe verfügen, mit denen sie Gegenstände klassifizieren und sich in der Welt orientieren können. Doch was sind Begriffe: allgemeine Schemata, Muster, sprachliche Prädikate? Wie werden Begriffe erworben: durch den Erwerb einer Sprache oder bereits vorsprachlich durch die Auswertung von Sinneseindrücken? Wie wird der Inhalt von Begriffen festgelegt: durch eine Repräsentationsbeziehung zu Gegenständen in der Welt oder durch eine inferentielle Beziehung zu anderen Begriffen? Und wem können Begriffe zugesprochen werden: nur sprachfähigen Lebewesen oder auch Tieren? Alle diese Fragen sind in der Gegenwartsdebatte umstritten und bilden sowohl in der Sprachphilosophie als auch in der Philosophie des Geistes und in der Kognitionspsychologie den Ausgangspunkt für Grundlagendebatten. Das Seminar führt in diese Debatten ein, indem es ausgehend von Kerntexten der analytischen Philosophie verschiedene Erklärungsmodelle für Begriffe vorstellt und kritisch diskutiert. Dabei sollen verschiedene Modelle (z.B. Fodors Repräsentationalismus, Brandoms Inferentialismus und Davidsons Interpretationstheorie) untersucht und miteinander kontrastiert werden.
Anmerkungen:
Von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit erwartet. Grundkenntnisse der analytischen Sprachphilosophie und Philosophie des Geistes werden vorausgesetzt.
Literatur:
Textauswahl (zu Beginn des Semesters wird eine detaillierte Literaturliste vorgelegt): Brandom, Robert: Making It Explicit, Cambridge, Mass.: Harvard UP 1994; Fodor, Jerry A.: Concepts. Where Cognitive Science Went Wrong, Oxford: Clarendon 1998; Margolis, E. & Laurence, S. (Hrsg.): Concepts. Core Readings, Cambridge, Mass. : MIT Press 1999

Intellektheorien im Mittelalter und in der Renaissance (b)

Dominik Perler

SE (51068) 16-18 Uhr
UL 6, 3086 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Die Rezeption der aristotelischen Intellekttheorie löste im Spätmittelalter und in der Renaissance eine tiefgreifende Debatte über den Status und die Funktion des menschlichen Intellekts aus. Wenn der Intellekt nämlich als ein Seelenvermögen aufgefasst wird, stellt sich sogleich die Frage, ob er ein individuelles oder ein überindividuelles Vermögen ist. Hat jeder Mensch seinen eigenen Intellekt, oder gibt es nur einen einzigen göttlichen Intellekt, an dem alle Menschen irgendwie teilhaben? Zudem stellt sich die Frage, welche Funktion der Intellekt im Vergleich zu den anderen Seelenvermögen wahrnimmt. Hat er ausschließlich die Funktion, sprachliches Denken zu ermöglichen, oder kommen ihm noch andere Funktionen zu? Besonders brisant waren diese Fragen im Kontext der Unsterblichkeitslehre. Wenn der Intellekt nämlich als ein individuelles Vermögen aufgefasst ist, das in einem konkreten Menschen existiert, scheint er mit dem Tod dieses Menschen zugrunde zu gehen. Wie kann dann noch die These aufrechterhalten werden, dass zumindest ein Teil des Menschen unsterblich ist? Genau diese Frage bildete den Ausgangspunkt für Pomponazzis Abhandlung über die Unsterblichkeit der Seele, die die Grundlage für das Seminar bilden soll. Dieser zentrale Text führt averroistische, thomistische und ockhamistische Diskussionen des Mittelalters fort und bereitet gleichzeitig frühneuzeitliche Debatten (prominenterweise bei Descartes) vor. Er soll sorgfältig gelesen, kommentiert und mit Vergleichstexten kontrastiert werden.
Anmerkungen:
Sämtliche Texte, die im Seminar diskutiert werden, liegen in lateinisch-deutscher Fassung vor. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden keine Spezialkenntnisse der mittelalterlichen Philosophie, jedoch Grundkenntnisse der aristotelischen Psychologie erwartet. Am Ende des Semesters sollen an einem Kompaktwochenende die Ergebnisse zusammengefasst und mit einem auswärtigen Gast diskutiert werden.
Information: Die Veranstaltung findet auch noch als Blockseminar im Februar 2007 statt. Siehe Aushang!
Texte:
Pomponazzi, Pietro: Abhandlung über die Unsterblichkeit der Seele, hrsg. und übers. von B. Mojsisch, Hamburg: Meiner 1990

