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Humboldt-Universität zu Berlin - Praktische Philosophie und Sozialphilosophie & Center for Humanities and Social Change

Veranstaltungen 2019

Hier finden Sie die Veranstaltungen, Tagungen und Workshop für das Jahr 2019.

Veranstaltungen, Tagungen und Workshops 2019

 

13.2.19 Critical Theory at Work

Exodus oder dialektische Negation.

Paradigmen der Kapitalismuskritik im Widerstreit.

 

Book Launch und Diskussionsabend mit Victor Kempf (HU), Eva von Redecker (HU) und Daniel Loick (GU Frankfurt / Uni Erfurt).

18:15 - 20:15, Unter den Linden 6, Raum 1070

Der "Exodus" aus den Vermittlungsfiguren der bürgerlichen Gesellschaft ist zu einem populären Ansatz der radikalen Kapitalismuskritik geworden. Doch wodurch ist diese Fundamentalzurückweisung einer immanenten Einklagung der Freiheits- und Gleichheitsversprechen des modernen Marktes genau begründet? Sind die bürgerlichen Kerninstitutionen des Eigentums und des Tausches selbst bereits mit einer unüberwindbaren Klassenstruktur versehen, wie neomarxistische Kritiker behaupten? Oder liegt das Problem in einer historischen Unterordnung des "gleichen Tausches" unter asymmetrische Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnisse, die es gesellschaftstheoretisch zu rekonstruieren und politisch zu durchbrechen gilt? In seiner sozialphilosophischen Studie argumentiert Victor Kempf für letztere Option, auch weil der kommunistische "Exodus" aus dem bürgerlichen Tauschmodell seinen normativen Preis hat.

 

Anlässlich der Publikation seiner Dissertation stellt Victor Kempf seine Überlegungen zur zeitgenössischen Kapitalismuskritik zur Diskussion. Eva von Redecker wird hierauf mit einem Kommentar antworten. Daniel Loick moderiert die Veranstaltung. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Mehr Informationen finden Sie hier.

 

 

9.1.19 Critical Theory in Context

Krise, Kritik und Zukunft des Sozialstaats

Im Rahmen der Reihe „Critical Theory in Context“ (Lehrstuhl für Sozialphilosophie/Center for Humanities and Social Change, HU Berlin) diskutieren Claus Offe (Professor Emeritus of Political Sociology an der Hertie School of Governance) und Stephan Lessenich (Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München) Fragen nach der Krise, Kritik und Zukunft des Sozialstaates. Die Veranstaltung findet am 09.01.2019 von 18-21 Uhr in der Vierten Welt statt, der Eintritt ist frei.

Der Sozialstaat bildet in institutioneller und normativer Hinsicht ein zentrales Element moderner westlicher Gesellschaften. Seine Herausbildung stellte historisch betrachtet einen enormen sozialen Fortschritt dar: Mit der Einführung sozialer Bürgerrechte und Sicherungsleistungen wurde den Bürgern ein Anspruch auf ein Mindestmaß an sozialer Gleichheit und Teilhabe gewährt und so einem krassen Pauperismus entgegengewirkt. Als eine Vermittlungsinstanz zwischen Demokratie und Kapitalismus trägt der Sozialstaat damit sowohl zur sozialen Integration in die Gesellschaft als auch zum funktionsfähigen Zusammenwirken der verschiedenen Gesellschaftsbereiche bei.

Nun befindet sich der Sozialstaat schon länger in einer Krise, die nicht zuletzt auch von einer von links geäußerten Kritik gegenüber ihm mitgetragen wurde. Dies erklärt sich unter anderem dadurch, dass viele der Errungenschaften, die das wohlfahrtsstaatliche Arrangement bot, aufs Engste mit negativen Folgen verbunden waren. So etwa gehörten zur sozialen Sicherung und Integration immer schon Mechanismen der sozialen Kontrolle, Normierung, Standardisierung und des Ausschlusses von bestimmten Teilen der Bevölkerung. Hinzu treten neue Herausforderungen im Zuge einer neoliberalen Umgestaltung und globalisierten Welt, die die normative Institution des Sozialstaats in ihrer Geltung aushöhlen und infrage stellen. Gewachsene Problemlagen und sozialstaatliche Lösungsangebote geraten so immer mehr in ein Missverhältnis, das die Frage nahelegt, ob es sich bei dem Sozialstaat um ein historisch ‚überlebtes‘ Gebilde handelt oder nicht doch die Notwendigkeit besteht, diesen – und seine emanzipatorischen Aspekte – zu verteidigen und dabei neu zu denken.