Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Praktische Philosophie und Didaktik der Philosophie

Stefanie Thiele

 

Email: thielest@student.hu-berlin.de

 

       Schwerpunkte

Normative Ethik, angewandte Ethik, Metaethik, Handlungstheorie
Zur Person

Studium der Philosophie und der Deutschen Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin (B.A. und M.A.). Von 2010 bis 2013 studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Philosophische Anthropologie der HU Berlin (Prof. Dr. Geert Keil). Seit März 2013 Promotionsstudentin an der HU Berlin. Von Juli 2013 bis Dezember 2013 Humboldt Research Track Scholarship-Stipendiatin. Von Januar 2014 bis Dezember 2014 Prodoc-Stipendiatin der Carl und Max Schneider-Stiftung. Seit April 2015 weiterhin Promotionsstudentin und zusätzlich Lehramtsstudentin in den Fächern Philosophie/Ethik und Deutsch an der HU Berlin.

Dissertationsprojekt

Der deontologische Pazifismus

Deontologen machen bestimmte kategorische Verbote, wie etwa das Tötungsverbot, traditionell sehr stark. Dennoch ist es nach der Theorie des gerechten Krieges unter bestimmten Bedingungen erlaubt, Krieg zu führen. In der jüngeren philosophischen Diskussion der Theorie des gerechten Krieges hat die Bedingung der Proportionalität eines Krieges bzw. individueller Kriegshandlungen zunehmend Aufmerksamkeit erfahren. Dieser Bedingung zufolge muss das Gute eines Krieges insgesamt oder eines einzelnen Kriegsaktes dessen Übel aufwiegen. Die neuere Diskussion betont, dies sei nicht als eine rein utilitaristische Kosten-Nutzen-Abwägung zu verstehen. Vielmehr kommen hier zahlreiche deontologische Überlegungen ins Spiel, etwa der Unterschied zwischen beabsichtigtem und vorhergesehenem Töten oder zwischen kompensierbaren und nichtkompensierbaren Schäden. Das Promotionsvorhaben geht von der Beobachtung aus, dass insbesondere aufgrund der Anreicherung der Proportionalitätsbedingung durch deontologische Betrachtungen nicht klar ist, wie sich diese zu anderen Bedingungen innerhalb der Theorie des gerechten Krieges verhält. Ziel ist es daher zu klären, wie die Proportionalitätsbedingung sinnvoll zu verstehen ist, um so schließlich der Frage nachzugehen, ob sie jemals erfüllt sein kann. Hierbei soll die Arbeitshypothese verfolgt werden, dass eine deontologisch verstandene Proportionalität niemals gegeben und deshalb jeder Krieg moralisch falsch ist.