Leibniz: Monadologie (b)

Hans-Christoph Rauh

SE (51070) 10-12 Uhr
I 110, 241 ab Fr., 27.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Dieser kleine, aber inhaltsreiche, erstmalig 1720 in Jena deutsch übersetzte Ausgabe des französischen Urtextes veröffentlichte, übersichtlich in 92 Paragraphen gegliederte Text eignet sich besonders gut zur seminaristischen Einführung in die philosophisch-theologische Denkweise von Leibniz, einem der letzten großen metaphysischen Systemdenker der Neuzeit, der zugleich auch noch das fachdisziplinäre Gesamtwissen seiner Zeit wie eine personifizierte Akademie repräsentierte. Die Denkfigur der Monade als einfach-universelle Substanz ist ohne seine persönliche Kenntnisnahme Spinozas nicht vorstellbar, ebenso wie die dann über Christian Wolff vermittelte, gesamte deutsche Schulphilosophie des 18. Jhd., in mehrfacher Hinsicht nachwirkend bis in die klassische deutsche Philosophie von Kant bis Hegel, ohne Leibniz nicht denkbar sind (s. Hegels absolute geistesphänomenologische „Substanz als Subjekt” aufgefaßt!). Die gründliche seminaristische Textanalyse seiner Monadenlehre beabsichtigt eine erste, aber durchaus grundsätzliche Annäherung an die Leibnizsche Philosophie und seine noch ganz ursprünglich ganzheitliche Denkungsart.
Literatur:
Textgrundlage: jede beliebige (allein schon wegen der zahlreichen Übersetzungsvorschlage!). R. Finster und G.v.d. Heuvel: Gottfried Wilhelm Leibniz in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, rowolths monographien 481, Hamburg 1990; G. W. F. Hegel: Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie, (Teil III Neuzeit, Abs.; Ludwig Feuerbach: Darstellung, Entwicklung und Kritik der Leibnizschen Philosophie (1837), Werkausgabe Bd. 3, Berlin 1969; Kuno Fischer: G.W. Leibniz, Leben, Werke und Lehre (1855), Heidelberg 1920; Wilhelm Dilthey: Leibniz und seine Zeit, Gesammelte Schriften Bd. 3, Leipzig 1927; Ernst Cassirer: Leibniz´ System in seinen wissenschaftlichen Grundlagen, Marburg 1902 bzw. Darmstadt 1962; Eduard Dillmann: Eine neue Darstellung der Leibnizschen Monadenlehre auf Grund der Quellen, Leipzig 1891 (Nachdruck Hildesheim 1974); Hans Heinz Holz: Leibniz, Stuttgart 1958 und Leipzig 1983; Hans Poser: Gottfried Wilhelm Leibniz, in: Klassiker der Philosophie, Bd. 1, München 1981, S. 378-404

Die Deduktion der reinen Verstandesbegriffe in der ‚Kritik der reinen Vernunft’ (b, d)

Ulrich Schlösser

SE (51071) 12-14 Uhr
I 110, 241 ab Fr., 20.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
In dem für die erste Kritik zentralen Argumentationsgang der ‚Deduktion‘ stellt Kant einen Zusammenhang zwischen der Identität des Denkers und der Objektivität seiner Erkenntnisse her. Im Seminar wird dieser Argumentationsgang in den Darstellungen der A-Auflage und der B-Auflage analysiert.

Positive und negative Pflichten (c, d)

Thomas Schmidt

SE (51072) 10-12 Uhr
UL 6, 3088 a+b ab Mi., 18.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Negative Pflichten sind Pflichten der Nichteinmischung (etwa die Pflicht, die körperliche Unversehrtheit anderer nicht zu beeinträchtigen), während als wichtigstes Beispiel für positive Pflichten meist Hilfspflichten genannt werden. Ist diese Unterscheidung moralisch bedeutsam? Viele sehen dies so und meinen, dass Verletzungen negativer Pflichten moralisch schwerwiegender sind als Verletzungen positiver Pflichten. Andere, vor allem Konsequentialisten, widersprechen dieser Sichtweise. In diesem Seminar werden wir uns anhand der Diskussion neuerer (vornehmlich englischsprachiger) Beiträge mit der Frage auseinandersetzen, wer die besseren Argumente auf seiner Seite hat -- einer Frage, die keineswegs von bloß akademischem Interesse ist: Sie hängt unter anderem unmittelbar mit der Problematik der moralischen Bewertung von Akten des Tötens und des Sterbenlassens zusammen.

Edmund Husserl: „Phantasie und Bildbewußtsein” (b, d, LA/S2)

Oswald Schwemmer

SE (51074) 14-16 Uhr
UL 6, 1070 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Für die gegenwärtige bildtheoretische Diskussion sind Husserls Arbeiten zu „Phantasie und Bildbewusstsein“ von grundlegender Bedeutung. Die Texte sind jetzt zum ersten Mal in einer für die Lehre geeigneten Form zugänglich gemacht worden. Sie weisen vielfach einen Werkstatt-Charakter auf, sind weitgehend noch unerschlossen und verlangen eine intensive Auseinandersetzung. Der Gewinn einer solchen -- an vielen Stellen sicher auch durchaus kritischen -- Auseinandersetzung soll nicht in der Erweiterung eines „Handbuch-Wissens“ bestehen, sondern in der selbständig erworbenen Sicht auf die Möglichkeiten eines figurativen Wissens.
Literatur:
Edmund Husserl: Phantasie und Bildbewusstsein, Hamburg [Felix Meiner Verlag] 2006

Sein und Zeit (b, d)

Udo Tietz

SE (51076) 10-12 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 

Paul Feyerabend: Einführung in die Naturphilosophie (b, d, LA/S1)

Helmut Heit, Eric Oberheim

SE (51080) 14-16 Uhr
I 110, 239 ab Di., 24.10.2006 wöchtl.
Kommentar:
Parallel zu seinem Hauptwerk Against Method (1975) arbeitete Paul Feyerabend an einem Buch mit dem Arbeitstitel Einführung in die Naturphilosophie. Das Buch ist zum Verständnis der Naturphilosophie Feyerabends wie auch seiner Auffassung vom Denken der Antike fundamental. 1971 hat Feyerabend eine erste Version fertiggestellt, 1976 eine zweite. Beide Typoskripte wurden verschiedentlich überarbeitet, so dass heute zwei stark voneinander abweichende und zudem handschriftlich revidierte Fassungen vorliegen. Feyerabend behandelt die Entwicklung der menschlichen Naturauffassungen von den frühesten bekannten Höhlenmalereien über Homers Aggregat-Universum bis zum Substanz-Universum der Vorsokratiker. Die Weiterentwicklung über Platon und Aristoteles zum wissenschaftlichen Weltbild der Moderne sollte in den Folgebänden behandelt werden; sie wird in der Einleitung und einem ausführlichen Schlusskapitel umrissen. In dem Seminar wollen wir dieses überaus interessante und bisher noch unveröffentlichte Manuskript gemeinsam lesen und diskutieren in Vorbereitung für Editionsarbeit.
Literatur:
Manuskripte werden an Teilnehmer nach der ersten Sitzung verteilt.

Zur Philosophie der Gegenwart (c, d)

Volker Gerhardt

CO (51054) 19-22 Uhr
UL 6, 3103 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Das Kolloquium wird von der Mitarbeit aller Teilnehmer getragen, die aus ihren eigenen Arbeitsvorhaben berichten und bereit sind, ihre Überlegungen auf die vorrangigen Fragen des Denkens zu beziehen.
Anmerkungen:
Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Philosophische Themen (b)

Rolf-Peter Horstmann

CO (51059) 19-22 Uhr
UL 6, 3103 ab Do., 2.11.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Gegenstand des Kolloquiums ist die Diskussion neuerer Literatur und von Arbeitsprojekten von Mitarbeitern und Examenskandidaten.
Anmerkungen:
Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.
Leistungsnachweis:
Kein Scheinerwerb möglich.

Wissenschaftsphilosophisches Kolloquium (b)

Olaf Müller

CO (51065) 19-22 Uhr
UL 6, 3085a ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Das Kolloquium bietet seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, in einem vierstündigen Abendmarathon eigene aktuelle Arbeiten (die im weiteren Sinn mit Wissenschaftsphilosophie zusammenhängen) gründlich zu verteidigen.
Anmerkungen:
Neue Kolloquianten können nur auf persönliche Einladung hin an der Diskussion teilnehmen.

Probleme der theoretischen Philosophie (b)

Dominik Perler

CO (51069) 14-16 Uhr
UL 6, 3103 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Im Kolloquium sollen ausgewählte Probleme der theoretischen Philosophie diskutiert werden. Das Schwergewicht liegt auf Debatten der frühen Neuzeit und der analytischen Erkenntnistheorie und Philosophie des Geistes. Magisterkandidat/innen und Doktorand/innen haben die Gelegenheit, ihre entstehenden Arbeiten vorzustellen. Ausgehend von den individuellen Arbeiten, die im ersten Teil des Semesters präsentiert werden, soll dann im zweiten Teil ein thematischer Schwerpunkt gebildet und ein Text aus der aktuellen Debatte gelesen werden.
Anmerkungen:
Eine Teilnahme ist nur nach Voranmeldung bis spätestens zum 15. 10. 2006 im Sekretariat der Lehrstuhls für Theoretische Philosophie
(SchaumE@Philosophie.HU-Berlin.de) möglich.

Ethik (c)

Thomas Schmidt

CO (51073) 16.15-18.30 Uhr
UL 6, 3103 ab Do., 19.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Dieses Kolloquium richtet sich vor allem an Studierende unmittelbar vor dem Examen und an Promovierende. Es bietet ein Forum zur Diskussion im Entstehen begriffener eigener philosophischer Arbeiten, vornehmlich auf dem Gebiet der praktischen Philosophie.
Anmerkungen:
Die Teilnahme kann nur nach persönlicher Rücksprache vor Semesterbeginn ermöglicht werden.

Kolloquium: Philosophische Themen (c, d)

Oswald Schwemmer

CO (51075) 18-21 Uhr
UL 6, 3036 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Das Kolloquium ist für Examenskandidaten und Doktoranden konzipiert und dient der Vorstellung der entsprechenden Arbeiten.
Anmerkungen:
Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung.

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Lehrangebot für Studierende im B.A. Vertiefungsstudium


Voraussetzung für das Studium von Modulen des B.A.-Vertiefungsstudiums ist der Abschluss des Basisstudiums, der durch eine vom Prüfungsamt des Instituts für Philosophie ausgestellte Bescheinigung nachzuweisen ist.

Die Module "Thematischer Schwerpunkt I" und "Thematischer Schwerpunkt II" beinhalten jeweils eine Vorlesung und ein Hauptseminar zu einem Schwerpunkt. Die beiden Schwerpunkte dürfen nicht identisch sein.


Schwerpunkt A: "Theoretische Philosophie"

Vorlesungen (2 SP) Hauptseminare (SP)
Horstmann, Rolf-Peter: Deutscher Idealismus: Hegel (51 002)
Perler, Dominik: Was ist der Geist? Erklärungsmodelle der frühen Neuzeit (51 005)
Scheffler, Uwe: Modallogik (51 006)
Schmidt, Thomas: Apriorisches Wissen (51 008)
Schumacher, Ralph: Theorien des Bewusstseins (51 009)
Emundts, Dina; Horstmann, Rolf-Peter: Universalienrealismus (51 051)
Dietzsch, Steffen: Kants transzendentale Logik und ihre Kritiker II: Salomon Maimon (51 050)
Haag, Johannes: Wilfried Sellars über Empirismus und die Philosophie des Geistes (51056)
Lenz, Martin: Epistemologische und semantische Diskussionen im Mittelalter - Wilhelm von Ockhams Quodlibeta im philosophiehistorischen Kontext (51 061)
Horstmann, Rolf-Peter: Lektürekurs: Kants Kritik der reinen Vernunft, Methodenlehre (51 058)
Perler, Dominik: Begriffstheorien (51 067)
Perler, Dominik: Intellekttheorien im Mittelalter und der Renaissance (51 068)
Rauh, Hans-Christoph: Leibniz: Monadologie (51 070)
Schlösser, Ulrich: Die Deduktion der reinen Verstandesbegriffe in der 'Kritik der reinen Vernunft' (51 071)
Tietz, Udo: Sein und Zeit (51 076)



Schwerpunkt B: "Praktische Philosophie"


Vorlesungen (2 SP) Hauptseminare (6 SP)
Möckel, Christian: Philosophische Staatslehren zwischen 1848 und 1918 (51 003)
Müller, Olaf: Utilitaristische Ethik (51 004)
Schmidt, Thomas: Apriorisches Wissen (51 008)
Engelen, Eva-Maria: Zur Philosophie der Gefühle (51 052)
Müller, Ernst: Lessing. Aufklärung und Geschichtsphilosophie (51 063)
Schmidt, Thomas: Positive und negative Pflichten (51 072)



Schwerpunkt C: "Logik und Sprachphilosophie"


Vorlesungen (2 SP) mit Tutorium (4 SP) Hauptseminare (SP)
Scheffler, Uwe: Modallogik (51 006) Max, Ingolf: Mögliche Welten (51 062)



Schwerpunkt D: "Philosophische Anthropologie/Kulturphilosophie"


Vorlesungen (2 SP) Hauptseminare (SP)
Schwemmer, Oswald: Einführung in die Kulturphilosophie (51 010)
Heise, Jens: Arnold Gehlen, Subjekt und Institution (51 057)
Gerhardt, Volker: Helmuth Plessner als Philosoph (51 053)
Krois, John Michael: Philosophie und Bildwissenschaft. Phänomenologische und erkenntniskritische Fragestellungen (51 060)
Schwemmer, Oswald: Edmund Husserl: 'Phantasie und Bildbewußtsein' (51 074)



Schwerpunkt E: "Naturphilosophie/Wissenschaftstheorie"

Vorlesungen (2 SP) Hauptseminare (SP)

Geßner, Wilfried: Wirtschaftsphilosophie (51 055)
Müller, Olaf; Elepfandt, Andreas: Darwin und die Folgen für das Selbstbewußtsein des Menschen (51 064)
Oberheim, Eric: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache (51 066)


Modul "Schlüsselqualifikationen": mehrere Übungen im Umfang von insg. 10 SP

In den Übungen dieses Moduls werden bestimmte fachspezifische Fertigkeiten, die in der späteren beruflichen Tätigkeit von Nutzen sein werden, erworben, beispielsweise das praxisbezogene Argumentieren, rhetorische Fertigkeiten oder die Abfassung verschiedener Arten von Texten. Den Studierenden wird auch empfohlen, die entsprechenden Angebote des Career Centers der Humboldt-Universität zu nutzen


Übungen (5 SP)
Wagner, Tim: Rhetorik und Präsentation (51 040)
Wild, Markus: Philosophische Textarbeit (51 041)


Schlüsselqualifikation: Rhetorik und Präsentation

Tim Wagner

UE (51040) 18-20 Uhr
I 110, 241 ab Di., 24.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Seit der Antike ist die Fähigkeit, vor Publikum überzeugend zu reden, sowohl Gegenstand theoretischer Reflexion als auch Teil des praktischen Curriculums von Philosophen gewesen. Die Übung soll an diese Traditionen anknüpfen. Zum einen werden Modelle vorgestellt, mit denen sich der Überzeugungsprozess, die Methodologie der Erarbeitung einer Rede oder die besonderen Merkmale dialogischer Kommunikation analysieren und anleiten lassen (z.B. die Aristotelische Lehre von den pisteis, das quinque partes-System der lateinischen Rhetorik, die Praxis der Dialektik und Disputation sowie moderne Argumentationstheorien). Der praktische Schwerpunkt wird in Übungen zu Auftrittssituationen, Formen der vorbereiteten und unvorbereiteten Einzelrede sowie des kooperativen und kontroversen Gesprächs bestehen. Dabei sollen insbesondere diejenigen kommunikativen Kompetenzen entwickelt und vertieft werden, die in den typischen Berufsfeldern von Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge eine wichtige Rolle spielen -- ob beim wissenschaftlichen Fachvortrag oder bei der Moderation einer Teamsitzung: Vorbereitungstechniken, Manuskripterstellung und -gebrauch, Zuhörerkontakt und Aufmerksamkeitsführung, zeitliche und inhaltliche Strukturierung, sprachliche und sprecherische Gestaltung, Körpersprache und Medieneinsatz.
Anmerkungen:
Die Teilnehmerzahl ist auf 24 beschränkt. Um rechtzeitige, persönliche Anmeldung (UL 6, Raum 2048) wird daher gebeten.

Schlüsselqualifikation: Philosophische Textarbeit

Markus Wild

UE (51041) 18-20 Uhr
UL 6, 3086 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Schlüsselkompetenzen für den Bachelor Philosophie wurden bereits im Basisstudium eingeübt, etwa: Strukturieren, Diskutieren, Präsentieren, das Verfassen von Essays und Hausarbeiten oder das Erkennen und Beurteilen von Problemen und Argumenten. In der Übung „Philosophische Textarbeit“ geht es um die Vertiefung und Festigung der Textarbeit. Diese umfasst sowohl den Umgang mit als auch das Verfassen von philosophischen Texten. Die Übung beginnt mit der Lektüre (eigener und „professioneller“) Text, wobei die Aufmerksamkeit der Struktur, der Klarheit, der Verwendung von Literatur und dem Stil gilt. Der größte Teil der Übung befasst sich jedoch mit der Umsetzung der zuvor analysierten Merkmale und Qualitäten von philosophischen Texte in eigenen Essays, die der gegenseitigen Kritik unterzogen werden.
Anmerkungen:
Die Teilnehmerzahl ist auf 24 beschränkt. Um rechtzeitige Anmeldung wird daher bis zum 20.10. gebeten unter:
WildM@philosophie.hu-berlin.de
Literatur:
Der Leitfaden wird das folgende Buch sein, das ich auch zur Anschaffung empfehle: Jay Rosenberg: Philosophieren. Ein Handbuch für Anfänger, Klostermann Verlag, Frankfurt a.M. 2006 (5. Auflage); Reihe „Klostermann Seminar (Band 18)“; € 14.-


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Fachdidaktik (Grundstudium)


Einführung in die Fachdidaktik (f)

Joachim Hagner

SE (51039) 16-18 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Im Seminar werden fachliche, berufliche und didaktische Grundlagenkenntnisse vermittelt. Dabei handelt es sich um
  • eine kurze Besinnung auf das Was und das Wozu von Philosophie im Hinblick auch auf die Lehrtätigkeit an Schulen;
  • eine kurze Auseinandersetzung mit der Geschichte des Studien- und Schulfaches Philosophie;
  • die Gewinnung eines Arbeitsbegriffs von Didaktik anhand eines konkreten Beispiels;
  • eine Analyse des Rahmenplans Philosophie und eine darauf aufbauende modellhafte Planung des Studiums vor dem Hintergrund der geltenden Studienordnung;
  • eine erste exemplarische Erarbeitung des Dreischritts „Sachanalyse -- didaktische Reduktion -- methodische Umsetzung“ im Rahmen der gemeinsamen Planung einer Unterrichtsstunde anhand eines „kanonischen“ Textes;
  • die Umsetzung dieser Planung an einer Schule und die entsprechende Nachbereitung;
  • die Entwicklung von Untersuchungshinsichten auf der Grundlage der in der Nachbereitung gesicherten Erkenntnisse und Fragen und
  • eine aspektorientierte Auseinandersetzung mit der fachdidaktischen Literatur.
Leistungsnachweis:
Erwerb eines Leistungsnachweises durch eine 90minütige Klausur oder eine 30minütige mündliche Prüfung.

Fachdidaktik (Hauptstudium)


Praktikumvorbereitendes Seminar im Fach Philosophie (f)

Gertrud Fischer-Sabrow

SE (51077) 18-20 Uhr
I 110, 241 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Das Seminar befasst sich unter Einbeziehung allgemein- und fachdidaktischer sowie lernpsychologischer Literatur mit der Planung und Analyse von Unterricht. Das schließt ein
  • die rahmenplankonforme Festlegung inhaltlicher Schwerpunkte;
  • die Unterscheidung verschiedener thematischer Facetten als Grundlage der Sequenzplanung;
  • die darauf bezogene Bearbeitung geeigneter Texte;
  • die Sachanalyse;
  • die didaktische Aufbereitung;
  • die Formulierung von Schwerpunkt- und Feinlernzielen;
  • die Umsetzung der didaktischen Überlegungen in einem Stundenverlaufsplan;
  • die Entwicklung von Kriterien zur Analyse von Unterricht und
  • die Durchführung der Unterrichtsplanung im Seminar.
Anmerkungen:
Begrenzte Teilnehmerzahl. Vorherige Anmeldung im Praktikumbüro (der TU bzw. HU) erforderlich.
Leistungsnachweis:
Erwerb eines Leistungsnachweises durch die Anfertigung eines Unterrichtsentwurfs.

Unterrichtspraktikum im Fach Philosophie (f)

Gertrud Fischer-Sabrow

BS (51078)
s. Aushang s. Aushang
Kommentar:
Im Fachpraktikum soll zum einen Philosophieunterricht an (Berliner) Gymnasien kriteriengeleitet beobachtet und analysiert werden. Zum anderen soll unter Anleitung von Tutoren und Hochschullehrern eigenständig Unterricht geplant und durchgeführt werden.
Anmerkungen:
Begrenzte Teilnehmerzahl. Vorherige Anmeldung im Praktikumsbüro (der TU bzw. HU) erforderlich.
Leistungsnachweis:
Erwerb eines Leistungsnachweises durch die Anfertigung eines Praktikumberichts.

Fachdidaktik der Philosophie: Methodische und theoretische Grundlagen des Philosophieunterrichts II (f)

Joachim Hagner

SE (51079) 18-20 Uhr
I 110, 246 ab Mo., 23.10.2006 wöchtl. 
Kommentar:
Anliegen des Hauptseminars ist eine Vertiefung der bereits erworbenen fachdidaktischen Kenntnisse und ihre Erweiterung. Das betrifft
  • die Phasierung des Unterrichts;
  • seine einzelnen Phasen;
  • den Einsatz von akustischen und visuellen Medien im Unterricht;
  • die Führung des Unterrichtsgesprächs;
  • die Bedeutung des Übens im Philosophieunterricht;
  • die Vermittlung der sogenannten „Methodenkompetenzen“ und außerschulische Lernorte.
Anmerkungen:
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreich abgeschlossenes Praktikum
Leistungsnachweis:
Erwerb eines Leistungsnachweises durch eine schriftliche Hausarbeit.



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Sonstiges

Guardini Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung
Ort: Theologische Fakultät, Burgstraße 26 (BU 26)

Einführung in die Metaphysik

Ludger Honnefelder

VL 16-18 Uhr
BU 26, 008 ab Di 17.10.2006 wöchtl.
Kommentar:
Die Vorlesung beabsichtigt eine Einführung in das von Aristoteles konzipierte Projekt einer „Ersten Philosophie“, das später mit dem Namen der Metaphysik bezeichnet wurde. Als Leitfaden dient die Schlüsselfrage, ob das von der Metaphysik thematisierte „Erste“ als ein erstes ausgezeichnetes Seiendes oder als das ersterkannte Allgemeine aufgefaßt werden muß oder ob beide Fragerichtungen in einem unauflöslichen, zu klärenden Zusammenhang stehen. Anhand ausgewählter Positionen (Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin, Johannes Duns Scotus, Kant, Sprachanalytische Philosophie der Gegenwart) sollen die Fragestellung expliziert und verschiedene Lösungsansätze erörtert werden, bevor dann abschließend die Frage nach Möglichkeit und Notwendigkeit von Metaphysik heute behandelt wird.
Literatur:
Honnefelder, Ludger; Krieger, Gerhard: Philosophische Propädeutik. Band 3: Metaphysik und Ontologie. Paderborn 2001 (UTB 2081). Honnefelder, Ludger: Die Bedeutung der Metaphysik für Glauben und Wissen. In: Baumgartner, Hans M.; Waldenfels, Hans (Hg.): Die philosophische Gottesfrage am Ende des 20. Jahrhunderts. Freiburg 1999, 47–64. Jantzen, Jörg; Baum, Manfred; Salaquarda, Jörg; Künne, Wolfgang: Art. Metaphysik. In: TRE. Band 22. Berlin 1992, 638–665.
Anmerkungen:
Diese Veranstaltung wird im Rahmen der Guardini Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung der Theologischen Fakultät abgeboten.

Anselm von Canterbury: Proslogion

Ludger Honnefelder

SE 14-16 Uhr
BU 26, 108 ab Di 17.10.2006 wöchtl.
Kommentar:
Der Versuch Anselms von Canterbury, in seinem Proslogion mit einem einzigen Argument die Frage nach der Existenz und dem Wesen Gottes zu beantworten, hat Philosophie und Theologie über die Jahrhunderte beschäftigt. Denn in diesem Argument geht es nicht nur um die Frage nach der Existenz Gottes, sondern auch um die nach Möglichkeit und Grenzen einer rationalen (philosophischen wie theologischen) Rede von Gott. Im Seminar sollen das Proslogion-Argument (Capp. I-IV, XV), die Einwände Gaunilos (Liber pro Insipiente) und die Antwort Anselms (Responsio Anselmi) interpretiert und auf ihre Tragweite hin erörtert werden.
Literatur:
Anselm von Canterbury: Proslogion. Lat.-dt. Ausgabe von P. Franciscus Salesius Schmitt OSB. Stuttgart 1962. Schönberger, Rolf: Anselm von Canterbury. München 2004 (Beck'sche Reihe Denker 568). Scherb, Jürgen Ludwig: Anselms philosophische Theologie. München 1999 (Münchener philosophische Schriften, NF 15). Rohls, Jan: Theologie und Metaphysik. Der ontologische Gottesbeweis und seine Kritiker. Gütersloh 1987.
Anmerkungen:
Diese Veranstaltung wird im Rahmen der Guardini Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung der Theologischen Fakultät abgeboten.

 


Impressum:

Verantwortung im Sinne des Presserechts:
Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Philosophie
Der Geschäftsführende Direktor
Prof. Dr. Dominik Perler
Unter den Linden 6, 10099 Berlin
Tel: (030) 2093-2204, Fax: (030) 2093-2419
E-Mail: PerlerD@philosophie.hu-berlin.de
 


Sebastian Murk · 15.09.2006